8. Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur 2007
Der Landesrat für Stadtteilkultur lädt zum 8. Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur am Freitag, den 16., und Samstag, den 17. November 2007, in das Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, ein.
Stadtteilkultur als Impulsgeber im demografischen Wandel
Der demografische Wandel stellt mit der Verschiebung des Verhältnisses der Lebensalter zueinander für die zukünftige Stadtgesellschaft eine große Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf Migrationsprozesse und auf die Familienpolitik im Sozialraum, die sich zukünftig für alle Altersgruppen öffnen und ein solidarisches Netz fördern könnte, das Bedarfe und Potenziale miteinander verknüpft sowie das Gemeinwesen stärkt. Dabei nimmt Kultur als Stadtgestalter und Impulsgeber für innovative Projektpraxis eine bedeutsame Rolle ein. Vor dem Hintergrund der aktuellen Bezirksverwaltungsreform und der damit verbundenen Sozialraumorientierung werden beim 8. Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur generationenübergreifende und integrative Konzepte und Praktiken vorgestellt und diskutiert sowie neue Angebots- und Projektformen entwickelt.
Fachleute aus Theorie und Praxis beleuchten folgende Schwerpunkte:
- Kultur als Labor der Zukunft?
- Neue Allianzen für gesellschaftliches Engagement
- Kultur und Bildung als Schlüssel für Potenziale im Sozialraum
- Werkstatt: Den Wandel im Dialog gestalten
- Migration und Geschichtsarbeit im Stadtteil
Freitag, 16. November 2007
17.30 Uhr Auftakt mit Musik
18.00 Uhr Begrüßung:
Hans Heinrich Bethge, Senatsdirektor der Kulturbehörde Hamburg
Torsten Meinberg, Bezirksamtsleiter in Harburg
18.20 Uhr Fachimpulse
Einstieg in den Themenkomplex »Demografischer Wandel in der Stadtentwicklung«
Demografischer Wandel und Familienpolitik
Dr. phil. Andreas Borchers, Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung GmbH an der Universität Hannover
Stadtentwicklung durch Kultur
Prof. Dr. Volker Kirchberg, Universität Lüneburg
19.00 Uhr Talk am Abend
Moderation: Claus Friede
Weitere Talkgäste:
Hans Heinrich Bethge, Senatsdirektor der Kulturbehörde Hamburg
Yvonne Fietz, Stadtkultur Hamburg
20.30 Uhr Ausklang
Live-Musik und Buffet
Samstag, 17. November 2007
10.00 Uhr Auftakt
10.15 Uhr Fachimpuls: Stadtteilzentren im demografischen Wandel
Dr. Albrecht Göschel, Berlin
11.00 Uhr Arbeitsgruppen
Kultur als Labor der Zukunft?
Referenten: Dr. phil. Andreas Borchers, IES an der Universität Hannover
Holger Reinberg, Fachamtsleiter Sozialraummanagement Harburg
Neue Allianzen für gesellschaftliches Engagement
Referent: Prof. Dr. Wolfgang Stark, Universität Düsseldorf und Essen
Kultur und Bildung als Schlüssel für Potenziale im Sozialraum
Referentin: Sabine Sautter, Evangelisches Bildungswerk München e.V.
Referent: Dr. Reinhold Knopp, stadt-konzept, Düsseldorf
Werkstatt: Den Wandel im Dialog gestalten
Referentin: Dr. Susanne Keuchel, Zentrum für Kulturforschung, Bonn
Referent: Volkmar Hoffmann, Bürgerhaus Wilhelmsburg, Hamburg
Migration und Geschichtsarbeit im Stadtteil
Referent: Martin Düspohl, Kreuzberg Museum, Berlin
Referentin: Irene Schülert, Galerie Morgenland, Hamburg
13.30 Uhr Schlussakkord (Prof. Dr. Sabine Stövesand, HAW Hamburg)
Veranstalter: Landesrat für Stadtteilkultur der Kulturbehörde Hamburg. Der Eintritt ist frei
Anmeldung:
Kulturbehörde Hamburg – K24
Referat Stadtteilkultur
Hohe Bleichen 22
20354 Hamburg
Telefon: 040 – 428 24-221
Telefax: 040 – 428 24-256
Arbeitsgruppen
Kultur als Labor der Zukunft?
Vor dem Hintergrund der Bezirksverwaltungsreform und der damit verbundenen Einrichtung von Sozialraummanagement-Fachämtern in den Bezirken und der von Fachbehörden vorangetriebenen Bildung von Community Centern stellt sich die Frage nach den veränderten Rollen und Funktionen von Stadtteilkulturzentren. Senatsprogramme wie die »Wachsende Stadt« und Kampagnen wie die »Lebenswerte Stadt« forcieren die Bündelung verschiedener Kräfte aus den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales. Welche Bedeutung nehmen dabei z. B. die Entwicklung des neuen Stadtteilhauses in Dehnhaide, die Profilierung und der Ausbau bestehender Angebote zum Kultur- und Bildungszentrum Barmbek-Nord etc. ein?
Dr. phil. Andreas Borchers, Institut für Entwicklungs- und Strukturplanung, Hannover
Strategische familienpolitische Ziele in den Quartieren
Holger Reinberg, Fachamtsleiter Sozialraummanagement Harburg
Demografischer Wandel und Sozialraummanagement
Neue Allianzen für gesellschaftliches Engagement
Welche Konzepte eines werteorientierten Managements eignen sich für strategische Allianzen zwischen Profit- und Nonprofit-Organisationen, um neue Verbindungen zwischen den Lebensaltern herzustellen, die die gegenseitige Unterstützung fördern und das Gemeinwesen stärken? Als Professor für Organisationspsychologie bringt Wolfgang Stark seine Kenntnisse im Bereich »Corporate Citizenship« und »Service-Learning«-Projekten von Studenten in eine fachliche Auseinandersetzung mit Grundlagen des Managements und der Organisationsstruktur für innovative Projekte ein.
Prof. Dr. Wolfgang Stark, Universität Düsseldorf und Essen
Strategische Allianzen für Alt und Jung
Kultur und Bildung als Schlüssel für den Sozialraum
Menschen im dritten Lebensalter können als »Keyworker« eine aktive Rolle in der Gesellschaft einnehmen. Keyworker sind Menschen, die einen Schlüssel besitzen für die oft verschlossene Tür zwischen Kultur-(einrichtungen) und so genannten »sozialen Zielgruppen«. Keywork als spezielle Vermittlungsform für Kultur basiert auf dem Respekt gegenüber allen Menschen und auf der Achtung besonderer Bedürfnisse z. B. von Migrant/inn/en, alten oder behinderten Menschen. Keyworker stellen z. B. zwischen Kultureinrichtungen und Älteren Anknüpfungspunkte ihnen. Sabine Sautter beschreibt in ihrem Impulsreferat die neue Rolle Älterer als »Keyworker« in Kultur- und Bildungsprojekten mit Migrant/inn/en und älteren Menschen. Reinhold Knopp stellt sozialraum- und quartiersbezogene Projekte für verschiedene Generationen vor.
Sabine Sautter, Evangelisches Bildungswerk München e.V.
Der Kulturführerschein – innovative Konzepte für den demografischen Wandel
Dr. Reinhold Knopp, stadt-konzept, Düsseldorf
Das Keywork-Konzept. Sozialraumorientierte Kultur- und Bildungsarbeit im Dialog der Generationen
Werkstatt: Den Wandel im Dialog gestalten
Um den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen zu können, gilt es neue Angebotsformen zu entwickeln. Kulturveranstalter und -manager nehmen in dieser Werkstatt Einblick in aktuelle Forschungen und Studien: Die Referentin Susanne Keuchel stellt Daten aus bundesweiten empirischen Bevölkerungsumfragen mit Blick auf die Generationsperspektive dar. Ausgehend von einer Umfrage »Kultur50plus« hat das Stadtteilkulturzentrum Bürgerhaus Wilhelmsburg eine auf ältere, aktive Menschen zugeschnittene Angebotsentwicklung erarbeitet und stellt erste Ergebnisse und Erfahrungen vor.
Dr. Susanne Keuchel, Zentrum für Kulturforschung, Bonn
Kulturelle Generationsunterschiede im Wandel– Ergebnisse aus empirischen Studien
Volkmar Hoffmann, Bürgerhaus Wilhelmsburg, Hamburg
Kultur50plus – Neue Angebote für die »neuen Alten«
Migration und Geschichtsarbeit im Stadtteil
Durch den zum Teil sehr hohen Anteil von Stadtteilbewohnern mit Migrationshintergrund stellen sich neue Anforderungen an die »Geschichtsarbeit im Stadtteil«. Stadtteilgeschichte wird dabei zum Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung individueller Migrationsgeschichte(n). Martin Düspohl gibt Einblick in »Integrative Museumsprojekte« in Berlin, und Irene Schülert stellt ihr Buch »Man nimmt sich mit, wohin man geht – Lebensgeschichten von Migranten in Hamburg« vor.
Martin Düspohl, Kreuzberg Museum, Berlin
Integrative Museumsprojekte
Irene Schülert, Galerie Morgenland, Hamburg
Man nimmt sich mit, wohin man geht – Lebensgeschichten von Migranten in Hamburg

Mister Wong
Webnews
Yigg
Del.icio.us



