Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Arbeitsschutz Mehr tun für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Modellprojekt mit Hamburger Betrieben bringt gute Ergebnisse

Neunzehn Hamburger Betriebe folgten dem gemeinsamen Aufruf von Handelskammer Hamburg und der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) und starteten in einem Modellprojekt mit der Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastung ihrer Mitarbeiter. Zwar gehört es im Arbeitsschutz zu den Grundpflichten jedes Unternehmens, die Arbeitsbedingungen zu beurteilen und dabei auch psychische Belastungen zu berücksichtigen. Trotz zahlreicher Empfehlungen und Handlungshilfen wissen viele Betriebe aber nicht, wie sie das Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz konkret anpacken können. Die im Modellprojekt erzielten Ergebnisse sollen nun dazu genutzt werden, um die Beratung und Unterstützung von weiteren Unternehmen zu verbessern und Angebote zielgenauer auszurichten.

Modellprojekt mit Hamburger Betrieben bringt gute Ergebnisse

Senatorin Cornelia Prüfer Storcks: „Das Modellprojekt hat gezeigt, dass die gesetzliche Verpflichtung eine wichtige Triebfedern ist, damit Unternehmen auch psychische Belastungen in ihrer Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen. Durch diese Beurteilung können Unternehmen einen wesentlichen Schritt für eine bessere Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen. Betriebe, die im Arbeitsschutz ohnehin schon engagiert und vorbildlich sind, motivierte zudem die Arbeitsschutzanerkennung des Amtes für Arbeitsschutz, noch besser zu werden.“

Die Betriebe, die sich auf einen Aufruf im September 2015 gemeldet hatten, hatten im Modellprojekt ein Jahr Zeit für die Beurteilung der Gefährdung durch psychische Belastung am Arbeitsplatz. Sie wurden vom Amt für Arbeitsschutz der BGV zu Beginn und am Ende der Projektlaufzeit besucht, um zu prüfen, ob die gesetzlichen Auflagen umfassend erfüllt werden. In diesem Jahr schlossen bereits 13 Betriebe ihre Bestandsaufnahme der Belastungen ab. Die anderen werden weiter unterstützt, so dass auch sie – im Erfahrungsaustausch mit den anderen Unternehmen – ebenfalls eine vorbildliche Gefährdungsbeurteilung erarbeiten können.

Die Kooperationsstelle Hamburg IFE GmbH hat das Projekt wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Gefährdungsbeurteilung zeitaufwändig ist und die Betriebe einen langen Atem brauchen, um diesen kontinuierlichen Verbesserungsprozess am Leben und am Laufen zu halten. Aber der Aufwand lohnt sich: "Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen hat uns näher an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebracht. Wir erfahren sehr direkt, wo „der Schuh drückt“ und können als Unternehmen darauf reagieren", sagt Ina Hemeyer, Verwaltungsleiterin der Alphina gGmbH stellvertretend für die teilnehmenden Unternehmen.

André Mücke, Vizepräses der Handelskammer Hamburg: „Mit den Ergebnissen unseres Modellprojektes wollen wir den Hamburger Unternehmen eine Orientierungshilfe an die Hand geben: Sie sollen von den Erfahrungen der Teilnehmer unseres Modellprojektes profitieren, den Anreiz finden, selber aktiv zu werden und die Vorteile einer Gefährdungsbeurteilung für sich zu erkennen.“

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