Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Aufarbeiten, was geschah Beratungsstelle der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ nimmt Arbeit zum 1. April auf

Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie persönliches Leid erfahren haben

Bei der neuen Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ können Menschen, die als Kinder und Jugendliche zwischen 1949 und 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. 1949 und 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie persönliches Leid erfahren haben, ihre Ansprüche auf Unterstützungs- und Anerkennungsleistungen anmelden. Die zuständige Anlauf- und Beratungsstelle in Hamburg nimmt zum 1. April 2017 die Arbeit auf. Zu diesem Anlass findet am 20. März eine gemeinsame Auftaktveranstaltung der Stadt Hamburg und der Evangelischen Stiftung Alsterdorf statt.

Beratungsstelle der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ Hamburg

Bis in die 1970er Jahren wurden Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie zum Beispiel gegen ihren Willen fixiert und physisch bestraft. Viele erhielten keine adäquate Schulbildung und mussten Arbeit verrichten, für die keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden. 

Solche Geschehnisse hat der „Runde Tisch Heimerziehung“ zwischen 2009 und 2011 ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Zur Anerkennung des Leids und Unrechts haben der Bund, die Länder und die Kirchen bereits zu Jahresbeginn 2017 die Stiftung Anerkennung und Hilfe gegründet. Insgesamt werden 288 Millionen Euro für wissenschaftliche Aufarbeitung und persönliche Unterstützungsleistungen aufgebracht.

Senatorin Dr. Melanie Leonhard: „Viele Betroffene leiden noch heute unter den seelischen und körperlichen Folgen. Es ist wichtig, dass dieses Leid und Unrecht nun deutlich als solches anerkannt wird und Betroffene zügig eine Unterstützungsleistung erhalten.“

Betroffene, die noch heute unter Folgewirkungen leiden, können eine einmalige pauschale Geldleistung von 9.000 Euro erhalten. Darüber hinaus wird eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5.000 Euro gezahlt, sofern sie dem Grunde nach sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, ohne dass dafür Sozialversicherungsbeiträge abgeführt wurden.

Personen, die als Kinder oder Jugendliche in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie untergebracht waren und die heute in Hamburg wohnen, können sich bis zum 31. Dezember 2019 bei der Anlauf- und Beratungsstelle im Versorgungsamt Hamburg melden:

Beratungsstelle der Stiftung "Anerkennung und Hilfe"
Adolph-Schönfelder-Straße 5, 22083 Hamburg
Telefon: 115 (Mo-Fr 7-19 Uhr)
E-Mail: stiftung-anerkennung-hilfe@basfi.hamburg.de

Weiterführende Informationen gibt es auf der bundesweiten Webseite www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de.

Gemeinsame Veranstaltung der Sozialbehörde mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf 

In Hamburg waren damals viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in den Alsterdorfer Anstalten untergebracht. Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf informiert die Sozialbehörde über die Unterstützungsleistung der neuen Stiftung Anerkennung und Hilfe. Senatorin Dr. Melanie Leonhard und Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas sowie Betroffene werden zu Wort kommen. Darüber hinaus wird Dr. Ulrike Winkler die damaligen Geschehnisse durch einen geschichtswissenschaftlichen Beitrag beleuchten.

Die Veranstaltung findet statt:

Montag, 20. März 2017, 16- 19 Uhr
Kulturküche, Alsterdorfer Markt 18, 22297 Hamburg

Interessierte sind herzlich eingeladen!