Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Hamburgs Velorouten Fahrradstrecken für den Alltag

Künftig die "Hauptstraßen" für die Radfahrer. Was diese 14 Strecken auszeichnet, lesen Sie hier.

Fahrradstrecken für den Alltag

Was ist eine Veloroute?

Velorouten sind Alltagsrouten – Routen, auf denen der Radverkehr auf alltäglichen Wegen schnell und komfortabel von A nach B kommen soll. Sie bilden besonders wichtige Hauptverbindungen im Hamburger Radverkehrsnetz, haben also das Potenzial – einen entsprechenden Ausbau vorausgesetzt – dass sehr viele Radfahrerinnen sie benutzen, um ihre Fahrtziele zu erreichen. Velorouten sollen somit langfristig die „Hauptstraßen“ für den Fahrradverkehr werden.

Im Gegensatz dazu stehen die Freizeitrouten, die vorrangig im Grünen geführt werden und insofern auch einmal Umwege oder einen weniger guten Belag haben können.

In Hamburg gibt es 14 Velorouten, die zusammen 280 km lang sind. Sie sollen ein stadtweites alltagstaugliches Radroutennetz bilden. Die Strecken werden vorrangig über verkehrsarme Straßen geführt, sodass Radfahrer günstige und angenehme Wegeverbindungen im stadtteilübergreifenden Verkehr bis in das Hamburger Umland hinein haben. In der Regel kann hier problemlos auf der Fahrbahn gefahren werden. Teilweise können diese Straßen als Fahrradstraße ausgewiesen werden.

vergrößern alle Altersgruppen auf dem Fahrrad Uferstraße – Von-Essen-Straße – Lortzingstraße (Veloroute 6), Fahrradstraße (Bild: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Olaf Böhm)

Wo es nicht anders geht, z.B. um Umwege zu vermeiden, werden Velorouten aber auch entlang von Hauptverkehrsstraßen geführt. Dann müssen dem Radverkehr anforderungsgerechte Radverkehrsanlagen (gut ausgebaute Radwege, Radfahrstreifen, Schutzstreifen) angeboten werden.

Trotz vieler Verbesserungen in letzter Zeit ist das Netz der 14 Hamburger Velorouten noch nicht durchgängig komfortabel ausgebaut.  Leider gibt es noch zahlreiche Streckenabschnitte, deren baulicher Zustand noch nicht den heutigen Ansprüchen genügt. Auch die Fahrrad-Wegweisung ist bisher erst an wenigen Streckenabschnitten vorhanden. Die Wegweisung soll in der Regel erst dann aufgestellt werden, wenn die durchgehend komfortable Befahrbarkeit gewährleistet ist. Die Situation soll schrittweise verbessert werden.

Was unternimmt Hamburg konkret?

Die Velorouten werden Route für Route oder in Abschnitten nach und nach sicher und komfortabel ausgebaut.

Dadurch soll zum einen die durchgängig regelkonforme Befahrbarkeit dieses Netzes erreicht werden. Zum anderen geht es um die Verbesserung der Radverkehrsanlagen an verkehrsreichen Straßen. An vielen Stellen gab und gibt es Verbesserungen, die ausführlich in den  „Fortschrittsberichten" 2010  und 2013 zur Radverkehrsstrategie für Hamburg beschrieben sind.

Fertig gestellte Velorouten (jeweils stadtauswärts):

In Planung sind

Verantwortlich ist die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Sie berücksichtigt im Rahmen der jährlichen Bauprogramme die schrittweise Verbesserung dieses Routennetzes. An vielen Stellen sind die Bezirke zuständig. Behörde und Bezirke stimmen sich eng ab.

Warum investiert Hamburg in die Velorouten?

Radfahren soll sicher, zügig und bequem sein und unter verkehrlichen Bedingungen stattfinden können, die sowohl von erfahrenen Radlerinnen und Radlern als auch von Kindern und Erwachsenen, die bisher nur selten das Rad genutzt haben, als angenehm empfunden werden. Voraussetzung ist eine fahrradfreundliche Infrastruktur der Verkehrswege für den Radverkehr.

Sichere Straßen und eindeutige Radverkehrsanlagen mit gutem Standard entsprechend dem Stand der Technik. Sie  tragen auch zu einem guten Verkehrsklima und einer größeren Sicherheit bei.

Bisher noch eine Idee: Radschnellwege

In der zuständigen Behörde wird bereits über eine weitere Art von Fahrradwegen nachgedacht: Radschnellwege. Auf diesen können Radfahrerinnen und Radfahrer mit einer gleichbleibend hohen Reisegeschwindigkeit fahren. Dies wird durch besondere Fahrbahnbreite, Kreuzungsfreiheit, Geradlinigkeit bzw. große Kurvenradien und eine besonders gute Oberflächenbeschaffenheit erreicht.

Radschnellwege gibt es bisher vor allem in den Niederlanden und Belgien sowie in Dänemark. Hier soll das Fahrrad als individuelles Verkehrsmittel auch für längere Strecken konkurrenzfähig werden, was mit hochwertigen Rädern schon heute der Fall ist, mit elektrisch verstärkten Pedelecs absehbar aber noch weit größere Bedeutung bekommen wird. Radschnellwege eignen sich besonders für die Verbindung von Vororten mit der Innenstadt.

In Hamburg ist langfristig die Nord-Süd-Verbindung über die Elbinsel Wilhelmsburg als Bestandteil der Verbindung von der City nach Harburg als Radschnellweg vorstellbar.