Bergedorfer Mühle Ein Überbleibsel der alten Zeit

Die Bergedorfer Mühle trägt den fröhlichen Namen "Glück Zu". Der einstöckige Galerieholländer ist geschichtsträchtiger Veranstaltungsort und technisches Denkmal. Durch das erneuerte Flügelkreuz heute wieder windgängig, birgt sie auch einen seltenen Dieselmotor.

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 Bergedorfer Mühle

Adresse
Chrysanderstraße 52a, 21029 Hamburg
Telefon
040 735 61 20
E-Mail
miradia@t-online.de
Homepage
Bergedorfer Mühle e.V.
Öffnungszeiten
Besichtigungen sind möglich montags, dienstags und freitags 8 bis 13 Uhr Nach Absprache individuelle Führungen für Gruppen, Dauer: 1 Stunde. Vorführung der Maschinen: am Deutschen Mühlentag (jährlich am Pfingstmontag), in der Langen Nacht der Museen und am Tag des offenen Denkmals.
Öffentliche Verkehrsmittel
S2, S21 Haltestelle Bergedorf
Buslinie 135 Haltestelle Bille-Bad
Buslinie 535 Haltestelle Schillerufer


Die Geschichte der Bergedorfer Mühle

Ein Bergedorfer Lohgerber erbaute die Mühle in 1831. Das Wort "Loh" bezeichnet in der Lederherstellung zerkleinerte pflanzliche Gerbstoffe. In der "Lohmühle" wurde Eichenrinde gemahlen und über den nahen Fluss Bille zur Gerberei transportiert. In 1880 wurde die Lohgerberei eingestellt und die Mühle zur Kornwindmühle mit drei Mahlgängen umgebaut. Erweitert mit einem Maschinenhaus und Lagerräumen, wurde die Bergedorfer Mühle bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts betrieben. Sie stellte hauptsächlich Backschrot und Futtermittel her.
Im Jahr 1995 gründete sich der Verein Bergedorfer Mühle e.V. Die Mühle sollte wieder in einen funktionsfähigen Zustand versetzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Gebäude wurde aufgrund seiner technischen Besonderheiten zum Denkmal erklärt. Während des Jahres 2005 übergab die Stiftung Denkmalpflege die Mühle an den Verein. In unmittelbarer Nähe zur Mühle befindet sich das Bergedorfer Schloss, in dem sich das Museum für Bergedorf und die Vierlande befindet. Zudem kann im Ort auch die Sternwarte Hamburg-Bergedorf besucht werden.

Der Antrieb mit Jalousieflügeln

In 1912 erhielt die Bergedorfer Mühle Jalousieflügel. 24 Klappen pro Flügel sollten den Windantrieb der Mühle verbessern. Sie saßen auf durchgehenden Stahlruten von fast 20 Metern Länge. Im Vorflügel waren Bremsklappen angebracht. Bis in die 30er-Jahre des letzten Jahrhunderts versah das hölzerne Getriebe mit der Flügelwelle aus Eiche seinen Dienst, dann hatte sich durch die Bebauung der Umgebung die Windsituation so verschlechtert, dass der Windantrieb unrentabel war. Nachdem die Mühle stillgelegt worden war, verfielen die alten Flügel. Im Zuge der Restaurierung ab 2005 wurden neue Flügel montiert. Seit November 2010 ist die Mühle wieder windgängig.

Der Antrieb mit Dieselmotor

In 1926 entstand neben der Bergedorfer Mühle ein Maschinenhaus. Darin wurde, als Hilfsantrieb für die Mühle, ein Viertakt-Dieselmotor installiert. Der 25-PS-Dieselmotor der Firma MODAAG mit 17 Litern Hubraum, offener Ventilsteuerung, Zentralschmierung und Fliehkraftregler ist heute nach aufwendiger Restaurierung wieder einsatzfähig. Das seltene Motorenexemplar wird mit Druckluft angelassen. Nach dem Hochlaufen arbeitet der Kolben als Pumpe, erzeugt dabei die Druckluft für den nächsten Start. Über Treibriemen und Transmission treibt der Dieselmotor zwei Mahlgänge, die Haferquetsche, den Sackaufzug und den Elevator an.

Die Müllereimaschinen sind wieder voll funktionsfähig

Dank der Arbeit des Vereins Bergedorfer Mühle e. V. und der Unterstützung des Denkmalschutzamtes Hamburg und zahlreicher Spender gelang die vollständige Restaurierung der alten Mühle. Das Schmuckstück wurde im Sommer 2008 als Veranstaltungsort und Lernobjekt, zum Beispiel für Schulklassen, eingeweiht. Seither finden in der alten Bergedorfer Mühle Ausstellungen, Märkte und Musikveranstaltungen statt. Führungen zeigen den Dieselmotor mit dem Mahlwerk in Funktion. Die Besucher sehen, wie Korn geschrotet und Hafer gequetscht wird und erleben hautnah die Geschichte einer Mühle im Wandel der Zeit.

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Ein Überbleibsel der alten Zeit
Die Bergedorfer Mühle trägt den fröhlichen Namen "Glück Zu". Der einstöckige Galerieholländer ist geschichtsträchtiger Veranstaltungsort und technisches Denkmal. Durch das erneuerte Flügelkreuz heute wieder windgängig, birgt sie auch einen seltenen Dieselmotor.
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