Hamburger Ehrenmal Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege

Offiziell heißt das Hamburger Ehrenmal "Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege". Sein eindringliches Relief einer trauernden Mutter schuf Ernst Barlach.

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Hamburger Ehrenmal

Öffentliche Verkehrsmittel
U3 Haltestelle Rathausmarkt
U1, U2 Haltestelle Jungfernstieg

Das Monument der Barlach-Stele

Das 21 Meter hohe Monument steht nahe der Alsterarkaden an der Schleusenbrücke beim Rathausmarkt und erinnert an die Opfer des Ersten und des Zweiten Weltkrieges. Es gehört zu den bekanntesten und am häufigsten fotografierten Denkmälern der Hansestadt. Obwohl es betont schlicht gestaltet wurde, besitzt es viel Ausdruck. Bekannt ist es auch unter dem Namen "Barlach-Stele". In unmittelbarer Nähe zur Stele befinden sich das Rathaus, der Jungfernstieg, die Mönckebergstraße und die Handelskammer

100 Jahre Erster Weltkrieg

Gegen das Vergessen: 2014 jährte sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. Während der Schlachten von 1914 bis 1918 fanden rund 10 Millionen Soldaten einen grausamen Tod. Zum Gedenken an die Katastrophe zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Jahre 2014 bis 2018 diesem Weltkrieg gewidmet. Weitere Informationen zu Veranstaltungen, Gedenkprojekten und Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg können Sie dem folgenden Portal entnehmen: 100 Jahre Erster Weltkrieg.

Beinahe gäbe es die Barlach-Stele nicht

Im Dezember 1929 schrieb der Hamburger Senat einen Wettbewerb für ein Ehrenmal zur Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen aus. Durch die Vermittlung des Oberbaudirektors Fritz Schumacher durfte Ernst Barlach teilnehmen.

Der in Güstrow lebende Bildhauer und Maler Barlach sah eine große künstlerische Herausforderung darin, legte all seine Kräfte in seinen Entwurf und wurde enttäuscht – sein Entwurf wurde abgelehnt. Aus den fast 150 Einsendungen bekam das Konzept der Stele mit Inschrift den Zuschlag. Der Entwurf stammte vom Hamburger Architekten Klaus Hoffmann.

Daraufhin hatte der Oberbaudirektor erneut seine Finger im Spiel. Er überredete Hoffmann zur Zusammenarbeit mit Ernst Barlach. Nach anfänglichem Zögern gestalteten sie ihre Ideen gemeinsam und einigten sich schließlich auf das Motiv "eine Mutter, das Kind, ihr zugewandt, umsorgend".

Relief und Inschrift auf dem Hamburger Ehrenmal

Das Relief auf der einen Seite der Stele trägt den Titel "Trauernde Mutter mit Kind". Die Mutterfigur und ihr Kind umfassen sich gegenseitig, spenden sich Trost in ihrem Leid. Sie trauern um den Gefallenen, den sie durch den Krieg verloren haben. Auf der anderen Seite der Stele steht in Großbuchstaben: "Vierzig Tausend Söhne der Stadt liessen ihr Leben für euch 1914-1918".

Als am frühen Morgen des 3. August 1931 eine Delegation des Senats das Denkmal enthüllte, geschah dies ohne Publikum. Die Kritik an der Stele war groß, zu deutlich zeigte sie Trauer und Schmerz. Da zur selben Zeit das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. vom Rathausmarkt entfernt wurde, wertete man das neue Denkmal als politische Kampfansage des sozialliberalen Senats gegen die Rechtsparteien.

Die "Trauernde Mutter mit Kind" wird entfernt und kehrt wieder

Ernst Barlachs Relief fiel 1938 den Nationalsozialisten zum Opfer. Es sollte entfernt werden und stattdessen ein aufsteigender Adler an der Stelle prangen. Barlach erfuhr noch davon, musste aber die Zerstörung seines Werkes nicht mehr erleben, da er kurz zuvor, im Oktober 1938, verstarb.

1949 beschloss der Hamburger Senat, das Relief von Ernst Barlach wieder herstellen zu lassen. Mit Hilfe eines Abgusses von einem kleineren Werkmodell rekonstruierte der Steinmetz Friedrich Bursch das Ehrenmal. Es wurde umgewidmet und erinnert nun an beide Weltkriege.

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Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege
Offiziell heißt das Hamburger Ehrenmal "Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege". Sein eindringliches Relief einer trauernden Mutter schuf Ernst Barlach.
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20161021 15:59:59