Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Krankenhäuser Den ganzen Menschen im Blick

Mit Zentren für Altersmedizin soll Hamburgs Vorreiterrolle in der Versorgung älterer Menschen weiter ausgebaut werden

In Hamburg werden Zentren für Altersmedizin mit Standorten an zehn Krankenhäusern geschaffen, die besondere Qualitätsanforderungen erfüllen, intensiv mit niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten, Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen, Selbsthilfegruppen und Hospizen zusammenarbeiten und die Behandlung der älteren Bevölkerung in ihrer jeweiligen Versorgungsregion weiter verbessern.

Mit Zentren für Altersmedizin soll Hamburgs Vorreiterrolle in der Versorgung älterer Menschen weiter ausgebaut werden

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Wir bauen damit Hamburgs Vorreiterrolle in der Entwicklung der geriatrischen Versorgung weiter aus. Wir wollen überregional Standards setzen durch die Entwicklung innovativer Behandlungskonzepte, die Zusammenarbeit von ambulanter und stationärer Versorgung und einer besonderen Verpflichtung zu Qualitätssicherung und Transparenz.“

Die Standorte der Zentren für Altersmedizin werden sein für:

  • Altona das Asklepios Westklinikum Hamburg,
  • Bergedorf das Bethesda Krankenhaus Bergedorf,
  • Eimsbüttel (Mitte) das Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg,
  • Eimsbüttel (Schnelsen, Niendorf, Eidelstedt) das Albertinen-Krankenhaus,
  • Harburg das Asklepios Klinikum Harburg,
  • Mitte das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß Sand,
  • Nord die Asklepios Klinik Nord,
  • Nord (Innenstadt) das Katholische Marienkrankenhaus,
  • Wandsbek die Asklepios Klinik Wandsbek,
  • Wandsbek (Volksdorf) das Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus.

Die Standorte der Zentren für Altersmedizin werden zu zwei geriatrischen Netzwerken zusammengefasst, mit jeweils einem koordinierenden Krankenhaus an der Spitze. Das sind das Albertinen-Krankenhaus für die frei-gemeinnützigen Zentren und die Asklepios Klinik Nord für die Asklepios-Krankenhäuser. Zu den Aufgaben dieser „Koordinierungshäuser“ gehört es unter anderem Netzwerke zu organisieren, Qualitätssicherung und fachliche Weiterentwicklung zu initiieren, Fortbildungen durchzuführen und andere Krankenhäuser ohne Geriatrie zu beraten.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „In der Altersmedizin geht es nicht nur darum, eine bestimmte Krankheit zu therapieren, sondern den ganzen Menschen in den Blick zu nehmen. Mit einem individuellen medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Behandlungsplan sollen Mobilität und Selbstständigkeit verbessert und Pflegebedürftigkeit vermieden werden. Das Ziel einer zukunftsorientierten Versorgung muss es insbesondere sein, die Vernetzung mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und dem Pflegebereich bis hin zu Betreuungsangeboten im Quartier sicherzustellen.“

Auf Wunsch sollen die Zentren für Altersmedizin auch für Patientinnen und Patienten anderer Krankenhäuser interdisziplinäre Fallkonferenzen durchführen, Patientenakten bewerten und Behandlungsempfehlungen geben. Sie sollen in Kooperation mit Zahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Vereinigung Sprechstunden zur Alterszahnheilkunde organisieren, Informationsveranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte und Patientinnen und Patienten durchführen und Präventionsprogramme, zum Beispiel von Sportvereinen zur Sturzprophylaxe, einbinden. Regelmäßige Qualitätsberichte sollen Auskunft geben über das eingesetzte Personal, die Verlegungsrate in Pflegeeinrichtungen und Rehabilitationserfolge.

Altersmedizin hat vor dem Hintergrund einer wachsenden Bevölkerungsgruppe eine zunehmende Bedeutung. Krankenhäuser müssen sich auf immer mehr ältere Patientinnen und Patienten einstellen, die oft mehrere chronische Krankheiten gleichzeitig (Multimorbidität) aufweisen. In Hamburg leben derzeit schon rund 90.000 Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Insgesamt hat die Zahl der über 60-jährigen Menschen in der Hansestadt mit fast 430.000 schon selbst die Bevölkerungszahl einer Großstadt erreicht. Für ihre medizinische Versorgung hat Hamburg bereits früh Weitblick bewiesen. Als die Geriatrie in Deutschland noch ein exotisches Fachgebiet war, wurde in Hamburg bereits eine entsprechende Spezialklinik für Altersmedizin gegründet.

In der Versorgung der älteren und alten Patientinnen und Patienten steht Hamburg bundesweit auf einem Spitzenplatz: Mit 1.135 vollstationären Planbetten sowie 210 teilstationären Behandlungsplätzen allein in der Geriatrie ist die Hansestadt mit ihren Krankenhäusern schon heute gut auf eine alternde Bevölkerung vorbereitet. Bei zirka 500.000 Fällen, die jährlich stationär in den Hamburger Plankrankenhäusern behandelt werden, sind rund 41 Prozent der Patientinnen und Patienten 65 Jahre und älter. Dabei gehören Herz-Kreislauferkrankungen, Frakturen und onkologische Erkrankungen zu den häufigsten Anlässen für eine Krankenhausbehandlung in dieser Altersgruppe.

Joachim Gemmel, Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Hamburg: „Die Bildung von geriatrischen Kompetenzzentren ist ein wichtiger Schritt, die Altersmedizin in Hamburg zu stärken. Asklepios hat in den vergangenen Monaten sehr intensiv daran gearbeitet, seine umfassenden medizinischen sowie therapeutischen Kompetenzen in der Altersmedizin enger zu verzahnen. Dazu wurde unter anderem eine koordinierende Facharbeitsgruppe etabliert. Durch eine enge standortübergreifende Zusammenarbeit entsteht ein Versorgungsnetz, das in einem weiteren Schritt durch den Aufbau ambulanter und tagesklinischer Versorgungsstrukturen in die Stadtteile hineingetragen werden muss. Das Ziel ist es, die Selbstständigkeit älterer Menschen – auch in ihrer gewohnten Umgebung – zu erhalten oder wiederzuerlangen und so ein Altern in Würde zu unterstützen. Das Netzwerk steht dabei auch für weitere Kooperationspartner offen, für niedergelassene Ärzte und insbesondere Kliniken, die derzeit über kein geriatrisches Angebot verfügen.“

Ralf Zastrau, Geschäftsführer Albertinen-Krankenhaus/Albertinen-Haus gGmbH, Vorsitzender Leitungskreis GeriNet: "Qualität, Innovation und Vernetzung sind die Leitgedanken des Qualitätsverbunds GeriNet, in dem sich sechs Hamburger Geriatrien des Verbands Freigemeinnütziger Krankenhäuser Hamburgs zu einem Netzwerk für moderne Altersmedizin zusammengeschlossen haben, um den besonderen Bedürfnissen alter und hochaltriger Patientinnen und Patienten noch besser gerecht werden zu können. Alle sechs GeriNet-Häuser haben ihren besonders hohen Qualitätsstandard durch die Zertifizierung nach dem Qualitätssiegel Geriatrie unterstrichen und weisen ihre Prozess- und Ergebnisqualität kontinuierlich nach dem Qualitätssicherungsprogramm Gemidas Pro des Bundesverbands Geriatrie nach. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der BGV einen weiteren, wichtigen Beitrag leisten zu können, dass Hamburg seine Vorreiterstellung in der Versorgung älterer Menschen weiter ausbauen kann."