Behörde für Umwelt und Energie

Projekt Aurora für den Schmetterling

NABU will Lebensräume für Falter schaffen - Umweltsenator übernimmt Schirmherrschaft

Mehr Schutz für die Schmetterlinge in unserer Stadt. Darum will sich „Aurora“, ein Projekt des NABU Hamburg, mit seiner Fachgruppe Entomologie ab sofort verstärkt einsetzen. Die Schirmherrschaft des Projekts hat Umweltsenator Jens Kerstan übernommen, der heute den offiziellen Startschuss auf der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe gab.

Aurora für den Schmetterling

Ziel von „Aurora“ ist es, in Hamburg Lebensräume für Falter und andere Insekten zu schaffen, etwa durch die schmetterlingsgerechte Pflege von Grünflächen. Hier geht Hamburg Wasser als erster Projektpartner seit diesem Frühjahr mit gutem Beispiel voran und hat die Mahd auf dem Außengelände so angepasst, dass Schmetterlinge höhere Chancen haben, ihre Entwicklung vom Ei über Raupe und Puppe bis zum fertigen Falter zu vollziehen.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Schmetterlinge bereiten nicht nur uns Menschen Freude, sondern sind gleichzeitig wichtige Indikatoren für funktionierende Ökosysteme. Der zunehmende Rückgang vieler Insektenarten ist alarmierend und Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich. Daher unterstütze ich den NABU mit seinem Projekt Aurora und den Einsatz für die Schmetterlinge in Hamburg.“

Als erster Aurora-Partner konnte Hamburg Wasser gewonnen werden. Geschäftsführer Dr. Michael Beckereit stellte vor, was auf der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe schon für die Falter geschehen ist: „Wir haben bereits begonnen, eine schmetterlingsgerechte Pflege umzusetzen, indem Teilflächen zu unterschiedlichen Zeiten gemäht werden. Nun wollen wir diesen Ansatz auch auf weiteren Flächen von Hamburg Wasser umsetzen, da kein betrieblicher Mehraufwand entsteht.“

Genau so stellt sich Tobias Hinsch, Geschäftsführer des NABU Hamburg, die Zusammenarbeit im Projekt Aurora vor: „Der NABU allein kann den Bestand der Schmetterlinge in Hamburg nicht retten. Dank des fachlichen Know-hows unserer Insektenexperten können wir jedoch Firmen und Verwaltungen beraten und mithelfen, schmetterlingsgerechte Mahdkonzepte für Betriebsgelände oder Grünflächen zu erstellen. Gemeinsam mit starken Partnern können wir entscheidend zum Schutz der Schmetterlinge in unserer Stadt beitragen.“

Auf was es dabei ankommt, machte NABU-Insektenexperte und Aurora-Initiator Frank Röbbelen abschließend bei einem Rundgang über die Elbinsel Kaltehofe noch einmal deutlich: „Bessere Lebensbedingungen für Schmetterlinge und andere Insekten auf den Grünflächen der Stadt können vor allem dadurch geschaffen werden, dass Pflegemaßnahmen wie die Mahd an den Lebenszyklus von Schmetterlingen angepasst werden. Sehr wichtig ist dabei die stärkere Berücksichtigung der Tiere und ihrer Lebensweise in den Pflege- und Entwicklungsplänen der Naturschutzgebiete. Im Rahmen von Aurora setzt sich der NABU Hamburg für diese Ziele ein.“

Die Umweltbehörde selbst hat seit 2009 ein Artenmonitoring für Tagfalter ins Leben gerufen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen soll demnächst eine neue Rote Liste entstehen, in der auch die Gefährdung und Empfehlungen zu einem besseren Schutz der Tagfalter in Hamburg erarbeitet werden sollen.

Hintergrund:
Deutschlandweit ist ein starker Rückgang der Insektenbestände zu verzeichnen. Auch in Hamburg ist der Bestand der Schmetterlinge in den letzten 50 bis 100 Jahren erheblich zurückgegangen. Die weitaus meisten Tagfalter stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, etwa die Hälfte der vor 100 Jahren in Hamburg vorkommenden Arten ist verschwunden. Hauptgründe für diesen rapiden Rückgang sind der zunehmende Flächenverlust, die Isolation von Populationen, der Einsatz von Pestiziden, der hohe Eintrag von Nährstoffen sowie nicht faltergerechte Grünpflege und Biotopmanagement.

 

Rückfragen der Medien

Pressestelle der Behörde für Umwelt und Energie

Telefon: (040) 428 40 - 3065