Bismarck Denkmal Hamburg Der Koloss im Elbpark

Das weltweit größte Standbild des ersten deutschen Reichskanzlers, Otto von Bismarck, befindet sich unweit des Hamburger Hafens im Alten Elbpark. Das Symbol eines zwiespältigen Verhältnisses zwischen dem Reichskanzler und der Freien und Hansestadt Hamburg soll demnächst saniert werden. 

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 Bismarck-Denkmal

Adresse
Alter Elbpark, Seewartenstraße, 20459 Hamburg
Öffentliche Verkehrsmittel
U3 Haltstelle Landungsbrücken
S1, S2, S3 Haltestelle Landungsbrücken
Buslinie 112 Haltestelle Landungsbrücken
Parkplätze
Parkhaus Alter Elbpark, Neumayerstraße

Huldigung an das Kaiserreich

Kurz nach Bismarcks Tod 1898 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das Ergebnis sollte eine Huldigung an das Kaiserreich, nicht jedoch unbedingt an Bismarck selbst sein, denn zwischen dem Reichskanzler und der Freien und Hansestadt Hamburg hatte immer ein zwiespältiges Verhältnis bestanden. So war Hamburgs größtes Denkmal von Anfang an umstritten.

Es siegte schließlich der Entwurf, der den Reichskanzler in Form einer riesigen Rolandsstatue zeigt. Er stammte von dem Architekten Johann Emil Schaudt und dem Bildhauer und Jugendstilkünstler Hugo Lederer.

Das Bismarck-Denkmal – das größte Denkmal Hamburgs

Die traditionell hanseatische Form der Rolandsstatue ist ein Sinnbild für Marktrecht, Gerechtigkeit, Freiheit und Wohlstand. Bismarcks Idealisierung als dieser Schutzpatron stieß bei vielen Hamburgern auf Kritik.

Vom Hafen aus gut sichtbar, auf einer Anhöhe im Elbpark, wurde ab 1902 eine begehbare Sockelanlage gebaut. Die beeindruckende Figur darauf wurde 1906 feierlich enthüllt. Der Sockel und die Figur aus Granit wiegen 625 Tonnen. Sie erreichen eine Gesamthöhe von 34,3 Metern. Die Figur selbst ist 14,8 Meter hoch, allein der Kopf misst bereits 1,83 Meter, das Schwert ist 8 Meter lang.

Revitalisierung des Alten Elbparks

vergrößern Entwurf der Fußgängerbrücke Entwurf der geplanten Fußgängerbrücke     (Bild: MUHS LandschaftsArchitekten) In unmittelbarer Nähe zum Standbild im Alten Elbpark befinden sich die Millerntorwache und die Reeperbahn. Die Landungsbrücken, die Hafenstraße und das Heiligengeistfeld sind zudem nur einen kurzen Spaziergang entfernt. In Zukunft ist außerdem eine direkte Verbindung zum benachbarten Park Planten un Blomen geplant: Im Zuge der Revitalisierung des Alten Elbparks für rund 12 Millionen Euro soll eine Fußgängerbrücke über dem Millerntordamm entstehen, die den Zugang auf die Casparus-Bastion und Planten un Blomen miteinander verbindet. Der Entwurf des Kieler Landschaftsarchitekturbüros MUHS sieht derzeit noch vor, dass sich ein Ende der Fußgängerbrücke innerhalb der Parkanlage Planten und Blomen befindet. Da die Brücke aber 24 Stunden am Tag begehbar sein soll, ist dies aufgrund der Öffnungszeiten des Parks schwer umsetzbar. 

Damit die Brücke auch am Abend zum Blickfang wird, soll sie beleuchtet werden. So könne sie bei Dunkelheit als "Skulptur" wirken und dem Millertor einen neuen Akzent geben. Weiterhin sehen die für 2016 geplanten Revitalisierungsmaßnahmen Arbeiten an der Bepflanzung, am Bolzplatz östlich des Bismarck-Denkmals sowie am Zirkusweg-Spielplatz vor: Die Parkanlage soll zu einer baumgeprägten Anlage werden und somit einen offeneren Charakter bekommen, der Bolzplatz durch einen ganzjährig bespielbaren Belag zum multifunktional nutzbaren Platz für weitere Ballsportarten werden und der Spielplatz modernisiert und zum Themenspielplatz umgebaut werden. Im Gewölbe des Bismarck-Denkmals ist außerdem ein Museum zur Geschichte des Denkmals und der Wallanlagen inklusive WC geplant, während auf dem ein Food-Truck auf dem Vorplatz die Versorgung mit Getränken und Lebensmitteln gewährleisten soll.

Geheimnisvolle Katakomben und preußische Motive

Das Bismarck-Denkmal umgeben weitläufige Katakomben, doch bis heute ist unklar, wozu sie ursprünglich vorgesehen waren. Dort und im hohlen Sockelfuß sind nach 1941 aufwendige Wandmalereien entstanden, die preußisch-nationale Motive und Bismarck-Zitate zeigen.

Während der Kriegsjahre 1939/40 richtete man unter dem Bismarck-Denkmal Luftschutzräume für die Anwohner ein. Bei einem Bombeneinschlag in der Nähe entstanden Senkungen und Verschiebungen am Monument, Wasser drang ein. Die Kriegsschäden wurden in der Nachkriegszeit nur provisorisch saniert, die Zugänge zu den Katakomben verschlossen. Seit 1960 steht der Riesenroland auf der Hamburger Denkmalliste.

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Der Koloss im Elbpark
Das weltweit größte Standbild des ersten deutschen Reichskanzlers, Otto von Bismarck, befindet sich unweit des Hamburger Hafens im Alten Elbpark. Das Symbol eines zwiespältigen Verhältnisses zwischen dem Reichskanzler und der Freien und Hansestadt Hamburg soll demnächst saniert werden. 
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20150804 08:45:43