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Integrationskonzept Wir in Hamburg!

Senat verabschiedet Integrationskonzept 2017

Der Senat hat heute die Fortschreibung des Integrationskonzeptes aus dem Jahr 2013 verabschiedet. 

Wir in Hamburg! Senat verabschiedet Integrationskonzept 2017

vergrößern Hamburger Integrationskonzept (Bild: FHH) Kernelemente bleiben die Interkulturelle Öffnung des Staates, der Abbau möglicher struktureller Diskriminierung in allen gesellschaftlich relevanten Lebensbereichen sowie die Steuerung über Zielwerte und Indikatoren. Mit diesen können Erfolge von Integrationsmaßnahmen bewertet werden. Stärker betont wird die Erstintegration von Geflüchteten. 

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) hat das Integrationskonzept begutachtet und festgestellt, dass es bundesweit Maßstäbe setze.

Das Integrationskonzept 2017 „Wir in Hamburg!“ richtet sich an alle Hamburgerinnen und Hamburger, da Integration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Rund 630.000 Menschen mit Migrationshintergrund in Hamburg (in etwa ein Drittel der Bevölkerung) sollen Chancen auf eine gleichberechtigte Teilhabe erhalten. Zu diesen zählen rund 57.000 Geflüchtete, die insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 in Hamburg Schutz gesucht haben. 

Die Integration dieser zugewanderten Menschen bildet einen neuen Schwerpunkt des Integrationskonzeptes. Mit der Fortschreibung des Konzepts erfüllt der Senat auch mehrere Ersuchen der Hamburgischen Bürgerschaft. 

Das Konzept unterteilt sich in sieben Handlungsfelder mit insgesamt 26 Themen. Neu aufgenommen wurde zum Beispiel das Thema „Normen und Werte“ im Handlungsfeld „Demokratie und Teilhabe stärken“. Ausgeweitet wurde das Thema „Vielfalt leben im Quartier“ im Handlungsfeld „Wohnen und Zusammenleben im Quartier“. 

Die fachpolitische Steuerung der Integration stützt sich auf themenbezogene Teilziele, Indikatoren und Zielwerte, zum Beispiel beim Thema „Bildung an allgemeinbildenden Schulen“: „Erhöhung des Anteils von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die einen höheren Bildungsabschluss erreichen, auf 46 Prozent im Jahr 2018“.

Darüber hinaus wurden so genannte „Masterplankennzahlen“ festgelegt, die speziell auf die Integration Geflüchteter eingehen. Sie beschreiben die angestrebte Entwicklung in den kommenden Jahren mit der Perspektive für das Jahr 2025. Grundlage hierfür ist das Phasenkonzept, das die Phasen des Integrationsprozesses beschreibt, den geflüchtete Menschen durchlaufen.

Senatorin Melanie Leonhard: „Die Integration von Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund bewegt die Hamburgerinnen und Hamburger. Sie ist eine Aufgabe aller – das hat bereits die Ausarbeitung des Integrationskonzeptes zusammen mit vielen Menschen gezeigt. Als Staat haben wir die Verantwortung, die gleichberechtigte Teilhabe überall zu ermöglichen – insbesondere dort, wo noch Hürden bestehen. Allein gelingt das nicht. Die Geflüchteten müssen bei der Integration mitmachen – genau wie alle Bürgerinnen und Bürger. Im Dialog und im vertrauensvollen, sachlichen Miteinander lernen wir als Gesellschaft und können das Integrationskonzept mit Leben füllen.“

Der Beteiligungsprozess wurde gegenüber 2013 deutlich ausgeweitet. Insgesamt fanden rund 40 Veranstaltungen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, Interessengruppen und Institutionen zwischen November 2016 und März 2017 statt. Erstmals wurde auch eine Online-Befragung durchgeführt, bei der jede Bürgerin und jeder Bürger individuell wichtige Aspekte der Integration beisteuern konnten.

Die Fortschreibung des Integrationskonzeptes wurde vom Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) begutachtet. Hierzu wird im Fazit festgestellt: „Im Bundesvergleich handelt es sich um ein bereits sehr ausgereiftes, bewährtes und umfassendes Konzept, das mit der Benennung von zahlreichen Indikatoren und Zielwerten Maßstäbe setzt.“

Das Hamburger Integrationskonzept 2017 „Wir in Hamburg! Teilhabe, Interkulturelle Öffnung und Zusammenhalt“ sowie die Stellungnahme des SVR sind online abrufbar unter www.hamburg.de/integrationskonzept. Das Konzept wird in Kürze auch in gedruckter Fassung vorliegen. Eine englischsprachige Version befindet sich in Arbeit.

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