Jüdischer Friedhof Altona Über 400 Jahre jüdischer Geschichte

Der 1611 angelegte Friedhof ist eines der bedeutendsten jüdischen Kulturdenkmale Europas. Hier lassen sich über 400 Jahre jüdischer Geschichte und Kultur in Hamburg und Altona erfahren. Mitte Oktober 2016 beschloss der Hamburger Senat die Nominierung des Friedhofs für die Eintragung in die Liste des UNESCO-Welterbes.

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 Jüdischer Friedhof Altona

Öffnungszeiten
Oktober bis März, Di, Do & So 14 bis 17 Uhr
April bis September, Di & Do 15 bis 18 Uhr
So 14 bis 17 Uhr
In den Winterferien und an jüdischen und gesetzlichen Feiertagen ist der Friedhof geschlossen.
Führungen
Jeden Sonntag, 12 Uhr (außer an jüdischen und gesetzlichen Feiertagen), Anmeldung nicht erforderlich. Erwachsene 5 Euro, Kinder frei. Treffpunkt: Eingang Eduard Duckesz-Haus, Königstraße 10a

Geschichte und kulturhistorische Bedeutung

Am 31. Mai 1611 erwarben portugiesische Kaufleute das erste Stück Land in Altona, um ihre Toten zu bestatten. Um dem jüdischen Ritus Rechnung zu tragen, wurde das Gelände „auf Ewigkeit“ erworben. Der knapp zwei Hektar große Friedhof besteht aus einem sefardischen („Sefarad“, hebräisch für „Spanien“, Bezeichnung der spanisch und vor allem portugiesisch sprechenden Zuwanderer von der iberischen Halbinsel) und einem aschkenasischen („Aschkenas“, hebräisch für „Deutschland“, Bezeichnung der deutsch bzw. jiddisch sprechenden Juden) Teil, die ursprünglich voneinander getrennt waren. In 1869 wurde der Friedhof geschlossen und ist seither vollständig erhalten geblieben.

Eintragung als UNESCO-Welterbe

Der Jüdische Friedhof Hamburg-Altona ist einer der ältesten portugiesisch-sephardischen Friedhöfe der Welt und gilt als weltweit wichtiges kulturelles Zeugnis sephardischer Geschichte. So war schon lange Zeit die Rede davon, im Oktober 2016 wurde es schließlich vom Hamburger Senat beschlossen: Der Jüdische Friedhof Hamburg-Altona sollte sich für die Eintragung in die Liste des UNESCO-Welterbes bewerben. Im Dezember 2016 wurden die Antragsunterlagen eingereicht, im Laufe des Jahres 2017 erfolgt dann im Auftrag der UNESCO die Prüfung des „außergewöhnlichen universellen Wertes“ durch Experten von ICOMOS International. Mitte 2018 könnte dann das Welterbe-Komitee über die Aufnahme des Jüdischen Friedhofs Hamburg-Altona in die Welterbeliste entscheiden.

Die Grabstätten

Auf dem Friedhof befinden sich außerordentlich kunstvolle Grabstätten der Sepharden und zahlreiche Gräber berühmter Rabbiner im schlichteren aschkenasischen Teil des Friedhofs. Unter anderem sind dort Fromet Mendelsohn (Ehefrau Moses Mendelsohns) und Samson Heine (Vater von Heinrich Heine) begraben. Die Stele dieses Grabes ist erst im April 2014 wiederentdeckt worden. Bei Forschungsarbeiten haben Wissenschaftler den Grabstein neben anderen Stelen unter der Grasnarbe wiedergefunden. Bis vor kurzem noch galt der Grabstein des Dichtervaters wegen der Zerstörungen in der NS-Zeit als verloren und war nur aus historischen Abbildungen bekannt.

Zahlreiche Grabplatten wurden in den 2000er Jahren saniert und die Inschriften wieder lesbar gemacht. Im November 2007 wurde am Eingang des Friedhofs das von der Stiftung Denkmalpflege Hamburg errichtete Eduard Duckesz-Haus mit Vortragsraum, Bibliothek und Arbeitsraum sowie Sanitärräumen eingeweiht.

Ein Spaziergang in der Nachbarschaft

Der Friedhof liegt in unmittelbarer Nähe zur Kirche St. Trinitatis. Die Reeperbahn ist fußläufig zu erreichen und mittels eines Spazierganges können zudem die Fischauktionshalle, der Fischmarkt, das Dockland und der Park Fiction aufgesucht werden. 


Über 400 Jahre jüdischer Geschichte
Der 1611 angelegte Friedhof ist eines der bedeutendsten jüdischen Kulturdenkmale Europas. Hier lassen sich über 400 Jahre jüdischer Geschichte und Kultur in Hamburg und Altona erfahren. Mitte Oktober 2016 beschloss der Hamburger Senat die Nominierung des Friedhofs für die Eintragung in die Liste des UNESCO-Welterbes.
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