•  
  •  
  •  
  •  
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Rothsteinsmoor: Neun Hektar Vielfalt

von Wolfgang Schmahl

Hamburgs neuestes Naturschutzgebiet ist das Rothsteinsmoor beim Flughafen in Langenhorn. Es handelt sich um ein circa neun Hektar großes Restmoor und ein wertvolles Refugium für seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten.  

 

Im Naturschutzgebiet Rothsteinsmoor
(Bild: Tammo Wemken)

Das Rothsteinsmoor ist der Rest einer ehemals großflächig zusammenhängenden Hochmoorlandschaft und liegt nordöstlich des Flughafens. Weite Teile des Gebiets sind von Laubwald, kleineren Heideflächen und einer Sanddüne bedeckt. Die kleinräumige Vielfalt an schutzwürdigen Biotopen bietet einer großen Anzahl an Pflanzen- und Tierarten geeignete Lebensräume.

Im Bereich des alten Moorkörpers findet sich vor allem ein besonders gut ausgeprägter Bestand von Gagelsträuchern. Der Gagelstrauch (myrica gale) steht auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten. Er wächst vorwiegend an den Rändern von Mooren und feuchten Heiden. Größere Gagelstrauchbestände finden sich in Mitteleuropa heute fast nur noch in Naturschutzgebieten. Außerdem kommen verschiedene Seggenarten, zum Beispiel die Steife Segge und die Schnabelsegge vor. Auf der zentral gelegenen Heidefläche wachsen vornehmlich Besen- und Glockenheide.

In den Gewässern und deren Uferbereichen hat sich eine Vielzahl von gefährdeten Rote-Liste-Arten angesiedelt, darunter die Öhrchenweide, die Schwarzweide, die Graue Segge, die Schnabelsegge, die Gemeine Sumpfsimse, die Gemeine Teichsimse  sowie der Wasserhahnenfuß. Für die Fauna sind im Rothsteinsmoor besonders die Artengruppen der Schmetterlinge, Libellen und Amphibien hervorzuheben. Die Libellen, die im Gebiet vorkommen, zeichnen sich durch eine besondere Vielfalt aus und umfassen ungefähr zwanzig Libellenarten.

Ein Trittsteinbiotop zur Vernetzung

Die Sicherung und Entwicklung des Rothsteinsmoores dient dazu, ein "Trittsteinbiotop" zur Vernetzung der moorspezifischen Pflanzen- und Tierarten mit den umliegenden Mooren - namentlich dem Raakmoor und den Hummelsbütteler Mooren - zu entwickeln.

Die Erhaltung von Mooren reduziert zudem die Produktion und Freisetzung der klimaschädlichen Treibhausgase CO2 und Lachgas durch Bindung der Stoffe in der organischen Substanz. Durch die Wiedervernässung von entwässerten Mooren kann ein deutlicher Beitrag zur Reduktion der negativen Klimawirkungen geleistet werden. Neben einer Verringerung des CO2-Ausstoßes wirken  Moore maßgeblich ausgleichend auf den Wasserhaushalt und tragen zur Verdunstungskühlung bei.

Die Durchführung der Naturschutzgebietsverordnung liegt beim Bezirksamt Hamburg-Nord. Um die Betreuung des Rothsteinmoores hat sich bisher die Stadtteilgruppe Langenhorn / Fuhlsbüttel des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) verdient gemacht.

Die Naturschutzgebiets-Verordnung finden Sie hier.

Kontaktmöglichkeit
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Naturschutz Wolfgang Schmahl Wolfgang Schmahl Raum E 15 Stadthausbrücke 8 20355 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42840-2701 040 42840-3552 Wolfgang.Schmahl@bsu.hamburg.de

Downloads

NSG Rothsteinsmoor Karte

GIF , 200.58 KB