„Autonome Nationalisten“ (AN) auch in Hamburg
Rechtsextremistischer Demonstrationszug mit Banner am 01. Mai 2008
(Publikation Internet)
Der Begriff „Autonomer Nationalismus“ (ursprünglich „Autonome Rechte“) ist eine Wortschöpfung Christian WORCHs, der damit in den letzten Jahren eine konzeptionelle Neuorientierung der Neonaziszene als Reaktion auf die Vereinsverbote in den 80er-Jahren umschrieben hatte. WORCH kam zu ähnlichen Ergebnissen wie 1998 Thomas WULFF, dessen Begriff „Freie Nationalisten“ sich letztlich als Sammelbegriff für die Entwicklung der weitgehend organisationsunabhängigen Kameradschaftsszene durchsetzte. WORCH betonte 2005 in seiner Publikation „Gedanken über freien und autonomen Nationalismus“, jener sei möglicherweise auch Ausdruck eines Generationswechsels. Mit Blick auf die „Volksfront von Rechts“, wie sie von der NPD, WULFF und anderen führenden Kameradschaftsvertretern konzipiert worden war, um ihre Kräfte zu bündeln, vertrat WORCH hingegen die Auffassung, mit der Ersetzung des Wortes „frei“ durch „autonom“ grenze man sich vom „Volksfront“-Kurs ab, durch den der Begriff „Freie Nationalisten“ „verwässert“ werde.
WORCH ist ein bundesweit aktiver Neonazi, der eine eher skeptische Distanz zur "Volksfront" und NPD hat. WULFF, Mitglied des NPD-Bundesvorstands, ist auch im Landesverband der NPD in Schleswig-Holstein aktiv.
Die Verfassungsschutzbehörden ordnen die AN dem neonazistischen Personenpotenzial in Deutschland zu und schätzen ihren Anteil daran auf etwa zehn Prozent.
Bereits unmittelbar nach der 1. Mai-Demonstration 2008 in Hamburg hat das LfV Hamburg darauf hingewiesen, dass der „Schwarze Block“ im
(Publikation Internet)
Bei den auf der Internetpräsenz der Gruppe dargestellten politischen Überzeugungen handelt es sich weitgehend um bekannte Grundlagen neonazistischer Ideologie. Sie unterscheiden sich hiervon allerdings durch den Verzicht auf revisionistische Themen und die ausdrückliche Bezugnahme auf Agitationskonzepte, die auch von der linksextremistischen Szene verwendet werden. Die „Autonomen Nationalisten Hamburg“ weisen im Internet darauf hin, dass der „Schwarze Block“ auf Demonstrationen als Mittel zur Wahrung der Anonymität des einzelnen Demonstranten, aber auch als Druckmittel gegenüber der Polizei aufgestellt wird. Neben zahlreichen Links zu anderen AN-Internetseiten gibt es auch einen Verweis auf einen „Black Block Shop“. Der für die Internetseite presserechtlich Verantwortliche ist eine minderjährige Person aus Hamburg. Die im „Black Block Shop“ bestellbaren Kleidungsstücke tragen überwiegend provokative Slogans und Motive, die denen der Hooliganszene ähnlich sind. Der „Schwarze-Block-Lifestyle“ ist primär nicht politisch ausgerichtet, so dass nicht nur Angehörige von AN-Gruppen, sondern generell gewaltbereite Jugendliche als Käuferpotenzial angesehen werden. „Schwarze Blöcke“ setzen sich nicht nur aus AN-Angehörigen, sondern ebenso aus aktionsorientierten Mitläufern zusammen. Die Aktionsform „Schwarzer Block“ ist also nicht mit dem Organisationskonzept „Autonome Nationalisten“ gleichzusetzen.
Plakat - Zerschlagt das System
(Publikation Internet)
Daher ist zu erwarten, dass die AN in der Hamburger Neonaziszene dauerhaft akzeptiert werden, so lange sie sich für die langjährigen Kader als steuerbar erweisen und den historischen Nationalsozialismus nicht in Frage stellen.

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