Behörde für Schule und Berufsbildung

Senat - Wirtschaft - Hochschulen „shift“ bringt Hamburgs Studienaussteigerinnen und Studienaussteiger in Berufsausbildung

Viele Betriebe suchen Nachwuchskräfte mit Hochschulerfahrung

Während fast 30 Prozent der Studierenden die Hochschule vor dem Bachelorabschluss verlassen, suchen die Unternehmen Fachkräftenachwuchs und Auszubildende. Der Hamburger Senat hat deswegen mit Partnern der Wirtschaft und den staatlichen Hochschulen eine Kooperation über „shift. Hamburgs Programm für Studienaussteiger/innen“ vereinbart. Die Kooperationspartner bieten ein Netzwerk zur abgestimmten Beratung, Vermittlung und Begleitung von Studienaussteigerinnen und -aussteigern in Ausbildung. Ziel ist, sie für Berufsbildung zu gewinnen und ihnen mit einem qualifizierten Abschluss eine Perspektive als Fachkräftenachwuchs in Hamburger Unternehmen zu eröffnen. Studienzweiflern wiederum helfen die Angebote der Hochschulen, um möglichst ihr Studium erfolgreich abschließen zu können.

1 / 1

„shift“ bringt Hamburgs Studienaussteigerinnen und Studienaussteiger in Berufsausbildung

Mit „shift. Hamburgs Programm für Studienaussteiger/innen“ hat sich auf Landesebene ein bundesweit einmaliges Bündnis zusammengeschlossen, das die federführende Behörde für Schule und Berufsbildung sowie die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, die sechs staatlichen Hochschulen, Handelskammer Hamburg, Handwerkskammer Hamburg, Agentur für Arbeit und den Unternehmensverband Nord (UV Nord) umfasst. Hinter dem Programm steht das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 1,36 Millionen Euro geförderte „Leuchtturmprojekt zur vernetzten Beratung, Vermittlung und Begleitung von Studienaussteiger/innen in Berufsbildung in Hamburg“ im Rahmen der 2015 geschlossenen Vereinbarung über Bildungsketten. Nach Ablauf der Förderung am 31. Dezember 2018 sind „shift“ und die Beratungs-Website www.shift-hamburg.de als langfristiges Angebot angelegt. Viele Unternehmen zeigen hohes Interesse an Nachwuchskräften mit Hochschulerfahrung und am nun vereinbarten abgestimmten Beratungs- und Vermittlungsangebot.

"shift" verbindet mehr als 30 Beratungs- und Vermittlungseinrichtungen in Hochschulen, Kammern, Verbänden zu einem wachsenden Netzwerk. Gemeinsames Ziel ist es, Studienaussteigerinnen und -aussteigern in einer ergebnisoffenen Erstberatung das passende Angebot für eine Fortsetzung des Studiums oder eine Berufsberatung mit Vermittlung in passende Ausbildung zu geben. Dafür arbeiten die Kooperationspartner eng zusammen und verweisen die Ratsuchenden jeweils an die geeigneten Partner. Zusätzlich können sich die jungen Menschen auf der Webseite shift-hamburg.de mit einem Beratungswegweiser und einer Beratungslandkarte über alle Angebote orientieren. Über social media-Kanäle bietet "shift" eine Plattform, um Studienaussteigerinnen und -aussteiger mit Unternehmen zusammenzubringen, und um über geeignete Ausbildungsangebote, Berufsbilder und Branchen zu informieren.

Ties Rabe, Senator für Schule und Berufsbildung: „Nicht für alle Abiturienten und Abiturienten ist ein Studium die richtige Wahl. Wenn sie sich an der Hochschule am falschen Platz fühlen, eröffnet ihnen eine Berufsausbildung vielfältige Karrierechancen. Wichtig ist, dass alle jungen Menschen einen für sie passenden qualifizierten Abschluss erreichen, sei es durch ein Studium oder eine Ausbildung. „shift. Hamburgs Programm für Studienaussteiger/innen“ setzt hier an und bietet eine Vielfalt an abgestimmten Beratungs- und Vermittlungsangeboten - für den Umstieg vom Studium in eine Berufsausbildung oder auch für einen gelingenden Studienabschluss.“ Zentrales Angebot des Programms wird die Website www.shift-hamburg.de mit Beratungswegweiser für Studienzweifler/innen und Studienaussteiger/innen sowie Informationen für Unternehmen. Im Juli startet eine Öffentlichkeitskampagne, die „shift“ und die abgestimmten Angebote bekannt machen soll.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Zweifel am Studium, das kennt fast jeder, der schon mal an einer Hochschule eingeschrieben war. Meistens lösen sie sich von alleine auf und wenn nicht, dann stehen die Einrichtungen den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Hochschulen haben umfassende Beratungs- und Unterstützungsangebote, die den Studienerfolg von jungen Menschen zum Ziel haben. Wer dennoch die Uni verlässt, sollte diese Entscheidung nicht als Scheitern, sondern als bewusste Wahl einer Alternative verstehen. Mit „shift“ gibt es jetzt ein Angebot, das gezielt Berufs- und Karriereperspektiven in Unternehmen aufzeigt. Das ist eine Bereicherung für Hamburg und für alle jungen Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen.“

Hjalmar Stemmann, Vizepräsident der Handwerkskammer Hamburg: „Studienaussteigerinnen und -aussteiger, die schon den Weg ins Handwerk gefunden haben, schätzen vor allem eins: Theorie und Praxis sind in der dualen Ausbildung direkt miteinander verknüpft. Die Auszubildenden wenden gelerntes Wissen jeden Tag an, sehen jeden Abend das Ergebnis ihrer Arbeit und erleben glückliche Kunden. Die Handwerkskammer Hamburg freut sich sehr über die Kooperation mit den Hamburger Hochschulen und der Behörde für Schule und Berufsbildung. Dabei soll niemand von den Universitäten abgeworben werden. Gemeinsames Ziel ist vielmehr, junge Menschen, die aus dem Studium aussteigen möchten oder müssen, gut über die Alternative duale Ausbildung zu informieren und über Schritte zum erfolgreichen Umstieg zu beraten.“

André Mücke, Vizepräses der Handelskammer Hamburg: "Hamburger Unternehmen suchen dringend Fachkräfte und stellen dabei auch gerne Studienaussteiger ein. Die Erfahrungen aus unserer Lehrstellenvermittlung 'Integrierter Ausbildungsservice' (INTAS) zeigen, dass viele junge Leute den Anforderungen der Mitgliedsunternehmen an den Fachkräftenachwuchs entsprechen. Wir informieren die Studienaussteiger über geeignete berufliche Ausbildungen und vermitteln sie nach einem Bewerbungstest direkt in ein passendes Unternehmen."

Alexander Busenbender, Bereichsleiter in der  Agentur für Arbeit Hamburg: „In der Phase der beruflichen Neuorientierung beraten wir auch Studienaussteigerinnen und –aussteiger zum regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Die 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Teams Akademische Berufe bieten donnerstags von 14 Uhr bis 18 Uhr offene Sprechstunden an oder vergeben kurzfristige Beratungstermine. Geht es konkret um den Wunsch einer Ausbildungsvermittlung, so koordinieren wir dies natürlich auch, schließlich wurden uns seit Oktober 2016 über 10.600 freie Ausbildungsstellen gemeldet, von denen aktuell noch knapp 4.600 über alle Branchen hinweg zu besetzen sind, gern auch mit ehemaligen Studenten.“

Prof. Dr. Sönke Knutzen, Technische Universität Hamburg: „In den letzten Jahren haben wir eine Reihe innovativer Maßnahmen eingeführt, um unsere Studierenden auf dem Weg zu ihrem erfolgreichen Studienabschluss zu begleiten. Gleichwohl übernehmen wir auch für diejenigen Verantwortung, die ihr Studium aus unterschiedlichen Gründen nicht erfolgreich abschließen wollen oder können. Daher begrüßen wir die Initiative "shift". Hamburgs Programm für Studienaussteiger/innen" ausdrücklich."

Weitere Informationen zum Programm

Mit der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) setzt die Freie Hansestadt Hamburg (FHH) das Konzept im „Leuchtturmprojekt zur vernetzten Beratung, Vermittlung und Begleitung von Studienaussteiger/innen in Berufsbildung in Hamburg“ um. Es ist eines von vier Landesprojekten. Das BMBF fördert es mit rund 1,36 Millionen Euro im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung Bildungsketten. Laufzeit ist vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018. Ausführende Stelle ist das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB).

Mit dem „Aktionsbündnis für Bildung und Beschäftigung Hamburg/Hamburger Fachkräftenetzwerk“ stützt sich das Hamburger Leuchtturmprojekt auf einen auf Landesebene einmaligen Verbund von Projektpartnern unter Einbeziehung der Wirtschaft und ihrer Sozialpartner, der verantwortlichen Behörden, der Agentur für Arbeit sowie der zusätzlich beteiligten staatlichen Hamburger Hochschulen.

Die Partner haben im Juni 2017 eine „Kooperationsvereinbarung über die Beratung von Studienzweifler/innen und Studienaussteiger/innen und über die Vermittlung von Studienaussteiger/innen in Berufsbildung“ unterzeichnet. Sie berücksichtigt die Besonderheiten der Partner und beschreibt die gemeinsamen Ziele, Maßnahmen, Beratungs- und Vermittlungskonzepte. Es ist hinsichtlich der beteiligten Partnerinstitutionen die erste derartige Kooperationsvereinbarung auf Länderebene.

Ziele des Programms:

 

  • Einrichtung eines Netzwerks der Beratungseinrichtungen für Studienzweifler/innen (Hochschulen) sowie der Beratungs- und Vermittlungseinrichtungen für Studienaussteiger/innen (Kammern, Agentur für Arbeit, Verbände).

  • Optimierung der vernetzten Beratung, Vermittlung, Integration in Berufsbildung für diese Zielgruppen unter anderem durch eine Webseite mit Beratungswegweiser sowie Informationen für Ausbildungsunternehmen.

  • Wirksame Ansprache von Studienzweifler/innen und Studienaussteiger/innen durch Öffentlichkeitsarbeit. Studienzweifler/innen sollen durch Beratungs- und Begleitangebote der Hochschulen möglichst zum Studienerfolg gebracht werden, statt auszusteigen. Studienaussteiger/innen werden auf Wunsch erfolgreich in passende Berufsbildung vermittelt.

  • Nachhaltige Fortsetzung des Beratungsnetzwerks nach Ablauf des Projekts. 


Rückfragen der Medien

Behörde für Schule und Berufsbildung
Peter Albrecht, Pressesprecher
Tel. (040) 42863–2003, E-Mail: peter.albrecht@bsb.hamburg.de 

Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Julia Offen, Pressesprecherin
Tel (040) 42863-2322, E-Mail: julia.offen@bwfg.hamburg.de

Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB)
Dr. Angela Homfeld, Leitung Stabsstelle
Tel. (040) 42863–2842, E-Mail: Angela.Homfeld@hibb.hamburg.de

Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB)
Dr. Annegret Witt-Barthel, Projektleitung
Tel. (040) 42863–2641, E-Mail: Annegret.Witt-Barthel@hibb.hamburg.de

Handelskammer Hamburg
Dr. Jörn Arfs, Pressestelle
Tel. (040) 36138-301, E-Mail: joern.arfs@hk24.de

Handwerkskammer Hamburg
Ute Kretschmann, Pressesprecherin
Tel. (040) 35905-227, E-Mail: ute.kretschmann@hwk-hamburg.de

Agentur für Arbeit Hamburg
Marina Marquardt, Pressestelle
Tel. (040) 2485-2240, E-Mail: marina.marquardt@arbeitsagentur.de

Technische Universität Hamburg (TUHH)
Rüdiger Bendlin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (040) 42878-3330, E-Mail: bendlin@tuhh.de