Zusammenarbeit Hamburg/Schleswig-Holstein ausgebaut
Kiel ist Vorreiter in Schleswig-Holstein für die Einführung der einheitlichen Behördenrufnummer: Am Mittwoch, 1. Juni 2011, wird die 115 für die Landeshauptstadt aufgeschaltet. Wer künftig in Kiel die 115 wählt, erhält dort Auskünfte zur Stadtverwaltung, aber auch zu Dienstleistungen auf Landes- und Bundesebene. „Dank der Zusammenarbeit von Kommunen, den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein und dem Bundesinnenministerium bekommen die Menschen dieser Stadt endlich einen Service aus einer Hand“, lobte Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig.
Auch Hamburgs Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher bewertet den Start der 115 in Kiel positiv: „Das Projekt bestätigt die gute Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Ich hoffe, dass diese Kooperation ein Signal ist, dem weitere Regionen folgen werden.“ Gerade in Zeiten knapper Mittel liege eine Chance darin, die bestehende Infrastruktur gemeinsam zu nutzen und den Bürgerservice im Norden zu verbessern, so Tschentscher weiter. „Kiel und Hamburg haben dies erkannt. Die Kooperation erspart Kiel kostenintensive Investitionen und führt für Hamburg zu einer weiteren Verbesserung der Auslastung des Telefonischen HamburgService“, erklärte der Finanzsenator abschließend.
Die Aufschaltung der Behördenrufnummer 115 in Kiel ist ein Musterbeispiel grenzüberschreitender Kooperation: Das Bundesinnenministerium, die Freie und Hansestadt Hamburg, Schleswig-Holstein, das Bezirksamt Wandsbek und die Landeshauptstadt Kiel haben gemeinsam dafür gesorgt, dass der neue, einheitliche Service nun auch in Kiel verfügbar ist. „Es gibt etwa 20.000 Behörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene – alle unterschiedlich organisiert, mit unterschiedlichen Öffnungszeiten und Erreichbarkeiten. Die Behördenrufnummer 115 ist der Wegweiser durch diesen Dschungel“, sagte Kiels OB Torsten Albig.
Damit das möglich wird, unterzeichnete der Oberbürgermeister zwei Verträge im Kieler Rathaus: die Charta Regelbetrieb 115 mit dem Bundesinnenministerium und die Leistungsvereinbarung mit der Freien und Hansestadt Hamburg. Während der telefonische „HamburgService“ für Freundlichkeit und Kompetenz steht, gibt die Charta Regelbetrieb Serviceversprechen. Dazu gehören die Erreichbarkeit (montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr), dreiviertel aller Anrufe werden in der Pilotphase innerhalb von 30 Sekunden angenommen, und mindestens 55 Prozent werden direkt im Erstkontakt beantwortet. In allen anderen Fällen garantiert das Servicecenter eine Reaktion innerhalb von 24 Stunden eines Werktags nach Eingang.
Für Kiels Oberbürgermeister ist das Projekt D115 ein Paradebeispiel, wie Verwaltung besser werden kann: „Wenn die Fachbereiche von telefonischen Auskünften entlastet werden, bleibt ihnen mehr Zeit für die Sachbearbeitung.“ Die richtigen Auskünfte gewährleistet der Zuständigkeitsfinder Schleswig-Holstein, auch ZuFiSH genannt. Die vom Land eingerichtete und auch mit Hilfe der Kommunen gepflegte Wissensdatenbank mit den zentralen Behördendienstleistungen ist eine hervorragende Basis für den „HamburgService“, um telefonisch auch über Kieler Dienstleistungen zu informieren.
„Der „HamburgService“ übertrifft für Hamburg die garantierten Servicezeiten und Annahmequoten bereits deutlich. So werden wir auch für Kiel einen kompetenten Service unter einer leicht zu merkenden Rufnummer schaffen, der innerhalb kürzester Zeit Fragen abschließend beantworten kann. Das ist Bürgerorientierung im besten Sinne“, sagte Torsten Albig.

Mister Wong
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