Bürgerschaft aktuell: Senator Wersich äußert sich zur Schuldnerberatung
„Nicht erst die Finanzkrise hat viele Menschen in die Schuldenfalle getrieben. Jeder zwölfte Haushalt in Deutschland kann seine Schulden nicht bezahlen, entsprechend groß ist die Nachfrage nach Schuldnerberatung. Mit einer Mittelaufstockung um 25 Prozent für die öffentlich finanzierten Beratungsstellen wollen wir erreichen, dass in Zukunft noch mehr verschuldete Menschen binnen kurzer Zeit qualifizierte Hilfe und Beratung erhalten und somit einen Weg finden, ihre Situation zu bewältigen“, sagt Hamburgs Sozialsenator Dietrich Wersich im Vorfeld der heutigen Bürgerschaftssitzung, in der auch die Schuldnerberatung Thema sein wird.
Im Jahr 2007 haben sich rund 2.800 Ratsuchende an die Schuldnerberatung in Hamburg gewendet. 2.200 Verbraucherinsolvenzverfahren konnten erfolgreich abgeschlossen werden – mehr als dreimal so viele wie 2001. Die Abbrecherquote sank von 44 Prozent in 2001 auf 6,3 Prozent in 2007. Die in 2008 vorübergehend eingetretene Verlängerung der Wartezeit ist auf Unsicherheiten im Zuge des Vergabeverfahrens der Schuldnerberatung zurückzuführen. Nach dem erfolgten Abschluss des Vergabeverfahrens werden sich diese Zahlen wieder normalisieren.
Sozialsenator Wersich: „Deutlich weniger Abbrecher als noch vor einigen Jahren und mehr erfolgreich abgeschlossene Verfahren – das zeigt: Die Schuldnerberatung in Hamburg ist auf einem guten Weg und niemand wünscht sich frühere Zeiten zurück. Allerdings gibt es auch jetzt noch Nachbesserungsbedarf, weswegen wir die Aufwendungen um ein Viertel aufstocken werden.“
Ab 2009 stellt die Sozialbehörde jährlich zusätzlich 776.000 Euro für die öffentlich finanzierte Schuldnerberatung zur Verfügung. Insgesamt belaufen sich die Mittel damit im kommenden Jahr auf rd. 3,9 Mio. Euro. Eine Zielsetzung ist, durch diese Mittelaufstockung unter anderem die Fallzahlen in der Beratung zu erhöhen.

Mister Wong
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