Behörde für Schule und Berufsbildung

Neugründung Hamburg schlägt Frankreich die Gründung eines deutsch-französischen Gymnasiums in Hamburg vor

Deutsch-französische Zusammenarbeit im Bildungsbereich und Wirtschaftsstandort Hamburg sollen gestärkt werden

Die Freie und Hansestadt Hamburg beabsichtigt zum Schuljahr 2020/21 ein deutsch-französisches Gymnasium (DFG) am Standort Struenseestraße in Altona-Altstadt in einem attraktiven Neubau zu errichten. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, zugleich Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, hat dem französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault einen entsprechenden Vorschlag übermittelt. Der Vorschlag sieht vor, dass das private Gymnasium Lycée Français (Lokstedt) in einem neuen deutsch-französischen Gymnasium aufgeht und der Schulstandort Struenseestraße so weiterentwickelt wird.

Struensee Gymnasium, Lycée Français de Hambourg, bilingual, PMBildung

Schulsenator Ties Rabe: „Das neue deutsch-französische Gymnasium in Hamburg ist eine besondere Chance für ganz Hamburg und ein zukunftsträchtiges Modell nach dem Vorbild anderer, erprobter und gut funktionierender Gymnasien in Deutschland und Frankreich. Das große, verkehrsgünstig gelegene Schulgelände des Struensee-Gymnasiums und entsprechende bauliche Erweiterungen bilden gute Voraussetzungen, um am neuen Standort die gute Zusammenarbeit mit dem Lycée Français erfolgreich fortzusetzen. Gleichzeitig wird durch diese Neugründung der Schulstandort Struenseestraße weiter aufgewertet."

Der Senat der Freien und Hansestadt befindet sich seit Juni 2016 in Sondierungsgesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierung der Republik Frankreich.

Die Gründung des deutsch-französischen Gymnasiums in Hamburg soll dazu beitragen, die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bildungsbereich in Hamburg und damit den Wirtschaftsstandort Hamburg zu stärken. Damit bekommt Hamburg ein Alleinstellungs-Merkmal für ganz Norddeutschland. Auch wird den Wünschen der französischen Gemeinschaft in Hamburg sowie vieler deutscher und deutsch-französischer Familien entsprochen.

Mit der Gründung des deutsch-französischen Gymnasiums in Hamburg wird das „Lycée Français de Hambourg“ (derzeit Ersatz- und Ergänzungsschule) in ein von Frankreich und Hamburg kooperativ geführtes staatliches Gymnasium mit bilingualem Profil und internationaler Ausrichtung überführt. Die Planungen sehen vor, dass es auch weiterhin für französischsprachige Schülerinnen und Schüler, die nur kurzfristig in Hamburg wohnen, möglich sein wird, ein französisches Baccalauréat zu erwerben.

Vor allem folgende Ziele sollen verfolgt werden:

  • Weiterentwicklung von Angeboten für französischsprachige Schülerinnen und Schüler, die ihren Lebensmittelpunkt nur kurzzeitig in Hamburg haben (zum Beispiel Kinder französischer Ingenieure, die aufgrund der besonderen wirtschaftlichen Verflechtungen Frankreichs in Hamburg sind)
  • Schaffung von besonderen Angeboten zur Integration schulpflichtiger französischsprachiger Neubürger (zum Beispiel besondere Sprachkurse).

Die Schülerinnen und Schüler können zukünftig am DFG alle deutschen und französischen Bildungsabschlüsse sowie das international angesehene deutsch-französische Abitur erwerben.
Grundlage für den Vorschlag bildet das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über die deutsch-französischen Gymnasien und das deutsch-französische Abitur aus 2002 sowie die Vereinbarung über die Rechtsstellung der deutsch-französischen Gymnasien von 1976. Vorbild für das deutsch-französisches Gymnasium in Hamburg sind die deutsch-französischen Gymnasien in Saarbrücken, Freiburg und in Bùc (bei Paris).

Vertreterinnen und Vertretern der französischen Regierung und des Senates der Freien und Hansestadt Hamburg beginnen im Oktober 2016 mit der Erarbeitung von konkreten Umsetzungsvorschlägen, um den beteiligten Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften und dem nicht-pädagogischen Personal des Lycée Antoine de Saint-Exupéry eine klare Perspektive zu geben.

Die französische Schule „Lycée Antoine de Saint-Exupéry de Hambourg“ (LFH) ist eine vom französischen Bildungsministerium anerkannte Einrichtung, die in das Netzwerk der französischen Agentur für das Auslandsschulwesen (AEFE) integriert ist. Das LFH wird zurzeit von insgesamt 890 Schülerinnen und Schüler aus 30 Nationalitäten besucht, die sich vom Kindergarten bis hin zur Abschlussklasse „Terminale“ verteilen. www.lfh.de/

Das Struensee-Gymnasium in Altona-Altstadt wurde zum aktuellen Schuljahr neu gegründet und ist mit 115 Schülerinnen und Schülern in vier Klassen gestartet.

www.hamburg.de/anmeldeschulen/altona/4624508/struensee-gymnasium/