Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Aufenthaltsqualität Eidelstedt-Mitte und Harburger Innenstadt/ Eißendorf-Ost sollen attraktiver werden

Senat beschließt neue Fördergebiete im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)

Für mehr Aufenthaltsqualität: Eidelstedt-Mitte und die Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost sind als neue Fördergebiete festgelegt worden, die mit Mitteln der Integrierten Stadtteilentwicklung unterstützt werden sollen.

Eidelstedt-Mitte und Harburger Innenstadt/ Eißendorf-Ost sollen attraktiver werden

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Wir entwickeln Hamburg als lebenswerte Stadt weiter und fördern den sozialen Zusammenhalt. Deshalb haben wir diese zwei Gebiete mit Unterstützungsbedarf als neue Fördergebiete festgelegt und investieren in soziale Infrastruktur, Straßen und Plätze und die Stärkung der Nahversorgung. Das geht nur mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Deswegen sollen ihre Mitwirkungsmöglichkeiten gestärkt werden.“

Thomas Völsch, Bezirksamtsleiter Harburg: „Die Einrichtung eines RISE-Gebietes  ist eine gute Entscheidung, die zusätzliche Handlungsoptionen und Entwicklungschancen für die Harburger City bietet.“

Dr. Torsten Sevecke, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel: „Der Zuschnitt des RISE-Gebietes sichert eine umfassende Stabilisierung Eidelstedts. Der  Stadtteil wird mit zusätzlichen Mitteln seine soziale Infrastruktur ergänzen können und eine zielgerichtete Aufwertung erfahren.“

Untersuchungen der zuständigen Bezirksämter in Eidelstedt und Harburg/Eißendorf zeigen Unterstützungsbedarf in den Quartieren. Mit dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung verfolgt der Senat eine konzertierte Strategie, Stadtteile oder Versorgungszentren mit besonderem Entwicklungsbedarf aufzuwerten und die Lebensqualität in diesen Quartieren zu verbessern.

Es sollen attraktive Quartiere und Versorgungszentren zum Leben, Wohnen, Arbeiten und Einkaufen entstehen: Quartiere, die das nachbarschaftliche und kulturelle Leben fördern, die öffentliche Plätze und Grünanlage mit hoher Aufenthaltsqualität besitzen, Versorgungszentren in den Stadtteilen, die die von den Bürgerinnen und Bürgern und gewünschte Angebotsvielfalt vorhalten.

Die Bund-Länder-Städtebauförderung, die in Hamburg unter Integrierter Stadtteilentwicklung firmiert, leistet dazu einen entscheidenden Beitrag. Auch die Bezirke, andere Behörden sowie die Wirtschaft und private Eigentümer beteiligen sich an diesen quartiersbezogenen Strategien.

Die neuen Fördergebiete im Einzelnen:

Eidelstedt-Mitte

Das neue Fördergebiet Eidelstedt-Mitte umfasst im Wesentlichen den zentralen Bereich um den Eidelstedter Platz. Daran westlich anschließend auch das Wohnquartier Eisenbahnerviertel bis zur Bahntrasse und Station Elbgaustraße. Nördlich des Eidelstedter Platzes ist das Wohnquartier um Pflugacker/Hörgensweg einbezogen, östlich anschließend auch das Quartier Duvenacker/Steinwiesenweg.

Die Ergebnisse einer Analyse des Bezirksamts Eimsbüttel belegen städtebauliche Defizite sowie − teils bestehende, teils drohende − Funktionsverluste des zentralen Geschäftsbereichs in Eidelstedt-Mitte. So sind vermehrte Leerstände und Billiganbieter erkennbar.

Weil die verschiedenen Ladenstandorte rund um den Eidelstedter Platz unzureichend miteinander verbunden sind, sollen Orientierungsmöglichkeiten ausgebaut und die Gestaltung der öffentlichen Straßen und Plätze verbessert werden. Auch das Eidelstedter Bürgerhaus weist Modernisierungsbedarf auf. Deshalb hat der Senat das Gebiet Eidelstedt-Mitte als RISE-Gebiet festgelegt. Das Gebiet soll als zentraler Versorgungsbereich für das Einkaufen gestärkt werden. Auf dieser Grundlage soll Eidelstedt-Mitte mit Mitteln der Programme „Stadtumbau“ sowie „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ der Bund-Länder-Städtebauförderung unterstützt werden. Das Bürgerhaus soll als Treffpunkt im Stadtteil gestärkt werden.

Das Eidelstedter Zentrum wird über die Weiterentwicklung des Wochenmarktes, bessere Wegeverbindungen und durch bessere Verkehrsanbindungen sowohl im Nahverkehr als auch über ein Parkleitsystem gestärkt. Entscheidend ist dabei aber auch die Vernetzung der Geschäfteinhaber und Gewerbetreibenden vor Ort.

Das angrenzende Wohngebiet, das Eisenbahnerviertel, soll qualitativ verbessert werden. Damit es den modernen Anforderungen an ein stabiles und gut ausgestattetes Wohnumfeld gerecht werden kann, sollen die soziale Infrastruktur und die Grünflächen aufgewertet werden, Spielmöglichkeiten für Kinder verbessert und neuen Wohnungen sowohl öffentlich gefördert als auch frei finanziert realisiert werden.

Die weitere Gebietsentwicklung in Eidelstedt-Mitte wird das Bezirksamt Eimsbüttel unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gestalten. RISE bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten, beispielsweise die Einrichtung eines Stadtteilbüros als Anlaufstelle im Quartier, die Beauftragung eines Gebietsentwicklers als Ansprechpartner oder die Einrichtung eines Verfügungsfonds zur unbürokratischen Förderung kleinerer Maßnahmen.

Auch durch die geplanten Flächen für die Flüchtlingsunterbringung in Festbauten wird Eidelstedt in den kommenden Jahren weiter wachsen. Hier soll die Entwicklung dieser neuen Wohnquartiere unterstützt und die Integration ihrer neuen Bewohnerinnen und Bewohner mit den bereits ansässigen Eidelstedterinnen und Eidelstedtern gefördert werden.

Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost

Das neue Fördergebiet Harburger Innenstadt / Eißendorf-Ost umfasst weite Teile der Harburger Innenstadt sowie den Bereich Eißendorf-Ost. Dabei bilden die B73 mit der Buxtehuder Straße den östlichen, die denkmalgeschützten Phoenix-Hallen den südlichen und das Wallgrabenquartier den nördlichen Gebietsabschluss.

Derzeit konzentrieren sich Kaufkraftverluste, Geschäftsaufgaben und entsprechende Leerstände vor allem im Südteil der Lüneburger Straße, im Bereich Harburg Center, Harburg Carrée und Seevepassage. Daher soll sich die Innenstadt Harburg wieder zu einem attraktiven, belebten urbanen Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität und stark nachgefragter Versorgungsfunktion entwickeln. Die Wohnfunktion der Innenstadt soll erhöht und die Belebung in den Abendstunden verbessert werden.

Darüber hinaus ist der Wohnungs- und Gebäudebestand in Eißendorf-Ost, insbesondere im Bereich Eißendorfer Straße und Bremer Straße, unter anderem in energetischer Hinsicht sanierungsbedürftig. Die Gestaltung öffentlicher Straßen und Plätze ist teilweise unzureichend und die Wohnumfelder besitzen kaum Aufenthaltsqualität. Die Auswertung der Sozialstruktur hat ergeben, dass es über alle Altersschichten der Bevölkerung hinweg einen erhöhten Anteil von Menschen gibt, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Die soziale Belastung des Gebiets zeigt sich vor allem in den jüngeren Altersschichten: Rund 40 Prozent der Kinder unter 15 Jahren leben in Bedarfsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II. Dieser Anteil ist doppelt so hoch wie im Hamburger Durchschnitt.

Angesichts des besonderen Entwicklungsbedarfs des Gebiets und der Zusammensetzung und wirtschaftlichen Situation der dort lebenden und arbeitenden Menschen hat der Senat das Gebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost als Gebiet der „Sozialen Stadt“ festgelegt mit dem Ziel einer Stabilisierung und Aufwertung des Gebiets. Die Wohnqualität soll durch eine Aufwertung der Wohngebäude im Gebietsteil Eißendorf-Ost verbessert werden. Freiräume und Grünflächen von Eißendorf-Ost werden aufgewertet um verbesserte Möglichkeiten für die Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen, Sport zu treiben. Die Wegeverbindungen zwischen den einzelnen Quartieren, insbesondere die Verbindungswege in die Grünräume von Eißendorf-Ost und zum Harburger Binnenhafen, werden verbessert und gestalterisch aufgewertet. Auf dieser Grundlage soll das Gebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost mit Mitteln der Programme „Soziale Stadt“ sowie „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ der Bund-Länder-Städtebauförderung unterstützt werden.

Auch hier gilt: Die weitere Gebietsentwicklung im Gebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost wird das Bezirksamt Harburg unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gestalten. RISE bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten wie die Einrichtung eines Stadtteilbüros als Anlaufstelle im Quartier, die Beauftragung eines Gebietsentwicklers als Ansprechpartner oder die Einrichtung eines Verfügungsfonds zur unbürokratischen Förderung von kleineren Maßnahmen.

Rückfragen der Medien:

Dr. Magnus-Sebastian Kutz, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen,
Tel. 040/42840-2051, 0170/4568794, magnus.kutz@bsw.hamburg.de