Behörde für Umwelt und Energie

Ökologische Aufwertung Der Jungfernstieg bekommt sein erstes Gründach

Trend zu bepflanzten Gebäudeflächen hält an

Jetzt grünt es auch auf dem Streit´s-Haus am Jungfernstieg. Umweltsenator Jens Kerstan eröffnete heute das erste von der Stadt geförderte Gründach. Seit 2014 ist die Fläche der Gründächer in Hamburg um 44 Hektar gewachsen. Bis 2020 will die Stadt eine Million zusätzliche Quadratmeter an Gründachfläche in Hamburg erreichen.

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Der Jungfernstieg bekommt sein erstes Gründach

Das Streit´s-Haus am Jungfernstieg erhält nach dem Umbau einen attraktiven fünfhundert Quadratmeter großen Dachgarten mit einer artenreichen Grünfläche, einem großen Holzdeck und gemütlichen Bänken. Alle Bürofenster blicken auf den Innenhof. Die Mieterinnen und Mieter genießen die grüne Oase in der Metropole und nutzen sie zur Erholung, zum Energie tanken oder um miteinander zu klönen.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Die zunehmende bauliche Verdichtung unserer Stadt lässt grüne Dächer zu einer attraktiven Alternative werden und schafft gleichzeitig Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Hier am Streit´s-Haus ist sehr schön zu sehen, wie ein Gründach ein Gebäude optisch und ökologisch aufwerten kann. Es ist eines dieser Beispiele dafür, wie mit wenig Einsatz viel Sinnvolles bewirkt werden kann. Deswegen wollen wir bis 2020 eine Million Quadratmeter Dachfläche in Hamburg zusätzlich begrünen. Hier sind wir auf einem guten Weg: um 44 Hektar ist die Gründachfläche in Hamburg seit 2014 erfreulich rasch gewachsen.“

Gründächer verbessern das Stadt- und Gebäudeklima und die Naturvielfalt. Sie erschließen als Dachgärten neue Räume für Bewegung und Erholung. Und, ganz wichtig, gerade im Sommer: nach Wolkenbrüchen und Gewittern halten sie viel Regenwasser zurück, in einer Stadt, in der immer weniger Wasser versickern kann. Gründächer lassen das Wasser langsamer abfließen und zeitlich verzögert in die Regensiele gelangen und vermindern so die Überlastung des Abwassersystems. Sie sind deshalb auch eine wichtige Maßnahme in der Anpassung an den Klimawandel mit seinen zunehmenden Starkregenereignissen. Jüngste Beispiele für wolkenbruchartige Regenfälle: 23. Mai Mitte Hamburg, 27 l/m² Niederschlag – 80 Einsätze der Feuerwehr; 2. Juni Osten Hamburgs, 18 l/m² Niederschlag - 35 Einsätze der Feuerwehr; 14. Juni Mitte Hamburg, 40 l/m² Niederschlag, 230 Einsätze der Feuerwehr; 23. Juni Unwetter über Hamburg, das Hurricane Festival muss unterbrochen werden.

Aktueller Stand der Gründächer in Hamburg
Insgesamt sind in Hamburg rund 6.300 Dächer mit einer Fläche von 124 Hektar (1.25 Millionen m²) begrünt. Ziel der Umweltbehörde ist es, bis 2020 180 Hektar begrünte Dachflächen zu erreichen. Würde man alle 2.800 Hektar Flachdächer Hamburgs begrünen, wären 42 Prozent der Gesamtdachfläche grün.

Wer wird gefördert? Und wie viel gibt es?
Pro Maßnahme gibt es Zuschüsse für Private wie Unternehmen von 30 bis maximal 60 Prozent (Zuschläge u.a. bei: Lage in der inneren Stadt, Aufstellung in Kombination mit Solarmodulen, Dach mit Garten, Sportplatz oder Grünanlage) der Herstellungskosten, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Grundförderung startet bei 14 Euro je Quadratmeter begrünte Fläche und die maximale Förderhöhe beträgt 50.000 € je Gebäude. Gefördert werden Dachbegrünungen auf oberirdischen Geschossen von Wohn- und Nichtwohngebäuden, die freiwillig durchgeführt werden und nicht aufgrund rechtlicher Regelungen erforderlich sind.  Die Hamburgische Investitions- und Förderbank berät bei allen Fragen zur Förderung und begleitet Sie beim Antragsverfahren. Ansprechpartnerin ist Frau Gebhardt, Tel.: (040) 248 46-345, Mo-Do, 8-16.30, Fr 8-14.

Weitere Informationen unter:  http://www.hamburg.de/gruendach  oder unter www.ifbhh.de/gruendachfoerderung

P.S.: Haben Sie gewusst, dass es eine spezielle Saatmischung mit dem Namen „Hamburger Naturdach“ gibt? Da natürliche Standorte mit Trocken- und Magerrasenvegetation in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind, hat die Umweltbehörde gemeinsam mit dem NABU und dem Verein Deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten (VWW e.V.) eine Pflanzenliste mit regionalen Arten für extensive Gründächer entwickelt. Es gibt eine Mischung für sonnige und eine andere für halbschattige Bedingungen. Beide bestehen aus ausgewählten Kräutern wie Schafgarbe, Reiherschnabel, Strand-Grasnelke, Thymian oder Habichtskraut und aus Gräsern wie Waldzwenke, Zittergras oder Schafschwingel. Sie bieten Hummeln, Schmetterlingen  und Bienen reichlich Nahrung - und Bodenbrüter finden Nistplätze.

 Rückfragen der Medien:

Behörde für Umwelt und Energie

Pressestelle,

Tel.: 040 / 428 40 - 3065

 

 

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