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Rücksicht auf Kinder Kinder im Straßenverkehr

Rücksicht auf Kinder - Ursachen bei Unfällen mit Kindern und wie alle Verkehrsteilnehmer die Kleinsten schützen können: 

Rücksicht auf Kinder

Kinder sind besonders gefährdet im Straßenverkehr, ob im Auto, auf dem Fahrrad oder zu Fuß. Im Jahr 2017 gab es 671 Verkehrsunfälle mit verunglückten Kindern, davon wurden 88 Kinder schwerverletzt. 2016 verunglückten 680 Kinder im Straßenverkehr – bedauerlicherweise auch zwei Kinder tödlich. Mehr als die Hälfte der Unfälle mit Kindern werden durch Erwachsene verursacht. Gerade die Kleinsten kommen meist als Mitfahrer im Auto zu Schaden. 

Fehler, die zu Unfällen mit Kindern führen, werden nicht nur von grob fahrlässigen Verkehrsteilnehmern begangen – es sind vielmehr die kleinen Unachtsamkeiten, die in einem ungünstigen Moment fatal sein können. Die häufigsten Fehler, die erwachsene Verkehrsteilnehmer dabei machen, sind unangepasste Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen oder beim Einfahren in den Verkehr. 

Viele Unfälle passieren, weil erwachsene Verkehrsteilnehmer beim Abbiegen und Einfahren in den Verkehr, an Ampeln und an Fußgängerüberwegen nicht sorgfältig genug auf Kinder achten. Kinder sind durch ihre geringe Körpergröße aus dem Auto heraus deutlich schlechter zu sehen – ein kurzer Blick reicht meist nicht aus. Dazu kommt: Kinder haben oftmals ein schlechteres Einschätzungsvermögen von Entfernungen und Geschwindigkeiten. Aufgrund der mangelnden Erfahrung im Verkehr können sie unübersichtliche Situation missverstehen. Aus diesen Gründen verhalten sich Kinder vielfach unvorhersehbar und anders als zu erwarten, auch in Begleitung von Erwachsenen. 

Gerade in der Nähe von Schulen, Kindergärten, rund um Spielplätze und in Wohngebieten gilt es daher für andere Verkehrsteilnehmer, bremsbereit und konzentriert zu sein. Ablenkung sollte vermieden werden. Ein zu hohes Tempo ist tödlich – der Anhalteweg erhöht sich überproportional zur Geschwindigkeit. Schon bei 50 km/h fährt das Auto durchschnittlich noch 13 Meter, bis die Person am Steuer reagiert und ein Bremsvorgang eingeleitet wird – und erst nach weiteren 14 Metern kommt das Auto zum Stehen. Diese 27 Meter entsprechen fast sieben Autolängen. Bei 30 km/h ist der Anhalteweg weniger als halb so kurz (Reaktionsweg: 8 Meter + Bremsweg: 5 Meter = Anhalteweg 13 Meter). Dieser Unterschied ist nicht zu unterschätzen – schon ein Abstand von nur einer halben Autolänge kann zwischen Leben und Tod entscheiden. 

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit sollte aus diesem Grund nicht überschritten werden. Und das gilt nicht nur für motorisierte Verkehrsteilnehmer: Auch beim Fahrradfahren ist eine angepasste Geschwindigkeit erforderlich, auch hier ist der Reaktionsweg erheblich länger als der eigentliche Bremsweg – auch hier haben ein paar Meter wieder schwerwiegende Folgen. Gerade die Jüngsten können auch bei einem Zusammenstoß mit einem vermeintlich harmlosen Fahrrad schwerwiegende Verletzungen davontragen. 

Verständlicherweise versuchen viele Eltern Ihre Kinder vor den Risiken des Straßenverkehrs zu schützen in dem sie die Kinder lieber mit dem Auto („Eltern-Taxi“) vor die Schule fahren. Derzeit wird jedes dritte Kind mit dem Auto zur Schule gebracht. In vielen Fällen liegt die Schule nur wenige Gehminuten entfernt. Das aber erhöht im Schnitt nicht die Sicherheit – im Gegenteil. Denn so steigt die Zahl der Fahrzeuge rund um die Schulen und die Beteiligten müssen sich dann oft in chaotischen Situationen zurechtfinden: Kinder müssen sich zwischen wartenden und parkenden Autos hindurchschlängeln, deren Fahrverhalten sie noch schlechter abschätzen können als auf offener Straße. Eltern hinter dem Steuer sind beim Rangieren schnell abgelenkt, haben zudem wenig Platz, inmitten zahlreicher Kinder und anderer Autos zu rangieren oder zu wenden. 

Deshalb gilt: Der Nachwuchs sollte früh lernen, mit den Gefahren im Straßenverkehr umzugehen. Das erlernen Kinder aber am besten selbstständig auf alltäglichen, bekannten Strecken – daher ist es unbedingt empfehlenswert, dass Kinder ihren Schulweg, falls möglich, selbst meistern. Natürlich können Kinder nicht unvorbereitet auf den Weg gehen. Sie müssen ihre Wege üben und über die Gefahren aufgeklärt werden. Deshalb wird in der Schule zum Schulanfang für alle Erstklässler das "Schulwegtraining" gemeinsam mit Partnern im Forum Verkehrssicherheit und der Polizei durchgeführt. 

Das Zu-Fuß-Gehen hat aber noch ganz andere Vorteile: Die Kinder werden selbstständig, ihre Bewegungsfreudigkeit wird gefördert. Zu-Fuß-Gehen fördert die sozialen Kontakte und schult die Sinne der Kinder. Studien belegen, dass Kinder ihren Schulweg zu Fuß viel bewusster wahrnehmen. Unterstützen Sie Ihre Kinder dabei, den Schulweg zu Fuß zu erleben. So verringern Sie auch den Autoverkehr rund um die Schule. Selbstständige Schritte zu Fuß sind auch Schritte zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. Nach erfolgter Radfahrausbildung durch den Polizeiverkehrslehrer kann natürlich auch das Fahrrad genutzt werden. 

Das Forum Verkehrssicherheit fördert die Verkehrssicherheit von Kindern mit folgenden Aktionen:

Aktion Schultüte 

Sicherer Schulweg - ohne Elterntaxis 

Zu Fuß zur Schule 

Verkehrsprävention bei der Polizei Hamburg 



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