Senatskanzlei

Koalitionsvertrag Dialog mit den Religionsgemeinschaften

Dialog mit den Religionsgemeinschaften

Die Koalitionspartner verstehen Hamburg als eine offene Stadt des interreligiösen Dialoges. Diesen wollen wir auch weiterhin unterstützen und im Dialog mit den Religionsgemeinschaften weiterentwickeln.

Deshalb halten wir am Hamburger Modell des gemeinsamen Religionsunterrichts für alle fest, an dem alle Kinder, gleich welcher Konfession sie angehören, teilnehmen können. Er soll in Zukunft in gleichberechtigter Verantwortung aller beteiligten Religionsgemeinschaften erteilt werden. Die Akademie der Weltreligionen spielt bei dieser Fortentwicklung eine wichtige Rolle.

Der 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 wird ein wichtiger Anlass, sich an dieses unsere Hamburger Geschichte prägende Ereignis zu erinnern.

Die Koalitionspartner werden die islamischen und alevitischen Verbände und Gemeinden auf ihrem Weg der Anerkennung als Körperschaft unterstützen.

Die Koalitionspartner sehen das räumliche Problem vieler muslimischer Gemeinden und werden deshalb diesen im Baurecht und bei der Grundstücksvergabe die Möglichkeit zum Bau ihrer Gotteshäuser einräumen, die andere Religionsgemeinschaften auch haben.

Das jüdische Leben verdient auch weiterhin unsere besondere Unterstützung und unseren Schutz. Es ist eine historische Pflicht, die jüdische Gemeinde trotz des staatlichen Neutralitätsgebots auch in Zukunft finanziell zu fördern.

Islamfeindlichkeit auf der einen und Radikalisierung auf der anderen Seite wenden sich gleichermaßen gegen das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt. Deshalb betonen die Koalitionspartner die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens mit den muslimischen und alevitischen Partnern der Stadt gegen Radikalisierung. Diese können dem Prozess der Radikalisierung auf theologischer Ebene etwas entgegen setzen und ein alternatives Gemeindeleben aufzeigen und sind deshalb ein wichtiger Partner in der gemeinsamen Präventionsarbeit, aber auch um Radikalisierte für eine pluralistische demokratische Gesellschaft zurückzugewinnen.