Behörde für Kultur und Medien

Konferenz „Sharing is Caring“ am 20. und 21. April 2017 lotet Modelle und Chancen des digitalen Teilens aus

 

„Sharing is Caring“ am 20. und 21. April 2017 lotet Modelle und Chancen des digitalen Teilens aus

Die Digitalisierung hat starke Auswirkungen darauf, wie kulturelles Erbe in der Öffentlichkeit wahrgenommen, erinnert und genutzt wird. Teilen wir digitalisierte Kulturschätze im Internet und wenn ja, wie? Wem gestatten wir diese zu nutzen, um neue kreative Inhalte und Ideen zu entwickeln und Wissen zu mehren? Diese Fragen stellen sich für alle Kultur- und Gedächtnisinstitutionen. Die Überlegungen zur freien Nutzung des digitalisierten Kulturerbes gehen jedoch über die gegenwärtigen Debatten zu Urheber- und Nutzungsrechten hinaus. Die Digitalisierung bietet große Chancen, viele Bevölkerungsgruppen am Kulturerbe teilhaben zu lassen und durch die Auseinandersetzung mit Objekten das Verständnis für die eigene Identität und andere Kulturräume zu fördern. Auf der Konferenz „Sharing is Caring – Hamburg Extension“ am 20. und 21. April 2017 diskutieren internationale Experten aus Europa, Neuseeland und den USA über neue Modelle der Verbreitung und Verwendung von Kulturerbe und über die damit verbundenen Potenziale und Herausforderungen.

Das Motto der Tagung „Building Connectivity through Cultural Heritage“ verbindet Vorträge und Workshops zu Forschung und Praxis aus Kultur, Politik, Zivilgesellschaft, IT- und Kreativwirtschaft. „Sharing is Caring“ wird seit 2011 vom Statens Museum for Kunst in Kopenhagen (SMK) organisiert. Die erste Tagung außerhalb Dänemarks findet in Hamburg statt, wo das Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) als erstes Kunstmuseum in Deutschland seit 2015 eine freie digitale Nachnutzung seiner nicht mehr urheberrechtlich geschützten Bestände erlaubt. Ausgerichtet wird die Tagung in deutscher und englischer Sprache vom Institut für Kulturanthropologie der Universität Hamburg und dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Programm, Anmeldung und Tickets zu 55 Euro unter http://sharecare.nu/hamburg-2017/, #sharecarex

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Seit über 10 Jahren werden in den Hamburger Museumsstiftungen Kunstwerke systematisch in Datenbanken erfasst, gescannt und mit wissenschaftlichen Informationen versehen. Diese Arbeiten haben zu einer enormen Fülle an Daten geführt, die bislang zum weit überwiegenden Teil nur den Museen selbst zu Gute kommen. Im Rahmen der gesamtstädtischen open-data-Strategie fördert die Behörde für Kultur und Medien zahlreiche Projekte, mit denen dieses Gut der Öffentlichkeit digital zugänglich gemacht werden soll. Der offene Umgang mit den Daten durch eine kreative Öffentlichkeit kann dabei zu spannenden Dialogen mit den Kultureinrichtungen führen und deren Blickwinkel erweitern. Solche Kulturdaten sollten nach Möglichkeit öffentlich verfügbar sein.“

Prof. Dr. Sabine Schulze, Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg: „Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg wurde 1877 eröffnet, um zu neuen kreativen Schöpfungen zu inspirieren und um Wissen weiterzugeben. Die freie Weitergabe von Daten und Mediendateien der digitalisierten Sammlungsobjekte erweitert unseren Gründungsauftrag nun in den digitalen Raum. Wir freuen uns ganz besonders, dass durch die Tagung ‚Sharing is Caring – Hamburg Extension‘ aufgezeigt wird, welche Potenziale die freie und uneingeschränkte Nachnutzbarmachung unseres gemeinsamen kulturellen Erbes für kreative Prozesse, Lernen und Innovation bieten kann.“

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg: „Für eine Universität der Nachhaltigkeit wie die Universität Hamburg erfüllt sich ihr Leitbild u. a. in dem Auftrag der wissenschaftlichen Bewahrung des kulturellen Erbes. Das geschieht durch die Erhaltung, Deutung und Erforschung historischer Zeugnisse. Um deren Zustand nicht zu schaden, digitalisiert die Universität historische Texte, Kunstwerke und andere Objekte in großem Stil im Rahmen ihrer ‚digital humanities‘. Wie und in welchem Umfang diese Digitalisate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können und sollen, sind entscheidende Fragen.“

In den Vorträgen und Workshops geht es u.a. um Fragen zu Open Access, der kreativen und kommerziellen Nachnutzung und Lizensierung von digitalisiertem Kulturerbe, Datenkompetenzen und digitaler Teilhabe.

Die Hamburger Konferenz „Sharing is Caring – Hamburg Extension“ wird gefördert durch Wikimedia Deutschland e.V. und die Hamburg Kreativ Gesellschaft.

Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie unter

http://sharecare.nu/hamburg-2017

Rückfragen der Medien  

Enno Isermann | Pressestelle Behörde für Kultur und Medien
Telefon: 040 / 428 24 - 207
E-Mail: enno.isermann@bkm.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bkm

 

Michaela Hille | Pressestelle im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Telefon: 040 / 428134-800
E-Mail: michaela.hille@mkg-hamburg.de
Internet: www.mkg-hamburg.de

 

Samantha Lutz | Universität Hamburg
Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie
Telefon: 040 / 42838 2014
E-Mail: samantha.lutz@uni-hamburg.de