Fischauktionshalle Zeugnis einer historischen Rebellion

Die Fischauktionshalle im Stadtteil Altona, einst für den Handel an der Stadtgrenze zu Hamburg errichtet, ist heute eine Touristenattraktion an der Elbe. Viele unterschiedliche Veranstaltungen finden in den Hallen statt. 

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Fischauktionshalle

Adresse
Große Elbstraße 9, 22767 Hamburg
Telefon
040 570 105 200
E-Mail
info@fischauktionshalle.de
Homepage
Altonaer Fischauktionshalle
Öffnungszeiten
Sonntag, April bis Oktober, 5 bis 9:30 Uhr
Sonntag, November bis März, 7 bis 9:30 Uhr
Öffentliche Verkehrsmittel
U3 Haltestelle Landungsbrücken
S1, S3 Haltestelle Reeperbahn
Parkplätze
Am Edgar-Engelhard-Kai und in der Van Smissen Straße

Das rebellische Altona

Button Tickets Standard kleinEinst war Altona rebellisch. Denn die nach dem Deutschen Krieg in 1866 preußisch gewordene Stadt erbaute im Jahr 1894 die Fischauktionshalle am Anlandungsplatz der Elbfischer als Antwort auf den Zollanschluss Hamburgs an das Deutsche Reich. In dieser Handlung wurde auch die Speicherstadt erbaut. Der Zollanschluss fand sechs Jahre zuvor statt und die Errichtung der Halle an der ehemaligen Stadtgrenze zu Hamburg war eine eindeutige Kampfansage. Die Fischauktionshalle sollte den Fischhandel in Altona behalten und erinnert außerdem an die städtischen Anfänge des ehemaligen Fischerdorfes. Altona besaß zudem den ersten Freihafen Nordeuropas ab dem Jahr 1664.

Architektur der historischen Fischauktionshalle

Die Fischauktionshalle ist der Urtyp der römischen Markthalle, einer 3-schiffigen Basilika mit mittleren Vierung und Vierungskuppel. Aus diesem Basilika-Typus entstanden später die Kirchengebäude des Christentums. Die Stahlkonstruktion der Auktionshalle aus Buddelstrahl ist aus einfachen Profilen genietet. Von der Vierungsachse führte ursprünglich eine Schiffsbrücke zu einem Anleger für acht Schiffsdampfer. Außerdem zierte reicher Bronzeschmuck von Fischen die Vierungsgabel und farbige Gläser die Bögen.

Die Zweite Weltkrieg und die Folgezeit

Am 1. April 1938 wurde Altona durch das Groß-Hamburg-Gesetz in das Staatsgebiet Hamburg eingemeindet und verlor dadurch seine Selbstständigkeit. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurde der Bronzeschmuck zu Führungsringen für Granaten eingeschmolzen. In 1943 wurde die Kuppel zerstört, das Dach brannte ab und nach Ende des Krieges wurde ein provisorisches Dach aufgesetzt und die Fischauktionshalle notdürftig hergerichtet. In Mitte der 50er Jahre verlor die Halle ihren Auktions-Charakter. Fischhändler, die Büros auf der Empore, Stände und Fischbecken errichteten, zogen ein. Am Anfang der 70er Jahre stand sie leer und sollte abgerissen werden. Die Mittel wurden bereitgestellt und nur aufgrund einer Bürgerinitiative konnte der Abriss verhindert werden und so erfolgte 1982 eine komplette Restaurierung der Fischauktionshalle.

Reeperbahn und Fischmarkt in unmittelbarer Nähe

Die Halle ist heute für wechselnde öffentliche und private Veranstaltungen ein vielgenutzter Austragungsort mit viel Charme. Besonders sonntags früh tobt das Leben in der Halle: Bands spielen auf der Bühne und sowohl Frühaufsteher als auch Nachtschwärmer, die von der angrenzenden Reeperbahn oder dem benachbarten Fischmarkt kommen, strömen in das Backsteingebäude. Zudem werden ein Kapitäns- und Bootsmannsbrunch angeboten. In der 3.500 Zuschauer fassenden Halle finden zuweilen auch Veranstaltungen von Firmen statt. In Nähe befinden sich das Dockland samt dem Cruise Center Altona, der Park Fiction und die Hafenstraße. Rebellisch ist heutzutage übrigens nur noch das Wetter: Bei Hochwasser steht der Bau an der Elbe unter Wasser.

Veranstaltungen in der Fischauktionshalle

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Zeugnis einer historischen Rebellion
Die Fischauktionshalle im Stadtteil Altona, einst für den Handel an der Stadtgrenze zu Hamburg errichtet, ist heute eine Touristenattraktion an der Elbe. Viele unterschiedliche Veranstaltungen finden in den Hallen statt. 
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20160524 10:34:00