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Fahrrad abstellen Fahrradhäuschen in Hamburg

Diebstahl-, vandalismus- und witterungsgeschützte Abstellmöglichkeiten an der Wohnung sind wesentliche Voraussetzung für regelmäßige Fahrradnutzung

Fahrradhäuschen in Hamburg

Allgemeines
In vielen Fällen, vor allem in Altbaugebieten, gibt es keinen geeigneten Platz in Kellern, Hinterhöfen oder Garagen, um Fahrräder unterzubringen. Das Abstellen in Hausfluren und Treppenhäusern ist oft wegen Beschädigung und Versperrung von Fluchtwegen unerwünscht. Auf der Straße abgestellte Fahrräder sind Wind und Wetter ausgesetzt und außerdem nachts nicht versichert, auch wenn sie an eine Laterne angeschlossen werden.

Abhilfe kann durch die Aufstellung von abschließbaren Fahrradhäuschen in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus geschaffen werden. Die Fahrradhäuschen werden privat angeschafft und sollen vorrangig auf Privatgrund errichtet werden. Nur wenn dies nicht möglich ist, können die Häuschen auch auf öffentlichem Grund aufgestellt werden.

vergrößern Fahrradhäuschen (Bild: BWVI) Technische Daten
Das Fahrradhäuschen ist ein meist zwölfeckiger Rundbau aus Stahl und Holz, in dem 12 Fahrräder Platz finden. Der Bezirk Hamburg-Nord genehmigt und bezuschusst derzeit nur diese (Typ Ottensen), die anderen Bezirke sind hier flexibel. Sie werden mit dem Vorderrad an einem speziell dafür entwickelten Drehkarussell - ohne großen Kraftaufwand - aufgehängt; das Einstellen geschieht bequem durch eine zweiflügelige Eingangstür. Das Fahrradhäuschen hat einen Außendurchmesser von etwa 3 Metern; die Grundfläche beträgt 6 Quadratmeter.

Bezugsquellen
Die in Hamburg üblichen Fahrradhäuschen werden vor allem von Beschäftigungsträgern des zweiten Arbeitsmarktes hergestellt und montiert. Entsprechend kann es gegebenenfalls, je nach den Bedingungen für diese Beschäftigungsträger, vereinzelt zu längeren Wartezeiten kommen. Es gibt aber auch kommerzielle Anbieter, mit in der Regel höheren Preisen.

  • VeloPark
    Wandsbeker Chaussee 284
    22089 Hamburg,
    Tel.: 040 - 250 72 22
    www.velopark-hamburg.de
  • Fördererkreis Helmuth Hübener Haus e. V.
    Herstellung und Reparatur von Fahrradhäusern
    Geschäftsführender Vorstand: Herr Markus
    Tel.: 040 / 439 52 58
    Mobil: 0172 / 453 52 82
    Fördererkreis Helmut Hübener Haus
  • Ostsächsische Produktions-und Dienstleistungs-GmbH
    Dr.-Bernhard-Thieme-Str. 6
    01844 Neustadt
    Tel.: 03596-5099737
    www.opd-neustadt.de

Finanzierung / Zuschüsse
Ein Fahrradhäuschen kostet je nach Ausstattung etwa zwischen 7.000 und 8.000 Euro, kommerziell auch bis zu 10.000 Euro. Genaue Preise sind bei den jeweiligen Herstellern abzufragen. Hierbei gewähren die Hamburger Bezirksämter auf formlosen Antrag in der Regel Zuschüsse von 50 Prozent (maximal jedoch 3.000 Euro) pro Häuschen. Das Bezirksamt Eimsbüttel bezuschusst die Anschaffungskosten mit pauschal 3.500 Euro. Die Zuschüsse kommen aus dem Haushaltstitel „Förderung des Radverkehrs“. Den Rest müssen die Nutzer selbst übernehmen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass es keine anderen Möglichkeiten zur Schaffung geeigneter Fahrradabstellplätze im oder am Wohnhaus gibt. Aus einer Bereitstellung der Fahrradplätze im Häuschen darf kein Gewinn erzielt werden. Kosten für Unterhaltung und Reparaturen müssen die privaten Eigentümer selbst tragen. Eine Haftpflichtversicherung gegen Personen- und Sachschaden ist erforderlich, die Einbeziehung in eine Gebäudeversicherung möglich (bei Mietern: auch die des Hauseigentümers).

Wenn das Fahrradhäuschen auf Privatgrund stehen soll, muss eine Zustimmung des privaten Grundeigentümers vorgelegt werden. Hierbei ist zu beachten, dass mit dem Zuwendungsbescheid eine Bindungsfrist für die Verwendung der Mittel von 10 Jahren festgelegt wird. In diesem Zeitraum ist das Fahrradhäuschen zwingend als solches zu nutzen und in Stand zu halten. Anderenfalls besteht seitens des Bezirksamtes der Anspruch auf Rückzahlung des Baukostenzuschusses.

Für das Aufstellen und die Nutzung von Fahrradhäuschen gibt es drei Betreibermodelle:

  1. Wenn sich zwölf Nutzer (z. B. Mieter) zu einer Nutzergemeinschaft zusammengeschlossen haben, stellt einer im Auftrag von allen einen Antrag auf Genehmigung beim zuständigen Bezirksamt. Jeder beteiligte Nutzer muss einen Anteil von bis zu 250 Euro aufbringen, um das Recht auf die Nutzung eines Fahrradplatzes zu erwerben. Hat jemand kein Interesse mehr an der Nutzung (z. B. wegen Umzugs), so muss er einen Nachfolger finden, dem er sein Nutzungsrecht verkaufen kann. Wechselt der Antragsteller bzw. wenn dieser aus der Sondernutzung "aussteigen" will, muss er einen Nachfolger finden und diesem die Rechte und Pflichten verbindlich übertragen. Dazu muss eine von beiden unterschriebene Vereinbarung dem Bezirksamt zugeschickt werden.
  2. Da die Aufstellung von Fahrradhäuschen auch Vorteile für den Hauseigentümer, Vermieter oder die Wohnungsgesellschaft bringt, kann diese(r) gegenüber dem Bezirksamt als Antragsteller auftreten und das Fahrradhäuschen für die Hausbewohner betreiben.
  3. Hauseigentümer können ein Fahrradhäuschen kaufen (ohne Zuschüsse), es auf Privatgrund aufstellen und die Fahrradplätze an Hausbewohner vermieten.

Antragstellung / Voraussetzungen
Wenn das Fahrradhäuschen auf öffentlichem Grund stehen soll, muss beim zuständigen Bezirksamt ein Sondernutzungsantrag (mit Begründung) gestellt werden. Die Sondernutzungsgenehmigung (§ 19 (1) Hamburgisches Wegegesetz) wird befristet erteilt und kann verlängert (geschieht in der Regel automatisch),  aber auch widerrufen werden. Es werden keine Sondernutzungsgebühren erhoben. Die wichtigste Voraussetzung für den Standort ist, dass genügend Platz vorhanden ist. Das Häuschen darf nicht den Verkehr gefährden (z. B. Freihalten von Geh- und Radwegen, Freihalten von Sichtbeziehungen an Kreuzungen). Dem Antrag müssen ein Lageplan aus der Flurkarte mit eingetragenen Details (Bäume usw.), ein Bauplan des Fahrradhäuschens sowie Fotos von der Aufstellfläche beigefügt werden. Die Antragsunterlagen durchlaufen die zuständigen Abteilungen und werden dann positiv oder negativ beschieden. Der Antrag kann formlos erfolgen oder mit dem Formular zur Sondernutzung. Der Sondernutzungsantrag wird dann vor Ort geprüft, dabei werden Vertreter der Tiefbau- und der Stadtplanungsabteilung sowie der Polizei (Straßenverkehrsbehörde) beteiligt. Ist die Erteilung der beantragten Sondernutzung des öffentlichen Grundes nicht zu erreichen, so verfällt eine vorher bewilligte Zuwendung, soweit nicht ein anderer Standort gefunden werden kann.

Versicherungsaspekte
Die Hausratversicherungen bewerten die Fahrradhäuschen wie einen Keller und gewähren Versicherungsschutz für die dort abgestellten Fahrräder. Das Fahrradhäuschen muss für ca. 40 Euro pro Jahr versichert werden, wenn es auf öffentlichem Grund steht (Haftpflichtversicherung).

Weitere Informationen

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat einen Leitfaden erstellt, der  Interessierten hilft, alle Informationen zu bekommen, auch mit Aussagen zur unterschiedlichen Praxis in den Bezirken. Dieser ist beim VCD herunterzuladen.

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2940772
Fahrradhäuschen in Hamburg
Diebstahl-, vandalismus- und witterungsgeschützte Abstellmöglichkeiten an der Wohnung sind wesentliche Voraussetzung für regelmäßige Fahrradnutzung
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20160126 16:05:26
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