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Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz

200 zusätzliche Schlafplätze für obdachlose Menschen

Am 1. November beginnt das diesjährige Winternotprogramm

19.10.2008

Obwohl wohnungslose Menschen einen Anspruch auf öffentliche Unterbringung haben, nehmen viele obdachlose Menschen dieses Hilfsangebot erst an, wenn die Witterung und niedrige Temperaturen eine Übernachtung draußen nahezu unmöglich machen. Um dieser verstärkten Nachfrage gerecht zu werden und Schutz vor Kälte zu bieten, führt die Sozialbehörde auch in diesem Jahr das Winternotprogramm durch.

Unterkunft für Obdachlose in einem Wohncontainer

(Unterkunft für Obdachlose)

Ab 1. November 2008 stellt sie mindestens 200 zusätzliche Schlafplätze für obdachlose Menschen zur Verfügung. Da das Winternotprogramm in den vergangenen Jahren aufgrund der Wetterlage immer in den April hinein verlängert wurde, ist es bis zum 15. April 2009 terminiert und wird wenn nötig weiter fortgeführt. Auch die Zahl der zusätzlichen Schlafplätze wird bei Bedarf aufgestockt. Die Sozialbehörde fördert das Winternotprogramm mit rund 400.000 Euro.

„Niemand muss in Hamburg auf der Straße übernachten. Mit dem Winternotprogramm stellen wir 200 zusätzliche Schlafplätze für obdachlose Menschen zur Verfügung, die sonst kaum oder keine derartigen Hilfsangebote in Anspruch nehmen“, sagt Sozialsenator Dietrich Wersich. „Das Winternotprogramm gibt den Betroffenen damit eine zusätzliche Möglichkeit, sich beraten zu lassen und in das bestehende Hilfesystem integriert zu werden. Im vergangenen Jahr wurden auf diese Weise rund 120 Männer und Frauen in eigenen Wohnraum oder andere Einrichtungen vermittelt.“

Wo gibt es Schlafplätze im Rahmen des Winternotprogramms?

  • 15 Schlafplätze bietet der Träger „fördern und wohnen“ in der Übernachtungsstätte „Pik As“ in Einzelzimmern für obdachlose Männer und Paare mit Hunden an.
  • Weitere 100 Schlafplätze des Trägers „fördern und wohnen“ stehen in der Wohnunterkunft Sportallee zur Verfügung. Die Zwei-, Drei- und Vierbettzimmer sowie die Sanitär- und Küchenräume befinden sich in einem Gebäude, in dem es auch spezielle Beratungsräume gibt. In ihnen werden die obdachlosen Menschen von Sozialarbeitern individuell beraten und in das weitergehende Hilfesystem vermittelt.
  • 85 Schlafplätze werden über das Stadtgebiet verteilt in Wohncontainern von elf Kirchengemeinden, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, der evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik, der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und der Heilsarmee angeboten. Die meisten Wohncontainer bestehen aus zwei Räumen für jeweils eine Person. In den übrigen Containern können bis zu drei Menschen übernachten. Besonders hervorzuheben sind zehn Plätze für obdachlose Frauen bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften sowie sechs Plätze für obdachlose Paare bei der Evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik.

Unbürokratische Vermittlung und kostenloser Pendelbus

Die Vermittlung der Schlafplätze erfolgt über folgende Stellen:

  • die Bahnhofsmission am Hamburger Hauptbahnhof;
  • die Tagesaufenthaltsstätte „Bundesstraße“ im neuen Diakoniezentrum für wohnungslose Menschen (Bundesstraße 101, Nähe U-Bahn-Station Christuskirche);
  • für Frauen zusätzlich durch den Tagestreff für obdachlose Frauen „Kemenate“ (Charlottenstraße 30, Nähe U-Bahn-Station Emilienstraße).

Ein Pendelbus des Caritasverbandes, der durch die Sozialbehörde finanziert wird, bringt die obdachlosen Menschen jeden Abend kostenlos von der Bahnhofsmission zur Wohnunterkunft Sportallee.

Gute Inanspruchnahme des Winternotprogramms 2007/2008

Das Winternotprogramm 2007/2008 wurde von den obdachlosen Menschen insgesamt sehr gut angenommen. Die Container-Schlafplätze u. a. bei den Kirchengemeinden waren durchschnittlich zu 98 Prozent ausgelastet, die Übernachtungsplätze in der Wohnunterkunft Sportallee durchschnittlich zu 77 Prozent.

Durch die im Rahmen des Winternotprogramms vor Ort stattfindende Beratung wurden rund 120 obdachlose Menschen in eine Wohnunterkunft (46 Personen), eine Wohnung (45 Personen) oder in eine andere Einrichtung wie Wohnprojekte, Therapieeinrichtungen, Pflegeheime, Kirchenkaten oder ins Elternhaus vermittelt, sodass sie ihr Leben in der Obdachlosigkeit beenden konnten.

Weitere Hilfs- und Unterstützungsangebote in Hamburg

Von den in Hamburg ganzjährig zur Verfügung stehenden Plätzen in Wohnunterkünften werden derzeit rund 2.500 Plätze von wohnungslosen Menschen genutzt. Zudem können wohnungslose Menschen in Einrichtungen und Projekten von Trägern der Freien Wohlfahrtspflege wohnen und betreut werden (rund 280 Plätze).

Wohnungslosen Menschen stehen außerdem die Fachstellen für Wohnungsnotfälle zur Verfügung. Ihre Aufgabe ist es, Wohnungen an wohnungslose Menschen zu vermitteln und bereits bestehenden Wohnraum zu sichern, wenn ein Verlust droht.

Trotz vorhandener Hilfsangebote gibt es obdachlose Menschen, die ein Leben auf der Straße jeder anderen Wohnform vorziehen. Auch für diese Menschen gibt es umfassende niedrigschwellige Angebote. Sechs Tagesaufenthaltsstätten geben obdachlosen Menschen die Möglichkeit zu duschen, ihre Wäsche zu waschen, sich beraten oder auch ärztlich untersuchen zu lassen. Die obdachlosen Menschen erhalten zu essen und können eine Postadresse einrichten lassen. Weitere Anlaufstellen für obdachlose Menschen sind Bahnhofsmissionen, Suppenküchen und Essensausgabestellen. Eine Krankenstube mit 14 Betten und die „Mobile Hilfe“ bieten täglich eine medizinische und pflegerische Versorgung. Seit Mitte 2005 sind zudem Straßensozialarbeiter in der Innenstadt und in den Bezirken unterwegs, die obdachlose Menschen vor Ort beraten, betreuen und in das Hilfesystem integrieren.

Insgesamt unterstützt und fördert die Sozialbehörde das Hilfesystem für wohnungslose und obdachlose Menschen im Jahr 2008 mit rund 37 Mio. Euro.

Im kommenden Jahr führt die Sozialbehörde nach 2002 erneut eine Untersuchung über obdachlose, auf der Straße lebende Menschen in Hamburg durch, um aktuelle Informationen über ihre Situation und Anregungen für mögliche Verbesserungen des Hilfesystems zu erhalten.

Weitere Informationen über Unterstützungsmaßnahmen für obdachlose Menschen in Hamburg gibt es im Internet unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit 

Kontaktmöglichkeit
Pressestelle der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Julia Seifert Pressesprecherin Soziales und Familie Hamburger Straße 47 22083 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42863-2889 040 42863-3849 pressestelle@bsg.hamburg.de