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Neue Planungselemente für Hamburg Radfahrstreifen und Schutzstreifen

Soweit die Platzverhältnisse der Straße es zulassen, werden in Hamburg zukünftig vermehrt Radfahrstreifen angelegt. Wenn hierfür kein ausreichender Platz zur Verfügung steht, kommen Schutzstreifen zum Einsatz.

Radfahrstreifen und Schutzstreifen

Radfahrstreifen
sind von der Fahrbahn durch eine dicke, durchgezogene Linie getrennt und mit Fahrrad- Piktogrammen gekennzeichnet. An Ampeln fahren Radfahrer nach den Signalen für den Autoverkehr, soweit nicht eigene Signale für den Radverkehr aufgestellt sind. Zum Fahrbahnrand oder zu parkenden Autos können Radfahrstreifen  zusätzlich mit einem dünnen durchgezogenen Strich abgegrenzt sein. Autos dürfen auf Radfahrstreifen nicht fahren, halten oder parken. Autos dürfen aber einen Radfahrstreifen überqueren, um einen dahinter liegenden Parkplatz anzufahren.

Schutzstreifen
sind Teil der Fahrbahn und durch eine dünne, unterbrochene Linie gekennzeichnet. Autos dürfen auf Schutzstreifen nicht parken und nur ausnahmsweise fahren, z. B. in einer engen Straße, wenn zwei Busse sich begegnen. Halten bis zu drei Minuten ist auf Schutzstreifen zulässig. Die Breite der restlichen Fahrbahn zwischen den Schutzstreifen ist so gewählt, dass zwei Personenwagen sich in der Regel begegnen können. An Ampeln fahren Radfahrer nach den Signalen für den Autoverkehr. Schutzstreifen sind ebenfalls mit Fahrrad-Piktogrammen gekennzeichnet.

Radfahrstreifen und Schutzstreifen
…bieten Komfort:
Radfahrstreifen wie auch Schutzstreifen bieten hohen Fahrkomfort und die Möglichkeit, schnell voranzukommen.

…bieten Sicherheit:
Auf Radfahrstreifen und Schutzstreifen sind Fahrradfahrer für Autofahrer besser zu sehen, besonders an Kreuzungen und Zufahrten. Diese sind bei Radwegen der häufigste Unfallort. Gegenüber dem Mitfahren auf der Fahrbahn haben Radfahrstreifen und Schutzstreifen den Vorteil, dass Radfahrer an wartenden Autos (z. B. an Ampeln) bequem vorbei fahren können. Dies ist für die Verkehrssicherheit von Bedeutung, da sie so aus dem „Toten Winkel" der Autofahrer heraus in deren Blickfeld vorfahren können.

…verhindern Konflikte:
Radfahrstreifen und Schutzstreifen helfen, Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden, wie sie auf Radwegen oder bei erlaubter Nutzung des Gehweges vorkommen können.

…sorgen für Ordnung:
Radfahrstreifen und Schutzstreifen führen dazu, dass Radfahrer weniger häufig in der falschen Richtung, d. h. links der Fahrbahn fahren. Linksfahrende Radfahrer (Falschfahrer oder Geisterradler) sind überdurchschnittlich oft an Unfällen beteiligt, weil Autofahrer an Einmündungen nicht mit ihnen rechnen.

Worauf wird bei der Planung besonders geachtet?
In Hamburg achten die Verkehrsplaner darauf, dass neue Radfahrstreifen und Schutzstreifen nicht zu eng an parkenden Autos vorbeigeführt werden. Die Unfallgefahr durch plötzlich aufgehende Autotüren kann so vermieden werden. Dies hat sich nach den unten genannten Untersuchungen als die wesentliche Unfallsituation herausgestellt, die häufig befürchteten Unfälle durch Auffahren unachtsamer Autofahrer kommen fast nie vor. In einigen Straßen mit älteren Radfahrstreifen, wie z.B. in Wagner- und Richardstraße, fehlen bisher die Sicherheitsstreifen zu parkenden Autos, was sich bisher aber nicht in Unfällen widerspiegelt.

Wann werden Radfahrstreifen und wann Schutzstreifen eingesetzt?
Soweit die Platzverhältnisse der Straße es zulassen, werden in Hamburg Radfahrstreifen angelegt. Wenn hierfür kein ausreichender Platz zur Verfügung steht, kommen Schutzstreifen zum Einsatz.

Beispiele in Hamburg
Radfahrstreifen gibt es in Hamburg bereits auf über 20 km Länge, z. B. in den Straßen Hochallee, Baumwall, Stadthausbrücke, Grindelallee (Höhe Universität) und Bogenstraße. Schutzstreifen gibt es u.a. im Hofweg, der Dorotheenstraße,  der Weidestraße, Abschnitten der Hellbrookstraße,  in der Großen Elbstraße (westlicher Abschnitt),  Am Neumarkt und im Kriegkamp.  Für den Straßenzug Schulterblatt - Eimsbütteler Chaussee im Abschnitt zwischen Altonaer Straße und Bellealliancestraße können Sie hier die Pläne zur Umgestaltung einsehen. Hier ersetzen die Schutzstreifen die vorherigen engen, winkeligen Radwege.

Schutzstreifen sind auch auf der Niederbaumbrücke zu sehen. Der Schutzstreifen in der Georg-Wilhelm-Straße südlich der Mengestraße ist nur einseitig in Fahrtrichtung Harburg.

Die ersten Radfahrstreifen in Hamburg wurden bereits in den 90er Jahren eingerichtet, z.B. in der Hochallee und der Bogenstraße, und damals auch in ihrer Wirkung untersucht. Radfahrstreifen, die in jüngerer Zeit umgesetzt wurden, sind unter anderem am Hammer Steindamm, der Washingtonallee, Osakaallee, im Baumwall, im Billhorner Röhrendamm, dem Dammtordamm  und an der Neuenfelder Straße zu sehen.

Wer mehr wissen möchte…
Die Verkehrssicherheit von Radfahrstreifen und Schutzstreifen ist in Studien nachgewiesen worden. Besonders zu empfehlen ist die Untersuchung „Unfallrisiko, Konfliktpotenzial und Akzeptanz der Verkehrsregelungen von Fahrradfahrern" von 2009, die in einer Kurzfassung auf dem Fahrradportal des Bundes und in der Langfassung bei der auftraggebenden Bundesanstalt für Straßenwesen veröffentlicht ist. Die Forschungsberichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, die seit 2000 herausgegeben wurden, sind online verfügbar. Für die Radverkehrsführung an Kreuzungen, zum Beispiel zu den Hintergründen der Planungen an der Holsteiner Chaussee, an der Hamburger Straße oder am Baumwall  ist ein Forschungsbericht zur "Verbesserung der Radverkehrsführung an Knoten"  von Bedeutung.

in einem Modellprojekt werden 2013 und 2014 Schutzstreifen auch auf schwach belasteten Straßen außerorts eingesetzt und die Wirkungen wissenschaftlich untersucht. Hintergründe dazu sind auf einer Webseite des Fahrradportals der Bundesregierung zu finden. Umgestaltet und untersucht werden auch drei Strecken im  Nachbar-Landkreis Stormarn.

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Radfahrstreifen und Schutzstreifen
Soweit die Platzverhältnisse der Straße es zulassen, werden in Hamburg zukünftig vermehrt Radfahrstreifen angelegt. Wenn hierfür kein ausreichender Platz zur Verfügung steht, kommen Schutzstreifen zum Einsatz.
http://www.hamburg.de/image/2940670/1x1/150/150/66240f4fd5437833e515c6f49ae55cea/wZ/radfahrstreifen-pano.jpg
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