Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Hamburgs Hauptverkehrsstraßen Der Verfall ist gestoppt

Zwei Jahre früher als erwartet ist erstmals eine Trendumkehr zu verzeichnen

2011 hat der neugebildete Senat der Freien und Hansestadt Hamburg sich vorgenommen, den Sanierungsstau auf Hamburgs Straßen zu beheben. Das Versprechen: den Werteverfall der Straßeninfrastruktur bis 2018 zu stoppen. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ausreichend Finanzmittel bereit und stimmt Baumaßnahmen besser aufeinander ab. Wie der im Oktober dieses Jahres erscheinende Straßenzustandsbericht zeigt, ist das Ziel für 2018 auf den Hauptverkehrsstraßen bereits 2016 erreicht worden.

Der Verfall ist gestoppt

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat sich der Zustand der Hauptverkehrsstraßen in Hamburg nicht mehr verschlechtert. Konkret waren 2008 noch 14,8 Prozent der Hauptverkehrsstraßen in einem schlechten Zustand, 2012: 19,0 Prozent, 2014: 24,0 Prozent. Seit 2016 entwickelt sich diese Zahl entgegengesetzt und lag bei 23,9 Prozent. Die Verbesserung im Jahr 2016 im Vergleich zu 2014 schlägt sich auch in der durchschnittlichen Gesamtnote des Substanzwertes nieder. So hat sich die Zustandsnote von 2,84 (2014) auf 2,78 (2016) verbessert, was einen Trend in Richtung Verfallsstopp erkennen lässt. Nachdem der Werteverfall bereits aufgehalten ist, soll sich auch in Zukunft der Straßenzustand nicht mehr verschlechtern. Hierfür wird, wie geplant, im kommenden Jahr eine noch zu definierende Zustandsnote bestimmt. Differenziert nach der verkehrlichen Bedeutung von Straßen sollen die Hauptverkehrsstraßen 2023 diese Note erreichen, die Bezirksstraßen 2030.

„Wir bringen Hamburgs Straßen wieder in Schuss. Unsere Anstrengungen zahlen sich schon jetzt aus: Sowohl der finanzielle Aufwand, als auch die Anzahl der Baustellen in den letzten Jahren erhöht die Straßenqualität signifikant“, sagt Andreas Rieckhof, Staatsrat in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. „Natürlich ist noch viel zu tun. Aber die verbesserte Zustandsnote gibt uns Recht, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Rieckhof weiter.

Der Zustand vieler zu sanierender Straßen wird im Vorfeld von einem Messfahrzeug erfasst. Mit Sensoren bestückte Messbalken erfassen beispielsweise Risse und Flicken. Ein Kamerasystem macht alle zehn Meter hochauflösende Bilder von der Frontansicht und der Oberfläche des befahrenen Fahrstreifens. Ingenieure werten diese Bilder am Computer aus. Für die Auswertung werden die Hauptverkehrsstraßen in jeweils zwanzig Meter lange Abschnitte unterteilt, für die – je nach Schaden – Zustandsnoten vergeben werden. Daraufhin werden verkehrliche und praxisgerechte Abschnitte gebildet.

Neben der Zustandsnote spielen für die Straßensanierung weitere Aspekte eine Rolle, aus der sich  Prioritäten ergeben. Im Mittelpunkt stehen eine gut funktionierende Baustellenkoordination, bei der ganze Straßenzüge ins Auge gefasst werden sowie die Abstimmung mit anderen Baubeteiligten wie den großen Leitungsträgern. Obwohl der Erhaltungszustand der Fahrbahn der maßgebliche Treiber für die Sanierung ist, wird stets der Zustand der gesamten Straße betrachtet, also von Hauskante zu Hauskante. Das schließt Gehwege und, wenn vorhanden, Radwege mit ein. Anhand einer Checkliste wird bestimmt, wie umfangreich die Sanierung ausfallen muss.