Behörde für Schule und Berufsbildung

Austausch Bildung: Schulische Qualität in Hamburg und Schleswig-Holstein im Fokus

Erste gemeinsame Arbeitstagung der Bildungs-Behördenspitzen der beiden Bundesländer

„Wir arbeiten vertrauensvoll und zielorientiert miteinander“, sagten heute die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Britta Ernst und ihr Hamburger Amtskollege, Bildungssenator Ties Rabe, in Hamburg. Vorangegangen war die erste gemeinsame Arbeitstagung der Leitungsstäbe und Abteilungsleitungen von Ministerium für Schule und Berufsbildung (Schleswig-Holstein) und Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung im Rathaus der Hansestadt. Im Vordergrund der Gespräche standen unter der Überschrift Bildungsqualität die Themen externe Evaluation, Lehrkräfteaus- und -fortbildung sowie die zentralen Abiturprüfungen 2017.

Schulqualität in Hamburg und Schleswig-Holstein im Fokus

Ernst und Rabe erinnerten in Hamburg auch an die Vereinbarungen der beiden Länder zum gegenseitigen Schulbesuch und betonten, die Zusammenarbeit der beiden Länderbehörden sei von „einem grenzüberschreitenden Geist getragen“. Mit dem neuen Gastschulabkommen, das am 1. Januar 2017 in Kraft trete, sei das jedenfalls gut gelungen; damit gebe es ab dem Schuljahr 2017/18 erstmals für die allgemeinbildenden Schulen länderübergreifend die freie Schulwahl nach der vierten oder zehnten Jahrgangsstufe von Schleswig-Holstein nach Hamburg, von Hamburg nach Schleswig-Holstein faktisch unbegrenzt.

In der Lehrerfortbildung, zum Thema Schulentwicklung und Schulfeedback gebe es zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg ebenfalls einen guten und intensiven Austausch, wurde betont. So sollen im kommenden Jahr sechs schleswig-holsteinische Evaluatorinnen und Evaluatoren des schleswig-holsteinischen Schulfeedbacks in Hamburg ausgebildet werden. „In beiden Ländern steht die Frage der schulischen Qualität ganz oben auf der Tagesordnung“, hoben Ministerin Ernst und Senator Rabe hervor. Darauf würden auch die Verbesserungen beim IQB-Ländervergleich in beiden Bundesländern zurückgeführt.

Auch die Zusammenarbeit in der Abiturprüfung war ein Thema der Arbeitstagung in Hamburg. Bereits seit 2014 würden in Hamburg und Schleswig-Holstein im Rahmen einer mittlerweile acht Länder umfassenden Kooperation in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch Teile der Abiturprüfung länderübergreifend entwickelt und zeitgleich in der Prüfung eingesetzt. Ziel sei es, die Vergleichbarkeit der Abiturprüfung in den Bundesländern weiter auszubauen. Dabei gewinne die länderübergreifende Zusammenarbeit ab 2017 eine neue Qualität: Erstmals verwendeten alle 16 Länder in den ländereigenen Abiturprüfungen auch Aufgaben aus einem von der Kultusministerkonferenz (KMK) in Zusammenarbeit mit dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zusammengestellten Aufgabenpool, dessen Aufgaben auf den 2012 beschlossenen Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife basierten.

Ernst und Rabe verabredeten, dass Schleswig-Holstein und Hamburg ihre Kooperation sowohl im Rahmen des Aufgabenpools als auch bilateral fortsetzen mit dem Ziel, die Zahl der länderübergreifend eingesetzten Aufgaben weiter auszubauen.

Ministerin Ernst und Senator Rabe verabredeten, den gemeinsamen Austausch mit ihren Abteilungsleitungen im kommenden Frühjahr in Kiel fortzusetzen. Thema sollte dann das Lernen mit digitalen Medien sein.