Bergstedt: Wissens- und Sehenswertes Die ruhige Oase der Hansestadt

Schöne alte, reetgedeckte Häuser, ein denkmalgeschützter Ortskern und viel Natur – vor allem junge Familien zieht es in das Walddorf im Nordosten Hamburgs. Weiteres Plus: Die Immobilien sind in Bergstedt noch immer vergleichsweise erschwinglich.

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Wissens- und Sehenswertes in Bergstedt

BezirkWandsbek
Einwohner10.209*
Einwohner pro km²1.447*
Fläche7,1 km²*
Öffentlicher NahverkehrU-Bahn:
U1 (Haltestellen: Buckhorn, Hoisbüttel)

Wenig Trubel und bezahlbarer Wohnraum

Zugegeben, wer den Trubel der Großstadt liebt, ist in Bergstedt wahrscheinlich nicht ganz richtig: Grundstücke, die an Weiden mit grasenden Ponys grenzen, zahlreiche Reiterhöfe und ein durch und durch dörflicher Charakter. Daneben prägen jedoch auch viele Villen den teilweise gehobenen Lebensstil des Stadtteils.

In Bergstedt steppt nicht der Bär, höchstens eines der vielen Pferde, zum Beispiel beim Hamburg-Cup für Spring- und für Dressurreiter, der alljährlich auf dem Hof Bohnhoff stattfindet. Vor allem viele junge Familien zieht es hierher, denn Bauland ist noch relativ günstig und die nötige Infrastruktur im Bereich Schule und Kleinkindbetreuung ist ausreichend vorhanden, Waldorfschule inklusive. Vielleicht zählt Bergstedt auch deshalb zu den am schnellsten wachsenden Stadtteilen Hamburgs.

Denkmalgeschützter Ortskern

Der Bereich um den Bergstedter Markt lässt noch heute das einstige Rundlingsdorf erkennen, denn alle Höfe und Häuser reihen sich rund um den Dorf- beziehungsweise Feuerlöschteich. Dort befindet sich auch der Siemers'sche Hof. Der Hof wurde ursprünglich 1757 als reetgedecktes Bauernhaus erbaut. Nachdem das Gebäude 1870 abgebrannt war, wurde es von Caspar Friedrich Siemers neu erbaut und erfüllt heute multifunktionale Aufgaben. So haben sich unter anderem ein Kindergarten, Arztpraxen und ein Café dort niedergelassen.

Sehenswert ist auch die alte Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, die auch von vielen Besuchern außerhalb des Stadtteils frequentiert wird. So finden dort jährlich bis zu 100 Hochzeiten statt. Jedes Jahr, am ersten Sonntag im Mai, wird rund um die Bergstedter Kirche zudem die „Bunte Meile“ zelebriert. Bei dem beliebten Stadtteilfest mit Flohmärkten und Veranstaltungen stellen Bergstedter Vereine und Einrichtungen ihre Arbeit vor. Musik und Tanzdarbietungen auf der Kulturbühne sowie ein reichhaltiges Angebot für das leibliche Wohl ziehen alljährlich zahlreiche Besucher an.

Wasser wohin das Auge schaut

In Bergstedt befindet man sich stets in Wassernähe, so fließen unter anderem die Rodenbek, die Lohbek, die Furtbek und die Saselbek durch diesen Stadtteil. Bek ist übrigens die norddeutsche Bezeichnung für einen kleinen Bach.

Besonders attraktiv für Naturliebhaber sind die beiden Naturschutzgebiete Hainesch Iland und das Rodenbeker Quellental. Letzteres befindet sich im äußersten Norden des Stadtteils und lässt sich bestens mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Drei Wasserläufe, die der Alster, der Rodenbek und der Bredenbek umgeben als natürliche Grenzen das Naturschutzgebiet.

Dort findet sich eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wasserläufen und Teichen, Wäldern und Wiesen. Bei einer Wanderung durch die Flusstäler entdeckt man an den Hängen Rinnsale, die ins Tal fließen. Diese Quellen gehören zu den wenigen natürlichen Wasseraustritten in Hamburg und geben daher dem Naturschutzgebiet seinen Namen: Rodenbeker Quellental.

Unberührtes Alsterufer

Der Alsteroberlauf begleitet eine vom Menschen nahezu unberührte Uferlandschaft mit zahlreichen botanischen Besonderheiten wie hohen Schlüsselblumen, gelben Buschwindröschen und Veilchen. Im Frühjahr besonders imposant anzusehen sind die schön leuchtenden Sumpfdotterblumen. Doch das Gebiet lädt nicht nur zu idyllischen Spaziergängen, sondern auch zu ausgedehnten Paddeltouren mit dem Kanu ein. Und wer sich nach so viel sportlicher Aktivität stärken möchte, dem sei das Gasthaus Quellenhof empfohlen. Auf der großen Sommerterrasse kann man mit Blick auf den Rodenbeker Teich herrlich entspannen und Spezialitäten der Region genießen.

Im Hainesch Iland, im Süden Bergstedts, gelangt man in ein weiteres reizvolles Gebiet aus Weiden, Wiesen und Obstgärten und dem bewaldeten, steilen Tal der Saselbek. Dort findet sich zudem eine ornithologische Seltenheit: der vom Aussterben bedrohte Eisvogel. Der kobaltblau schillernde Vogel hat an den zerklüfteten Hängen der Saselbek sein Brutrevier – auch ein Indikator für das saubere Wasser im Naturschutzgebiet. Wer Richtung Mühlenteich spaziert, vorbei an Sumpfwiesen und Fischteichen, gelangt zum wunderschön gelegenen Restaurant Alte Mühle – ein Idyll am Rande des Naturschutzgebietes. Im Hauptgebäude aus dem 16. Jahrhundert wird traditionelle und neue deutsche Küche serviert. Den nostalgischen Charme gibt’s gratis.

Bergstedt im Wandel der Zeit

Im Jahr 1248 wurde Bergstedt erstmals urkundlich unter dem Namen Bericstede erwähnt. Der Name geht auf den sächsischen Ortsgründer Beric zurück. Bergstedt war jahrhundertelang landwirtschaftlich geprägt, seit Familie von Wedel Anfang des 14. Jahrhunderts einen Herrenhof mit der Rodenbeker Mühle bewirtschaftete.

Doch der Wohlstand der dort lebenden Bauern wurde durch die verheerenden Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges beendet. Im Jahr 1750 schließlich nahm Hamburg Bergstedt von den hochverschuldeten Herzögen von Holstein-Gottorp als Pfand. Nach dem deutsch-dänischen Krieg 1864 geriet Bergstedt dann an Preußen, bis es 1937 in die Freie und Hansestadt Hamburg eingemeindet wurde.

Erst seit den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts setzte der moderne Wohnungsbau in Form von Einzel- und Mehrfamilienhäusern ein, in denen zumeist junge Familien und Neu-Hamburger wohnen. Gewerbegebiete gibt es seit jeher nur wenige, dafür findet man noch traditionelle Handwerksbetriebe und kleinere Unternehmen in der Gegend.

Karte

*Quelle: Stadtteilprofile Hamburg, Statistikamt Nord (Stand: Nov. 2016)

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Die ruhige Oase der Hansestadt
Schöne alte, reetgedeckte Häuser, ein denkmalgeschützter Ortskern und viel Natur – vor allem junge Familien zieht es in das Walddorf im Nordosten Hamburgs. Weiteres Plus: Die Immobilien sind in Bergstedt noch immer vergleichsweise erschwinglich.
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