Senatskanzlei

Empfang im Rathaus Scholz: Großer Respekt vor der Leistung der Civil20

Senatsempfang zum Civil20 Summit im Hamburger Rathaus

Am 18. und 19. Juni findet in der HafenCity Universität unter dem Motto „The World We Want“ der Civil20 Summit statt. Aus diesem Anlass hat der Erste Bürgermeister Olaf Scholz heute die rund 300 Teilnehmer des Gipfels und weitere Gäste aus Politik und Zivilgesellschaft im Hamburger Rathaus empfangen. 

Scholz: Großer Respekt vor der Leistung der Civil20

Scholz sprach in seinem Grußwort über die Chancen und Herausforderungen einer globalisierten Welt und stellte die zentrale Bedeutung der Zivilgesellschaft bei der Suche nach Lösungen für drängende Weltprobleme heraus: „Wir freuen uns sehr, dass ein so breites zivilgesellschaftliches Spektrum wie die Civil20 in unserer Stadt tagen. Ich habe großen Respekt vor dem, was die Civil20 und andere zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse im Vorfeld des G20-Gipfels geleistet haben. Wer die Papiere der Civil20 studiert, merkt schnell, wie außerordentlich ernsthaft dort gearbeitet und nach praktikablen Lösungen gesucht wird“, sagte Scholz.

Der Erste Bürgermeister forderte dazu auf, dass Konferenzen wie die G20 verstärkt in Ländern stattfinden sollten, in denen sich die Zivilgesellschaft frei an der Meinungsbildung und Gestaltung von Politik beteiligen könne: „Die Zivilgesellschaft ist in vielen Ländern unter Druck geraten, darunter auch manche Länder Europas. Es ist wichtig, dass wir bei diesem Gipfel zeigen: Das geht auch anders und es geht anders besser. Ein konstruktiver Umgang mit Meinungsverschiedenheiten ist möglich und bringt uns voran“, so Scholz.

In seiner Rede ging der Bürgermeister auch auf die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ein und sagte: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die G20 brauchen. Dass gegenwärtig bei zentralen Themen wie Freihandel, Klimaschutz und dem Umgang mit Flucht vor Krieg und Verfolgung keine Übereinkommen mehr gelingen, darf so nicht bleiben.“

Scholz forderte: „Millionen Menschen, vor allem Frauen, brauchen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung; wir brauchen wirksame Instrumente gegen Steuervermeidung und für das Durchsetzen der Standards für gute Arbeit weltweit; wir brauchen noch bessere Regeln für die globalen Märkte und eine Initiative, damit die voranschreitende Digitalisierung zur Chance für Emanzipation und Aufstieg werden kann. Das können wir nur schaffen, wenn wir den Gesprächsfaden in schwierigen Zeiten nicht reißen lassen und gerade auch mit denen verhandeln, deren Meinungen und Politik uns widerstreben.“

Im Anschluss sprach Martin Tsounkeu, General Representative des Africa Development Interchange Network (ADIN), als Vertreter der Zivilgesellschaft. Er dankte dem Ersten Bürgermeister für das herzliche Willkommen im Hamburger Rathaus: „Meine Stimme gehört heute nicht mir! Sie ist die Stimme mehrerer Hundert Vertreter der Zivilgesellschaft aus der ganzen Welt, die für den Civil20 Summit mobilisiert haben. Wir sind sehr erfreut über den Raum, den Ihre Stadt uns für diesen Empfang und den C20 Summit gibt.“, sagte Tsounkeu.

In seiner Rede betone der Präsident des afrikanischen Entwicklungsnetzwerks ADIN keine Zweifel daran zu haben, dass die Arbeit der Civil20 auch zu umsetzbaren Vorschlägen führen werde, die von den G20 aufgegriffen und implementiert werden könnten. Tsounkeu betonte aber auch, dass es mehr als nur eines Austausches zu kritischen globalen Fragen auf zivilgesellschaftlicher Ebene bedürfe: „Eine tiefgreifende, globale Kooperation die auf gemeinsamen Anstrengungen beruht und Veränderungen ermöglicht, ist dringend erforderlich“, sagte Tsounkeu.

Hintergrund:

Die Civil20 (C20) sind ein Zusammenschluss nationaler und internationaler zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich bereits seit 2009 jährlich formieren. Sie begleiten die Arbeit der G20 inhaltlich reflektierend und wollen der internationalen Zivilgesellschaft zu global relevanten Themen eine gemeinsame Stimme geben. Seit 2012 sind die C20 offiziell als sogenannte Engagement Group der G20 anerkannt. Jedes Jahr findet im Vorfeld des G20 Summit ein C20 Summit statt, an dem die internationale Zivilgesellschaft, nicht nur die der G20-Länder, ihre gemeinsamen Positionen präsentiert.

Rückfragen der Medien

Jan Pries
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