Rissen: Wissens- und Sehenswertes Grüner Elbvorort vor den Toren Schleswig-Holsteins

Wittenbergener Strand, Tinsdaler Heide, Forst Klövensteen und das Schnaakenmoor – Rissen ist vor allem eines: grün! Nicht so schick wie Blankenese, sticht Rissen seine mondäne Nachbargemeinde aber mit dem schönsten Elbstrand Hamburgs aus.

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Wissens- und Sehenswertes in Rissen

BezirkAltona
Einwohner15.145*
Einwohner pro km2910*
Fläche16,6 km²*
Öffentlicher NahverkehrS-Bahn:
S1 (Haltestelle: Rissen)

Wittenbergener Strand

Wer den Otto-Schokholl-Höhenweg oberhalb der Elbe per Rad oder zu Fuß passiert, kann beim ersten Mal wohl kaum glauben, dass er sich wirklich noch in einer Großstadt befindet. Die einzigartige Wittenbergener Heide im Rücken, auf der anderen Seite wunderschöne Ausblicke auf die Elbe und die grüne Insel Neßsand, vorbeifahrende Segelboote und große Containerschiffe.

Folgt man dem Elbwanderweg von Westen nach Osten gelangt man zum Wahrzeichen Rissens, dem seit 1899 betriebenen Wittenbergener Leuchtturm. Das 30 Meter hohe Bauwerk dient der Schifffahrt auch heute noch als Richtfeuer aus dem Hamburger Hafen in Richtung Nordsee. Hamburgern und Touristen dient er vor allem als begehrtes Fotomotiv – und das zu Recht: Das Panorama, das sich am Wittenbergener Strand eröffnet, findet in Hamburg keinen Vergleich. Feiner, heller (und sauberer) Sand und der Ausblick ins Grüne lassen Urlaubsfeeling aufkommen und bieten vor allem im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur für die Elbvorortler.

Dennoch konnte sich dieser Strandabschnitt seine idyllische Atmosphäre bis heute größtenteils bewahren und ist längst nicht so überlaufen wie die Elbstrände in Ottensen. Für lange Strandtage ist auch gastronomisch gesorgt: Der Strandkiosk Die Strandkiste, ein kleines Café am Anleger Wittenbergen, versorgt Sonnenbadende und Ausflügler mit Kaffee und Kuchen, Kaltgetränken, Eis sowie kleineren warmen Snacks.

Forst Klövensteen

Neben seinem Vorzeigestrand wird Rissen aber vor allem durch seine vielen Wälder und Naturschutzgebiete geprägt. Allen voran der 513 Hektar große Forst Klövensteen, ein Naherholungsgebiet für Naturfreunde und Familien. Das heute forst- und landwirtschaftlich genutzte Gebiet wurde Ende des 18. Jahrhunderts auf Heideflächen aufgeforstet und ist durchzogen von unzähligen Reit- und Wanderwegen.

Und diese werden auch ausgiebig genutzt, besitzt Rissen doch die höchste Pferdedichte pro Einwohner in ganz Deutschland. Und so können schon die Kleinsten an der Ponyhof-Waldschänke am Babenwischenweg in Begleitung eines Erwachsenen auf Ponys durch den Wald reiten.

Besonderes Highlight für die kleinen Besucher ist darüber hinaus das Wildgehege am Sandmoorweg. Uhus, Frettchen und vor allem Damwild und Wildschweine lassen sich dort kostenlos aus nächster Nähe beobachten und füttern. In der kleinen Waldschänke kann man sich anschließend mit Getränken, Eis und kleinen Snacks stärken und im Winter gibt es Glühweinausschank.

Das „Dorf“

Kleine Läden, große Bausünden – so könnte man das Zentrum Rissens passend zusammenfassen. Wenn man durchs „Dorf“ läuft – wie es die Rissener gerne nennen – würde man auf den ersten Blick nicht vermuten, dass man sich hier in einer überdurchschnittlich gut situierten Wohngegend aufhält. Das Rissener Zentrum versprüht größtenteils 1960er- und 1970er-Jahre Charme, die früheren Reetdachhäuser sind fast alle durch Bauwerke mit zeitgeistlichem Geschmack des 20. Jahrhunderts ersetzt worden.

Ins Auge fallen dort zugleich die gläsernen Pavillons des Architekten Werner Kallmorgen (heute gern Aquarien genannt). Mit Sicherheit Geschmackssache, tragen die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zumindest nach Meinung vieler Einwohner nicht zur Verbesserung des Straßenbildes bei.

Rissen fehlt trotz seiner über 14.000 Einwohner ein abwechslungsreiches Zentrum. Zum Shoppen wird daher meist das nicht allzu weit entfernte Elbe-Einkaufszentrum in Osdorf angesteuert. Ein paar Restaurants und Cafés sind zwar vorhanden, Bars oder andere Ausgehmöglichkeiten für den Abend sucht man indes vergebens. Vielleicht ist auch das Publikum dafür nicht so zahlreich vorhanden; junge Familien und Pensionäre prägen das Ortsbild.

Die Wohngebiete von Rissen sind, abgesehen vom Geschosswohnungsbau im Nagelshof oder Niflandring, geprägt durch eine offene Einzelhausbebauung. Dies macht den Stadtteil vor allem für Familien sehr attraktiv. Ähnlich den anderen Elbvororten besitzt auch Rissen eine nicht geringe Anzahl an Villen vor allem in Elbnähe sowie im Waldgebiet auf vielen uneinsehbaren parkartigen Grundstücken. Eine Vielzahl der Privathäuser steht unter Denkmalschutz.

Lage & Verkehr

Mit 16,6 Quadratkilometern ist Rissen der flächengrößte Stadtteil der Elbgemeinden und grenzt im Westen und Norden mit der Stadt Wedel und den Gemeinden Schenefeld, Pinneberg und Appen bereits an Schleswig-Holstein. Elbseitig im Südosten liegt Blankenese, östlich Sülldorf. Auf der vorgelagerten Elbinsel Neßsand verläuft die Grenze zu Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Die Insel teilt sich somit in gleich drei Bundesländer. Trotz der Lage im äußersten Westen Hamburgs ist Rissen dank der S1 gut an die Hamburger Innenstadt angebunden und so lässt sich Altona bereits in zirka 20 Minuten erreichen.

Ein tief greifender Einschnitt in die Verkehrsführung Rissens war der Bau der Ortsumgehungsstraße B 431 Anfang der 1980er-Jahre. Die Straße teilt heute den gesamten Stadtteil in Nord und Süd und wird daher, um das Ganze mit Humor zu sehen, auch „Rissener Canyon“ genannt.

Geschichte: Einst ein armes Bauerndorf

Rissen war früher ein armes Bauerndorf in der Heide, die Zukunft als vornehmer Elbvorort in weiter Ferne. 1255 wurde es als „Risne“ erstmals urkundlich erwähnt und bedeutete in etwa „Strauch“, was der damals recht kargen Gegend durchaus angemessen war.

Jahrhundertelang gehörte es zu Holstein-Pinneberg, war in seiner wechselvollen Geschichte zwischenzeitlich dänisch, österreichisch und preußisch. Seit 1938 ist Rissen offiziell ein Vorort von Hamburg.

Durch die reiche Kaufmannsfamilie Godeffroy wurden Anfang des 19. Jahrhunderts 3.300 Morgen Land erworben und aufgeforstet. Die Moor-und Heidelandschaft verwandelte sich so langsam in einen Wald. Zur Jahrhundertwende hatte Rissen schließlich knapp 1.000 Bewohner, 1945 bereits 6.000. Heute leben rund 15.000 Menschen in diesem Stadtteil vor den Toren Schleswig-Holsteins.

Karte

*Quelle: Hamburger Stadtteilprofile, Statistikamt Nord (Stand: Nov 2016)

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Grüner Elbvorort vor den Toren Schleswig-Holsteins
Wittenbergener Strand, Tinsdaler Heide, Forst Klövensteen und das Schnaakenmoor – Rissen ist vor allem eines: grün! Nicht so schick wie Blankenese, sticht Rissen seine mondäne Nachbargemeinde aber mit dem schönsten Elbstrand Hamburgs aus.
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20171108 15:06:38