Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Praxisbeispiele Brückenbauwerk und Schulprojekt als Beispiele

Mit einer Vielzahl an Maßnahmen fördert Hamburg das Radfahren und ein fahrradfreundliches Klima: Ein Brückenbauwerk, eine dokumentierte Veranstaltungswoche und ein Schulprojekt als Beispiele.

Brückenbauwerk und Schulprojekt als Beispiele

Klütjenfelder Radwegbrücke

Die Hamburger Innenstadt ist nur rund drei Kilometer von der im Süden gelegenen Elbinsel Wilhelmsburg entfernt – für Radfahrer eine attraktive Distanz. Doch der weitläufige Hafenbereich stellte ein schwer überwindbares Hindernis dar, besonders am Argentinienknoten und auf der vielbefahrenen Klütjenfelder Brücke. Eine sichere und gut befahrbare Verbindung war seit Langem gefordert worden.

Um die Situation für Radfahrer zu verbessern, beauftragte die damals zuständige Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt die Hamburg Port Authority, HPA. Diese sollte einen durchgehenden Radweg quer durch das Hafengelände von St. Pauli nach Wilhelmsburg einrichten und ausweisen, als Teil der Veloroute 11, die bis Harburg führt. Ein zentrales Element diese Route bildet die Klütjenfelder Radwegbrücke, die entlang der Klütjenfelder Straße die Eisenbahnschienen und Wasserwege des Hafens überquert.

Radfahrerbrücke unterstreicht zentrale Lage Wilhelmsburgs

Die neue Klütjenfelder Radwegbrücke wurde im Dezember 2010 für den Fußgänger- und Radverkehr freigegeben. Sie wurde an die bestehende Straßenbrücke anmontiert und befindet sich zum Großteil ca. 15 Meter über dem Wasser (Reiherstieg) mit regem Schiffsverkehr. Von hier kann auf die Stadtsilhouette und über die weiträumigen Hafenanlagen geschaut werden.

Mit diesem ersten „Sprung über die Elbe“ sollen die zentrale Lage Wilhelmsburgs als ein positiver Standortfaktor besser nutzbar gemacht und der Westen des Stadtteils als innenstadtnahes Wohnquartier aufgewertet werden. Investiert wurden insgesamt 3,2 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln. Der Bau der Radwegverbindung bis zum Alten Elbtunnel ist inzwischen abgeschlossen, die Fortführung bis Harburg in konkreter Planung.

Rauf auf´s Rad! Wilhelmsburger Radwoche

Vom 27. Mai bis 6. Juni 2010 fand die Wilhelmsburger Radwoche statt. Den Auftakt bildete das IBA LABOR RAD vom 27. bis 28. Mai 2010, gefolgt von den Fahrradtagen vor Ort, organisiert und durchgeführt vom Arbeitskreis Fahrradstadt Wilhelmsburg. Die Woche schloss mit dem Elbinsel-Radspaß, einem Fest mit Elbinsel-Radrennen am 6. Juni, das die igs 2013 in Kooperation mit dem Radsportverband Hamburg e.V. veranstaltete.

Mit der Wilhelmsburger Radwoche verfolgten die unterschiedlichen Akteure das Ziel, das Radfahren als wesentlichen Teil der Elbinsel-Mobilität in die Köpfe und in die Praxis zu bringen. Die Radwoche verdeutlichte, dass Fahrradfahren einen wichtigen Beitrag zu einem CO2-reduzierten Verkehr leisten kann und dass es einen wichtigen Stellenwert für Beschäftigung und „Self Empowerment“ besitzt. Die Broschüre „Rauf auf´s Rad!“ dokumentiert die Wilhelmsburger Radwoche und zeigt, was gerade Wilhelmsburg als künftigen "Modellstadtteil" für das Fahrradfahren auszeichnet.

Radfahrausbildung in der Schule: Mein Fahrrad-Tagebuch

vergrößern Titelseite Mein Fahrrad-Tagebuch (Bild: BSB) Jedes Schulkind in Hamburg absolviert in der Grund- oder Sonderschule eine Radfahrausbildung, die in Kooperation von Schule und Polizei durchgeführt wird. 1992 wurde die fahrpraktische Ausbildung vom Schonraum in den Straßenverkehr verlegt und um Unterrichtsinhalte ergänzt, die die Praxiserfahrungen der Schüler reflektieren.

Dabei ist das Fahrrad-Tagebuch das neue grundlegende Lernmittel in der Hamburger Radfahrausbildung. Damit wird das Kind als aktiver Radfahrer angesprochen: Sein Fahrrad, seine Verkehrsumgebung im Stadtteil und seine Erfahrungen sind der Ausgangspunkt des Lernens. Eigenaktives Lernen steht im Mittelpunkt. Das Fahrrad-Tagebuch motiviert die Kinder, mit dem Rad ihren Stadtteil zu erfahren.

Jährlich an 14.000 Kinder kostenlos verteilt

Das Fahrrad-Tagebuch entstand im Rahmen der Zusammenarbeit von Schulen, Polizei, Schulbehörde und Innenbehörde. Das Fahrrad-Tagebuch ist die Klammer zwischen Schule und Polizei und stärkt deren Kooperation. Lehrerinnen und Lehrer unterstützen seitdem aktiv die Radfahrausbildung der Kinder.

Das Fahrrad-Tagebuch wird durch weitere Unterrichtsmaterialien ergänzt und pro Jahrgang an 14.000 Kinder kostenlos verteilt. Die Investitionen von rund 60.000 Euro sowie die laufenden Kosten von 10.000 Euro stammen aus Landesmitteln, Sponsoring und Spenden.

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Brückenbauwerk und Schulprojekt als Beispiele
Mit einer Vielzahl an Maßnahmen fördert Hamburg das Radfahren und ein fahrradfreundliches Klima: Ein Brückenbauwerk, eine dokumentierte Veranstaltungswoche und ein Schulprojekt als Beispiele.
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