"Nationaldemokratische Partei Deutschlands" (NPD)
NPD Logo
(Publikation Internet)
Die 1964 gegründete NPD ist die älteste rechtsextremistische Partei in der Bundesrepublik Deutschland. Nach zahlreichen Erfolgen bei Landtagswahlen verfehlte sie bei der Bundestagswahl im Jahr 1969 mit 4,3% nur knapp den Sprung ins Parlament. Die NPD vertritt heute offen und in besonders aggressiver Weise fremdenfeindliche, rassistische und antisemitische Positionen und versteht sich als Fundamentalopposition zum gegenwärtigen "System". Mit Hetze und übler Propaganda insbesondere gegen Juden lässt die NPD ihre Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus deutlich erkennen.
Udo VOIGT
(Publikation Internet)
Aus dem Schulterschluss mit den sogenannten Freien Nationalisten (Neonazis und neonazistische Skinheads) entwickelte sich jedoch keine reibungslose Integration. Die alten NPD-Funktionäre sahen sich zunehmend mit innerparteilichen Oppositionsgruppen (Revolutionäre Plattform) konfrontiert; es kam zu langanhaltenden Querelen und Parteiausschlüssen. Die Auseinandersetzungen verschärften sich zusätzlich, als die unterschiedlichen Ansichten zum Abwehrverhalten der Partei gegen das 2001 eröffnete Verbotsverfahren (s.u.) aufeinanderprallten. In der gemeinsamen Front gegen das "System" kam es zu Rissen, die bis heute nicht vollständig überwunden sind.
NPD-Anhänger mit Flaggen
(Publikation Internet)
Beide Lager, NPD und Neonaziszene, operieren mit dem Schlagwort von den "national befreiten Zonen". Während Neonazis und Skinheads dies eher räumlich verstehen, verbindet die NPD damit auch einen geistigen Anspruch: In der politisch intellektuellen Auseinandersetzung mit dem weltanschaulichen Gegner soll neues Terrain in den "Köpfen" ("Kampf um die Köpfe") gewonnen werden.
NPD-Demonstration gegen das Parteiverbotsverfahren 2001 in Berlin
(Publikation Internet)
Die Wende trat erst 2004 ein, als die NPD den Anstoß zu einer "Volksfront von Rechts" gab, in der NPD, DVU und "Freie Nationalisten" politisch zusammenarbeiten sollten. Hierzu gehörte u.a. die unter dem Begriff "Deutschlandpakt" getroffene Übereinkunft zwischen den beiden rechtsextremistischen Parteien, bei Wahlen nicht gegeneinander anzutreten. Diese Absprache wirkte sich erstmals bei zwei ostdeutschen Landtagswahlen im September 2004 aus. Die DVU errang sechs Sitze in Brandenburg und die NPD zog mit zwölf Mandaten (9,2%) in den sächsischen Landtag ein. Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern im September 2006 gelang es der Partei, unter Einbindung von Angehörigen der neonazistisch geprägten Kameradschaftsszene flächendeckend in allen Wahlkreisen mit Direktkandidaten anzutreten. Führende Vertreter der örtlichen "Freien Nationalisten" erhielten aussichtsreiche Plätze auf der Landesliste der Partei, sodass zwei von ihnen in den Landtag einziehen konnten. Im Gegenzug wurde der Landesverband im Wahlkampf personell stark von Anhängern der Kameradschaftsszene unterstützt.
Bruch des Deutschlandpaktes - Logos der NPD und DVU
(Publikationen Internet / Bildmontage LfV)
Nach der Neuwahl des Bundesvorstandes und der Wiederwahl des umstrittenen Vorsitzenden Udo VOIGT im April 2009 brach der schon länger schwelende parteiinterne Richtungskampf offen aus. Funktionäre der sächsischen NPD-Landtagsfraktion erklärten, ihr Ziel sei es, bei den anstehenden Wahlen die Erfolgsträchtigkeit des "sächsischen Weges" zu beweisen, der für einen gegenwartsbezogenen und volksnahen Nationalismus stehe. Der Personenkreis um VOIGT wiederum wertete es als gefährlichen Anpassungskurs, wenn nunmehr eine einseitige Hinwendung zu national-konservativen Kreisen angestrebt werde. Bei einer Anpassung an konservative Schichten verlöre der klare sozialrevolutionäre Kurs der NPD seine Glaubwürdigkeit. Die NPD dürfe mit ihrer Argumentation nicht versuchen, in die Mitte der Gesellschaft zu drängen, sondern müsse diese zu sich ziehen. Zwar gelang der NPD bei der Landtagswahl in Sachsen im August 2009 mit 5,6% der Wählerstimmen erstmalig der Wiedereinzug in ein Landesparlament, sie konnte aber ihren Erfolg von 2004 (9,2 %) nicht wiederholen. Die entgegengesetzten Strömungen in der Partei verbuchen das sächsische Wahlergebnis jeweils als Bestätigung der eigenen Position. Eine Beendigung dieses Konflikts ist derzeit nicht absehbar.
Der im Rahmen des "Volksfront-Konzeptes" angestrebte Schulterschluss mit den "Freien Nationalisten" ist in den einzelnen Regionen unterschiedlich ausgeprägt. In Hamburg ist eine zunehmende personelle Verschmelzung von NPD und Neonaziszene festzustellen. Landesvorsitzender war seit Februar 2007 der bundesweit bekannte Neonazi Jürgen Rieger (verstorben am 29.10.09), der im Mai 2008 auch zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt worden war. Die politische Richtung und die Aktivitäten der Hamburger NPD werden seit Februar 2007 weitgehend von Neonazis bestimmt, die für ihre Aktionen die Strukturen und Ressourcen der Partei nutzen können. In der Öffentlichkeit treten neonazistische Aktivisten auch unter dem Deckmantel angeblicher "Bürgerinitiativen" auf (z.B. "Bürgerinitiative Für ein sicheres Harburg", "Bürgerinitiative Für ein sicheres Bergedorf").

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