Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Kinderbetreuung Personalschlüssel in Hamburger Kitas verbessert sich

Zahl der betreuten Kinder auf Rekordniveau

Die Bertelsmann-Stiftung hat heute erneut einen Länderreport zur Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in den 16 Bundesländern veröffentlicht. Die Daten beziehen sich auf den Stichtag 1. März 2016. Für Hamburg wird festgestellt, dass sich der Krippen-Personalschlüssel von 1:5,1 gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert hat und im Elementarbereich ein Personalschlüssel von 1:9,0 erreicht wird, was über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt (1:9,4).

Personalschlüssel in Hamburger Kitas verbessert sich - Zahl der betreuten Kinder auf Rekordniveau

Mit den Kita-Verbänden hat sich die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration zuletzt im Frühsommer darauf verständigt, einen Fachkraftschlüssel von 1:4 im Krippenbereich in vier gleichen Schritten zu erreichen. Von 2018 bis 2021 können die Träger jedes Jahr rund 500 zusätzliche Fachkräfte für den Krippenbereich einstellen.

Insgesamt sind dann zu Beginn des Jahres 2021 gut 2.000 zusätzliche Fachkräfte im Krippenbereich tätig. Die dauerhaften Betriebskosten werden allein durch diese Verbesserung um etwa 100 Millionen Euro pro Jahr steigen. Im Jahr 2016 hat Hamburg rund 764 Mio. Euro für die Kita-Betreuung ausgegeben.

Wie viele Kinder in den Ländern tatsächlich auch eine Kita besuchen (Betreuungsquoten), wird bei der Bertelsmann-Studie nicht herangezogen. Seit dem 1. August 2013 haben alle Kinder in Hamburg ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf eine fünfstündige Betreuung täglich in einer Kita. Darüber hinaus haben berufstätige Eltern in Hamburg schon seit August 2006 einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz mit bis zu 12 Stunden täglich. Zudem wurden im Jahr 2014 in Hamburg die Elternbeiträge massiv abgesenkt. Seither ist eine fünfstündige Betreuung mit Mittagessen für alle Kinder von der Geburt bis zur Einschulung kostenfrei. Dazu gehört auch ein kostenfreies Mittagessen.

Ergebnis: Die Betreuungsquoten steigen seit Jahren. In den letzten 10 Jahren stieg die Zahl der betreuten Kinder von rd. 56.000 (2007) auf rund 83.000 Kinder (2016) in Krippen, Kitas und Tagespflege. Die Betreuungsquoten lagen bei rund 46 Prozent (Krippe) bzw. annähernd 100 Prozent (Elementar) –damit liegt Hamburg an der Spitze der westdeutschen Bundesländer.

Nach den Abschätzungen der Bertelsmann-Stiftung wären für den Qualitätsausbau in Hamburg auf den von der Stiftung empfohlenen Personalschlüssel zusätzlich 3.600 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte erforderlich, wofür jährlich rund 158 Mio. Euro aufgewendet werden müssten.

An einer Stelle muss die Bertelsmann-Stiftung korrigiert werden: Die Aussage der Bertelsmann-Stiftung, in Hamburg verfügten 14 Prozent der Kitas über keine Leitungsressourcen, stimmt nicht. In Hamburg verfügt jede im Rahmen des Gutscheinsystems finanzierte Kita über finanzierte Leitungsstunden. Die Höhe hängt vom Alter des Kindes, der täglichen Betreuungsdauer und ggf.  einem besonderen Förderbedarf ab (zum Beispiel (drohende) Behinderung). 

Darüber hinaus erhalten kleine Einrichtungen mit mindestens zehn und bis zu 50 betreuten Kindern einen sogenannten Leitungssockel zur Finanzierung von Leitungsaufgaben, die unabhängig von der Größe einer Kita prinzipiell anfallen. Insgesamt weist Hamburg damit die bundesweit beste Ausstattung mit Leitungsstunden auf.