Römischer Garten
von Alexander Triankowski
Es kommt schon Urlaubs-Feeling auf, wenn man eine Reise nach Blankenese antritt. Vor allem, wenn man das Zentrum hinter sich lässt und das Elbufer zum Ziel hat. Ein Kleinbus des PVG (Linie 48), der mit nur 16 Sitzplätzen an einen Hotel-Shuttle-Bus erinnert, kurvt seine Fahrgäste durch enge verschlungene Straßen, á la Italien, bis zur Haltestelle Waseberg. Die Fahrt startet am Blankeneser S-Bahnhof (S1, S11 oder Schnellbus Linie 36).
Beschwerliche Anreise
Das Wort "Berg" im Namen der Haltestelle ist beileibe keine Untertreibung. Man kann schon ins Schwitzen kommen, wenn der kleine Bus versucht, die Steigung zu nehmen. Stets schwingt die Sorge mit, der Bus könnte eine verfrühte Rückreise nach hinten antreten. Am Waseberg hat man, umgeben von hohen bewaldeten Bergen, mehrere Möglichkeiten für einen schönen Spazierweg zum Römischen Garten.
Man kann direkt hinter der Haltestelle den Wald betreten und einen Berg erklimmen, auf dem ein überdimensioniertes Bismarck-Denkmal prangt.
Oder man überquert die Straße, gelangt ebenfalls in den Wald und nähert sich dem Römischen Garten auf direkterem Wege. Diese Wanderung lohnt sich wirklich, denn solch prächtige Waldlandschaft findet man in Hamburg höchstens noch im Duvenstedter Brook. Mann sollte allerdings festes Schuhwerk tragen und über eine gewisse Kondition verfügen, da sonst sehr schnell die Lunge pfeifen könnte. Denn teilweise hat man doch mit recht knackigen Steigungen zu kämpfen.
Leider sieht sich der Waldwanderer derzeit auf dem einen der beiden Wege mit einem Schild konfrontiert, das verkündet, dass der weitere Durchgang gesperrt sei und umgeleitet werde. So muss die Waldidylle dann doch kurz gegen die asphaltierte Straße eingetauscht werden und man gelangt schließlich über eine sehr lange und steile Treppe zum Römischen Garten.Wer auf diesen Spazierweg verzichten will, kann auch einen direkteren Weg wählen. Dazu steige man eine Station vor Waseberg am Falkentaler Weg aus und gehe direkt den Strandweg nach links hinunter. Diese Straße führt direkt zur Treppe zum Römischen Garten.
Römischer Garten
Der Römische Garten
Doch nun zum Römischen Garten selbst: Entstanden ist der erste Teil dieses Fleckchens Grün zwischen 1880 und 1890 unter der Anleitung von Julius Richter. Aber erst durch den hanseatischen Bankier Moritz N. Warburg wurde er zum Römischen Garten, wie wir ihn heute kennen. Warburg kaufte den einstigen Kösteberger Landsitz auf und machte den Park 1951 der Stadt Hamburg zum Geschenk.Der Garten ist eine echte kleine Perle Hamburgs.
Sieht die Anlage auf den ersten Blick recht übersichtlich aus, so gibt es doch Einiges zu entdecken.Zunächst führt ein breiter Sandweg durch den Garten, der von zwei Treppen unterteilt wird. Gleich nach dem Betreten der Anlage verläuft rechts eine hohe Steinmauer. Dort führt eine prachtvolle Steintreppe auf eine von Hecken umsäumte Rasenfläche hinab. Diese senkt sich zur Mitte hin ab und ist mit flachen Stufen zu begehen.
Von diesem Punkt aus hat man einen herrlichen Blick weit über die Elbe. Wenn man zurück auf den breiten Sandpfad geht und ihm weiter folgt, gelangt man rechts des Wegs an eine herrlich gestaltete hohe Hecke mit rund fünf Meter hohen Spitzen.Rechts des Wegs tut sich eine Rasenfläche mit kunstvoll zugeschnittenen Bäumen und einem Wasserbecken auf, welches jedoch zu dieser Jahreszeit trocken bleibt.Bänke sind ebenfalls vorhanden, die es ermöglichen, gemütlich und im schönen Ambiente den Blick über die Elbe schweifen zu lassen.
Wir empfehlen: Machen Sie die lange Waldwanderung, nehmen sie auch das Bismarck-Denkmal auf der anderen Waldseite mit, und lassen Sie ihren Spaziergang im Römischen Garten enden. Das ganze dauert dann etwa drei Stunden und ist die perfekte Unternehmung für einen schönen Sonntagnachmittag.
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