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Behörde für Schule und Berufsbildung Behörde für Schule und Berufsbildung

Ein echter Fortschritt …

von Nico Struß, Schulleiter der Grundschule Röthmoorweg

Nico Struß Nico Struß

(©Hamburg macht Schule)

Ich möchte mit dem Fazit beginnen: Ich halte die Idee, regionale Bildungskonferenzen (RBK) zu installieren, für einen echten Fortschritt zur curricularen Verknüpfung von Bildungseinrichtungen in einem Stadtteil oder einer Region.

Selbst in gut vernetzten Stadtteilen wird heute kaum für eine Kooperation in Bildungsfragen gesorgt. Frühkindliche und schulische Bildung bauen nicht sinnvoll aufeinander auf. Kitas und Schulen haben häufig Berührungsängste und einen unterschiedlichen Bildungsbegriff. Grundschulen geben Kinder in weiterführende Schulen ab, deren Bildungskonzepte den Lehrkräften zum Teil nur aus ihrer eigenen Schulzeit bekannt sind. Umgekehrt kennen nur wenige Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen die pädagogische Arbeit der Grundschulen, von denen sie Schülerinnen und Schüler übernehmen. Sekundarschulen sollen ihre Schülerinnen und Schüler auf eine Berufswelt vorbereiten, die sich in den letzten Jahren rasant verändert hat. Welche Lehrerin bzw. welcher Lehrer weiß denn heute noch wirklich, was ein Jugendlicher für eine vernünftige Ausbildung mitbringen muss? Weiter mag ich gar nicht denken.

Daher ist es aus meiner Sicht längst überfällig, wenn nun endlich alle Bildungsträger einer Region miteinander ins Gespräch kommen um zu kooperieren – im Interesse der Schülerinnen und Schüler.

Ich könnte mir vorstellen, dass eine professionell moderierte Zusammenarbeit aller an Bildung Beteiligten zu einer Steigerung der Bildungschancen des Einzelnen führen kann und jede Bildungsbiographie so einen »Roten Faden« erhält.

Wichtig erscheint mir, dass von Anfang an eine Bürokratisierung der Arbeit verhindert wird. Meines Erachtens müssen gut geschulte Moderatoren auf Bildungs  praktiker treffen, um nicht an »Luftschlössern« zu  bauen, sondern um das Machbare zu erkennen und erreichbare Ziele zu formulieren. Hier sollte wirklich der Weg das Ziel sein und der nächste Schritt erst dann erfolgen, wenn der vorherige tatsächlich gegan-gen wurde. Dabei kann auch der kleinste gemeinsame Nenner die Grundlage für einen Fortschritt bilden.

Ein erster sinnvoller Schritt in der RBK wäre für mich eine solide Bestandsanalyse. Wo gibt es bereits sinnvolle Kooperationen, von denen andere profitieren können? Welche Wünsche und Erwartungen liegen vor? Wie hole ich alle wichtigen Partner einer Region mit ins Boot? Wo sind Stolpersteine bereits sichtbar und welche sind zu erwarten?

Und nun wieder zum Fazit: Wenn wir das alles in den Griff bekommen, ohne »Traumschlösser« zu bauen, sind die RBK ein wirklicher Fortschritt.