Sehenswürdigkeiten
Stolpersteine in Hamburg
An die Schicksale jüdischer Menschen während der NS-Zeit erinnern vielerorts die Stolpersteine. Obwohl nur zehn mal zehn Zentimeter groß, sind sie doch Teil eines riesigen, europaweiten Erinnerungsprojektes.
- Adresse
- Altstädter Straße 11, 20095 Hamburg
- Öffnungszeiten:
- Landeszentrale für politische Bildung Hamburg – Informationsladen: Montag bis Donnerstag 13.30 bis 18.00 Uhr, Freitags 13.30 bis 16.30 Uhr
- Öffentliche Verkehrsmittel:
- U1 Haltestelle Stephansplatz, Buslinien 4, 5, 34, 36, 109, 112, 603, 604, 605 Haltestelle Stephansplatz
- Parkplätze:
- Parkhaus Gänsemarkt, Dammtorwall 5–7
Der Künstler Günter Demnig hat es sich zur Aufgabe gemacht, an die Schicksale der Opfer der NS-Zeit zu erinnern. Jüdinnen und Juden, Homosexuellen, politisch Verfolgten, „Euthanasie“-Ermordeten und in den Suizid getriebenen Menschen setzt er ein Denkmal, indem er Stolpersteine vor den ehemaligen Wohn- oder Wirkungsstätten verlegt.
Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine. Sie haben eine Kantenlänge von zehn Zentimetern. Ihre Oberseite ist mit einer Messingplatte versehen. Sie wird individuell graviert und trägt den Namen und die Lebensdaten eines Opfers. Niveaugleich mit dem Kopfsteinpflaster werden die Stolpersteine in Gehwege oder auf Plätzen eingelassen.
Weltweit erinnern inzwischen fast 35.000 Stolpersteine an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Jährlich kommen etwa 500 weitere dazu. Die Gedenksteine liegen in Deutschland in über 500 Orten.
Karte der Stolpersteine in Hamburg
Bereits rund 4100 Stolpersteine gibt es im Sommer 2012 in Hamburg
Seit 2002 machen auch in Hamburg Stolpersteine auf ermordete Menschen aus der Hansestadt aufmerksam. Über 4100 Denkmalsteine wurden bei dem ehrenamtlichen Erinnerungsprojekt seither verlegt, weitere sind in Planung. Bei den Hamburger Bürgern stößt das Projekt auf eine bemerkenswerte Akzeptanz, es wird durch zahlreiche Patenschaften finanziert und von Vertretern der Politik ausdrücklich unterstützt.
20 Stolpersteine finden sich in Hamburg zum Beispiel neben dem Eingangsportal des Rathauses. Sie erinnern an Mitglieder der Hamburgischen Bürgerschaft, die der nationalsozialistische Terror in der Zeit von 1931 bis 1945 das Leben kostete. Sie wurden ermordet, hingerichtet oder starben in Konzentrationslagern.
Vor dem ehemaligen Schulgebäude am Grindenhof 30 wurden 18 Stolpersteine in Erinnerung an ermordete Lehrer und Angestellte der früheren Talmud Tora Realschule verlegt. Ein weiterer Stolperstein dort erinnert an mehr als 300 ermordete Schüler und Schülerinnen aus allen jüdischen Schulen in Hamburg.
Es kann auch Doppelverlegungen geben, denn für viele Menschen wurde sowohl an ihrem früheren Arbeitsplatz als auch vor ihrem ehemaligen Wohnsitz ein Stolperstein verlegt. Das ist beispielsweise der Fall bei den Stolpersteinen für die Opfer aus der Hamburger Richterschaft, die vor dem Ziviljustizgebäude am Sieverkingplatz und deren früheren Wohnungen platziert.
Aus der Recherche nach Lebensdaten jüdischer Opfer entstanden Biografien in einer stadtteilbezogenen Buchreihe
Von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden wird eine Publikationsreihe herausgegeben mit dem Titel „Stolpersteine in Hamburg. Biografische Spurensuche“.
Bisher sind 13 Bände zu verschiedenen Stadtteilen erschienen. Forscher aus Geschichtswerkstätten und Stadtteilarchiven, aber auch interessierte und engagierte Privatpersonen, haben dafür die Lebensdaten von mehr als 1000 Opfern, für die in Hamburg Stolpersteine gesetzt wurden, recherchiert. Außerdem wurden Berichte von Überlebenden und den Nachkommen der Opfer eingearbeitet.
Die Publikationen, für die auch der Landesbetrieb für Geoinformation und Vermessung wertvolle Hinweise liefert, sind im Infoladen der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg oder im Institut für die Geschichte der deutschen Juden erhältlich und kosten pro Band 2 Euro.
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Autor: Katy Trick











