Senatskanzlei

Senatsempfang 70 Jahre DER SPIEGEL

Senatsempfang mit rund 400 Gästen

Im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses haben heute Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, die Bundesministerin der Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen und der SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer die siebzigjährige Geschichte des Nachrichtenmagazins gewürdigt.

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70 Jahre DER SPIEGEL

Rede des Ersten Bürgermeisters

Unter den Gästen fanden sich mehrere Vertreter der Familie Augstein, die Geschäftsführer des SPIEGEL-Mehrheitsgesellschafters Mitarbeiter KG, Gruner + Jahr-CEO Julia Jäkel, die ehemaligen Chefredakteure Stefan Aust, Werner Funk, Wolfgang Kaden, Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron sowie prominente Vertreter aus Politik und Medien.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: „Wir feiern heute mit 70 Jahren DER SPIEGEL einen kritischen Begleiter der Bundesrepublik Deutschland, der inzwischen nicht nur unverzichtbar, sondern selbst so etwas wie eine demokratische Institution geworden ist. Die Wahrheit ist nichts Beliebiges und nichts strategisch Disponibles. Sie ist etwas, das wir als Gesellschaft identifizieren müssen und das wir zur Grundlage unseres Handelns machen sollten. Voraussetzung für die Demokratie ist schließlich, dass wir Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden und so auch Lügen als Lügen enttarnen können. Redaktionen sind doch vor allem so etwas wie Wahrheitssuchmaschinen. Und die Trefferquoten der SPIEGEL-Redaktion zählen dank Ihrer Kompetenz und Ihrer Urteilskraft zu den besten.“

Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen: „Das Nachrichtenmagazin, das wir heute feiern, ist ein wahrer „Spiegel“ der offenen Gesellschaft. Der SPIEGEL ringt täglich um Wahrhaftigkeit und Fairness. Er wägt immerfort, welchen Meinungen wie viel Raum gebührt, wieviel Respekt vor Institution und Person angemessen ist. Dabei schont er nicht und er wird nicht geschont. Ohne Demokratie wäre der SPIEGEL nicht möglich – er steht immer wieder vor der Aufgabe, seine Ausdrucksform den neuen Zeiten anzupassen und gleichzeitig seine journalistischen Grundwerte zu bewahren. Der SPIEGEL ist ein erfahrener und unbeugsamer Advokat der Freiheit des Wortes. Politik und Medien müssen nach 70 Jahren wieder aufstehen  für die offene und liberale Gesellschaft. Keinesfalls gemeinsam, aber für das gemeinsame Ganze."

SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer: „Wichtige Zeiten für den SPIEGEL sind das, es sind Zeiten, die den SPIEGEL brauchen. Lügner müssen Lügner genannt werden. Rassisten sind zu beschreiben als das, was sie sind. Die Suche nach der Wahrheit ist aufwendig, sie verlangt Korrespondenten und gut ausgebildete Redakteure und Dokumentare, das Gegenteil also von „churnalism“, wie der Fließbandjournalismus in Großbritannien heißt, also das mediale Verwursten von PR-Mitteilungen oder Klatsch. Recherche und Aufklärung bleiben nötig und sind ja gerade in diesen Zeiten auf ungeahnte Weisen möglich – wir sollten sie uns leisten. Medien können und müssen nach wie vor recherchieren, was stimmt, und sagen, was ist.“

Hintergrund

DER SPIEGEL erschien erstmalig am 4. Januar 1947 in Hannover als Nachfolger der Zeitschrift "Diese Woche“. Seit der ersten Ausgabe war Rudolf Augstein Chefredakteur und Herausgeber des Magazins. 1952 erfolgte der Umzug des Verlages von Hannover nach Hamburg.

Rückfragen der Medien

Dr. Svenja Zell
Pressestelle des Senats
Telefon: 040 42831-2182
E-Mail: svenja.zell@sk.hamburg.de