Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Beteiligungsverfahren Eppendorfer Marktplatz

Komplexe Verkehrssituation: Schritt für Schritt zu einem tragfähigen Kompromiss

Gut 80 Interessierte beteiligten sich letzten Freitag an der zweiten PlanungsWerkstatt für die Umgestaltung des Eppendorfer Marktplatzes. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) stellte die Ergebnisse der Prüfaufträge und offenen Fragen aus der ersten PlanungsWerkstatt vor und diskutierte mit den Anwesenden die sich daraus ergebenden umsetzbaren Lösungsvarianten. Bis zur nächsten öffentlichen Veranstaltung nach den Hamburger Frühjahrsferien 2018 werden diese Ergebnisse weiter ausgearbeitet und die Planungen detaillierter.

Eppendorfer Marktplatz

Bei der Umgestaltung des Eppendorfer Marktplatzes soll die Situation für den Bus- und Radverkehr verbessert werden. Das kann an dieser komplexen Stelle allerdings nur gelingen, wenn eine Führung des Kfz-Verkehrs gefunden wird, die mehr Raum für Busse und Fahrräder zulässt. So kann auch mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger geschaffen und die Aufenthaltsqualität rund um den Eppendorfer Marktplatz verbessert werden. Die Verkehrsplanerinnen und Verkehrsplaner streben eine ganzheitliche Lösung an. Hierfür ist der Dialog mit allen Interessierten von zentraler Bedeutung und das begonnene Beteiligungsverfahren ein guter Weg.

Die im Vorfeld geführten Gespräche unter anderem mit lokalen Initiativen, Vereinen und bezirklichen Fraktionen, eine Passantenbefragung und der Auftakt haben verschiedene Punkte ans Licht gebracht, mit denen die Beteiligten vor Ort unzufrieden sind. Hierzu gehören unter anderem: die unübersichtliche und schlechte Führung des Radverkehrs, die schmalen Gehwege, die unzureichenden Querungsmöglichkeiten für Fußgängerinnen und Fußgänger, die zu kurze Bushaltestelle, der häufige Stau auf der Kreuzung Heineckestraße/Eppendorfer Marktplatz und die Lärmbelästigung.

Die nach der ersten PlanungsWerkstatt favorisierte Lösung sähe vor, dass in einem Bereich des Eppendorfer Marktplatzes Verkehr herausgenommen wird und die Führung der Bundesstraße 5 teilweise über die Tarpenbekstraße, den Lokstedter Weg und die Ludolfstraße erfolgt. So entstünde am Eppendorfer Marktplatz viel Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radverkehr und Busse. Die Lärmbelastung würde am Eppendorfer Marktplatz deutlich reduziert.

Die Prüfungen nach der ersten PlanungsWerkstatt haben jedoch ergeben, dass diese Lösung nicht umsetzbar ist. Hauptgründe hierfür sind die in dieser Lösung entstehende sehr hohe Mehrbelastung für die Anwohnerinnen und Anwohner der Ludolfstraße durch etwa 14.500 zusätzliche Fahrzeuge am Tag und die unzureichende Führung des Radverkehrs auf einem schmalen Zweirichtungsradweg in der Ludolfstraße. Auch die zu erwartenden hohen Mehrbelastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner in der Tarpenbekstraße und im Lokstedter Weg sowie die verkehrliche Belastung der Kreuzungen (z.B. Tarpenbekstraße/Martinistraße) mit zusätzlich bis zu 7.400 Fahrzeugen täglich sind Gründe dafür, warum diese Lösung entgegen erster Annahmen nicht umsetzbar ist.

Die Ideen und Anregungen der Beteiligten aus dem bisherigen Beteiligungsprozess wurden auf Basis der neuen Erkenntnisse weiterentwickelt. Herausgekommen ist eine Lösung, die im Kern den Wunsch nach Verkehrsberuhigung und mehr Aufenthaltsqualität am Eppendorfer Marktplatz aufgreift und gleichzeitig den Anforderungen an den Bus- und Radverkehr gerecht wird. Sie bietet regelkonforme Radverkehrsführungen in alle Richtungen an, außerdem an einigen Stellen erheblich breitere Gehwege. Drei mögliche Varianten dieser Lösung wurden auf der zweiten PlanungsWerkstatt mit den Beteiligten bearbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten intensiv über die Lage der Haltestellen, die Umsteigemöglichkeiten für Fahrgäste und die Möglichkeiten, den Rad- und Autoverkehr zu führen. Auch Ideen und Anregungen zur Förderung der Aufenthaltsqualität wurden eingebracht, wie z.B. die Aufwertung des Standortes der Friedenseiche und Flächen für Gastronomie im nördlichen Bereich des Eppendorfer Marktplatzes, der in einer Variante vom Durchgangsverkehr befreit würde.

In der Plenumsdiskussion zeigten sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer enttäuscht darüber, dass ihrer Auffassung nach bei der Prüfung offenbar vorrangig der motorisierte Individualverkehr berücksichtigt würde und deshalb die in der ersten PlanungsWerkstatt favorisierte Lösung nicht umsetzbar sei. Verkehre sollten großräumig anders geführt und Staus hingenommen werden, um das Mobilitätsverhalten zu verändern – so der Tenor in der Diskussion. Ein Meinungsbild zeigte, dass eine Mehrheit sich eine großräumige städtebauliche Lösung für den Eppendorfer Marktplatz wünscht. Da der LSBG aber keine Planung verfolgen kann, die bewusst Staus erzeugt oder Probleme an andere Orte verlagert, muss ein solches Anliegen unter Berücksichtigung weiterer Konsequenzen auf anderer Ebene diskutiert werden.

Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit und der Diskussion wurden dokumentiert. Die Anregungen und Fragen zu den drei bearbeiteten Varianten werden nun bis zur nächsten öffentlichen Veranstaltung von den Planerinnen und Planern geprüft und beantwortet.

Weitere Informationen zu dem Beteiligungsverfahren sowie alle Materialien finden Sie im Internet unter http://www.via-bus.de/beteiligungsprozess-eppendorfer-marktplatz/.