Denkmäler am Dammtor Sehenswürdigkeiten am Dammtor-Bahnhof

Auf Plätzen und Parks rund um den Dammtor-Bahnhof gibt es zahlreiche Denkmäler mit den verschiedensten Bedeutungen zu entdecken. Im Winter 2015 wurde das neueste unter ihnen eingeweiht: Das Deserteurdenkmal erinnert seit dem 24. November 2015 an Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz.

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Am Dammtor-Bahnhof - Denkmäler und Sehenswürdigkeiten am Dammtor

Kriegerdenkmal am Dammtor

Der Dammtor-Bahnhof selbst steht unter Denkmalschutz und ist für viele nicht nur ein Bahnhof, sondern ein Besichtigungsziel. Doch auch viele weitere Denkmäler und Sehenswürdigkeiten sind rund um das einstige Stadttor zu finden, die mit einem Ausflug zum Dammtor verknüpft werden können.

Direkt am Dammtordamm steht das Kriegerdenkmal. Es wurde 1934 errichtet und soll an die Soldaten des Infanterieregiments "Hamburg" Nr. 76 sowie seine Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 76 erinnern. Von den 3.000 Hamburgern und Lübeckern dieses Regiments überlebten nur 647 den Krieg.

Der rechteckige Block aus Muschelkalk wurde nach dem Entwurf von Richard Kuöhl erbaut. Ein umlaufendes Relief marschierender Soldaten mit Marschgepäck und geschulterten Gewehren ziert das Denkmal. Auch mehrere Inschriften sind in den Stein eingraviert. Unter anderem ist der Spruch "Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen" auf dem Denkmal verewigt. Er stammt aus dem Gedicht "Soldatenabschied" von Heinrich Lersch. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es Bemühungen das Denkmal zu entfernen, weil es als kriegsverherrlichend galt. Dieser Plan wurde niemals umgesetzt.

Gegendenkmal "Hamburger Feuersturm" und "Fluchtgruppe Cap Arcona"

Statt einer Zerstörung des Kriegerdenkmals wurde von der Kulturbehörde Hamburg ein Gegendenkmal in Auftrag gegeben, das von dem Wiener Künstler Alfred Hrdlicka errichtet wurde. Das Mahnmal gegen den Krieg sollte ursprünglich aus vier Teilen bestehen. Weil das Budget doch bereits nach zwei Teilen aufgebraucht war, konnten nur diese fertiggestellt werden.

Mit "Hamburger Feuersturm" wird an die Operation Gomorrha erinnert. Die "Fluchtgruppe Cap Arcona" gedenkt dem Mord von 4.600 KZ-Häftlingen auf dem gleichnamigen Schiff. Dieses wurde am 3. Mai 1945 in der Lübecker Bucht zwischen Neustadt und Scharbeutz durch die britische Luftwaffe versenkt.

Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz

Zwischen Krieger- und Gegendenkmal wurde am 24. November 2015 nach viereinhalbmonatiger Bauzeit ein weiteres Denkmal eingeweiht: Mit dem Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz sollen diese lange Zeit nicht anerkannten Opfer des Nationalsozialismus und ihr Mut, sich dem menschenfeindlichen System entgegenzustellen, angemessen gewürdigt werden.

Das Konzept des Deserteurdenkmals stammt vom Hamburger Künstler Volker Lang. Sein Entwurf eines transparenten Baukörpers in gleichseitiger Dreiecksform überzeugte im Auswahlverfahren durch sein zurückhaltendes und zugleich präsentes, klares Auftreten zwischen den beiden bestehenden Denkmälern.

An zwei Wänden des Gedenkortes geben bronzene Schriftgitter das Werk "Deutschland 1944" von Helmut Heißenbüttel wieder, das am Denkmal zudem als Audioinstallation zu hören ist. An der dritten Seite des Dreiecks, einer gefalteten und geschlossenen Betonwand, die das Denkmal zum Dammtordamm abschließt, sind historische Informationen zum Gedenkort angebracht. 

Planten un Blomen

Direkt am Dammtor-Bahnhof liegt auch Planten un Blomen. Die 47 Hektar große Parkanlage im Herzen Hamburgs lädt mit ihrer Pflanzen- und Blütenpracht unter anderem zu einem entspannenden Sonnenbad oder im Winter zum Schlittschuhlaufen ein.

Vor dem Park am Stephansplatz befindet sich die Bronzeplastik "Die Liegende" von Edgar Augustin. Von dort aus sieht man die Alte Oberpostdirektion. Das denkmalgeschützte Haus galt einst, als das größte Postgebäude des Deutschen Reiches. Heute beherbergt der Prachtbau Läden, Cafés und Lokale.

Dammtorwache

Nicht unweit des Dammtor-Bahnhofs wurde 1878/79 die Dammtorwache im Renaissance-Stil errichtet. Sie diente als Polizeiwache. Seit 1972 steht sie unter Denkmalschutz und wird heute gastronomisch genutzt. Besonders schön an diesem Gebäude sind die für diesen Stil typischen Säulen, Kapitelle und Dreiecksgiebel.

Drei Plastiken im Gustav-Mahler Park

Der Gustav-Mahler Park beherbergt gleich drei Plastiken. Zum einen das Schillerdenkmal. Es wurde von Juliuis Lippelt und Carl Boemer entworfen und vom Schillerverein gestiftet. Des Weiteren findet sich auf der Grünfläche zwischen Alsterglacis und Esplanade noch die Bronzeplastik "Zwei Rugby-Spieler". Sie wurde 1970 von Edgar Augustin fertiggestellt. Bereits 1926 entwarf Walter Dexel die farbige Lichtsäule im Gustav-Mahler Park. Wie viele seiner Werke ist auch dieses Lichtobjekt vom Bauhaus-Stil geprägt.

Platz der jüdischen Deportierten

Der Platz der jüdischen Deportierten zwischen der Edmund-Siemens Allee und der Moorweidenstraße gedenkt den Hamburger Juden, die nach 1941 in Ghettos und Vernichtungslagern systematisch ermordet wurden. Dieser Platz, auf dem früher das Logenhaus stand, war eine zentrale Sammelstelle für die anschließende Deportation der Juden. Seit 1983 erinnert ein Mahnmal an die schreckliche Geschichte dieses Ortes.

In der Skulptur lassen sich einzelne Steine und eine T-Form erkennen. Diese lassen die Assoziation zur Klagemauer in Jerusalem oder dem hebräischen Buchstaben "tav" ("T") für "Leiden" oder "Tod" zu. Weitere Tafeln der Kulturbehörde machen den Zusammenhang zwischen Mahnmal und Deportationen der Juden deutlich.

Johann-Georg-Büsch-Denkmal

Direkt gegenüber des Dammtor-Bahnhofs befindet sich das Johann-Georg-Büsch-Denkmal. Der Nationalökonom und Publizist besaß in Hamburg großes Ansehen und war Mitbegründer der Hamburgischen Gesellschaft zur Beförderung der Künste und Nützlichen Gewerbe. Kurz nach seinem Tod 1800 wurde der Bau der Gedenkstätte von eben dieser Gesellschaft angestoßen.

Ursprünglich wurde das Denkmal ein Jahr später auf dem Gebiet der ehemaligen Wallanlagen (dem heutigen Standort der Hamburger Kunsthalle) aufgestellt und war das erste öffentliche Personendenkmal der Stadt. In 1984 nahm es nach mehrmaligem Versetzen innerhalb der Stadt seine jetzige Position ein. 

Karte

Sehenswürdigkeiten am Dammtor-Bahnhof
Auf Plätzen und Parks rund um den Dammtor-Bahnhof gibt es zahlreiche Denkmäler mit den verschiedensten Bedeutungen zu entdecken. Im Winter 2015 wurde das neueste unter ihnen eingeweiht: Das Deserteurdenkmal erinnert seit dem 24. November 2015 an Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz.
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