Rieck Haus Bäuerliche Kultur und historische Landwirtschaft

Im Vierländer Freilichtmuseum Rieck Haus können Besucher erleben, wie sich bäuerliches Leben in vergangenen Jahrhunderten abspielte, wie ein Heubarg mit verschiebbarem Dach und eine Feldentwässerungsmühle funktionieren.

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Informationen zu dem Rieck Haus in Hamburg

Adresse
Curslacker Deich 284, 21039 Hamburg
Telefon
040 723 12 23
E-Mail
rieckhaus@bergedorf.hamburg.de
Führungen
Auf Anfrage unter Museumsdienst Hamburg
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Winterpause: Anfang November bis Ende Februar
Homepage
Rieck Haus

Ältestes niederdeutsches Fachhallenhaus

Das Rieck Haus wurde im Jahr 1533 in Hamburg-Curslack erbaut und ist das älteste noch erhaltene niederdeutsche Fachhallenhaus in den Vierlanden. Den Besuchern des Freilichtmuseums werden Einblicke in die bäuerliche Kultur vergangener Epochen gewährt. Scheune, Sechsruten-Heuberg, Backhaus und Feldentwässerungsmühle sind sehenswerte Relikte historischer Landwirtschaft.  

In der Umgebung befinden sich der Hof Eggers und die Riepenburger Mühle in Kirchwerder. Die Kirche St. Nicolai steht in Altengamme. Alle Attraktionen können mit dem Auto in weniger als einer Viertelstunde angefahren werden.  

Jahrhunderte alte bäuerliche Kultur

Als die Elbniederung entwässert, eingedeicht und urbar gemacht wurde, wurde das Rieck Haus erbaut. Es ist mit seinen ältesten Teilen das letzte erhaltene Beispiel der speziellen Form des Niederdeutschen Fachhallenhauses in den Vierlanden.

In 1663 erneuerte man den Wohnteil und die Giebelseiten, erweiterte wahrscheinlich auch einige Räumlichkeiten. Daran erinnern eingeschnitzte Inschriften im Sturz der Seitentür und in einem Balken auf der Hofseite. Dass der über Jahrhunderte bewirtschaftete Hof damals ein wohlhabender Betrieb war, verraten die Verzierungen der Hofgebäude und Ziegelausschmückungen im Haupthaus.

Ab 1900 verfiel die Hofanlage aber immens. Familie Rieck bewirtschaftete sie noch bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. In 1940 gingen die Gebäude an die Denkmalschutzbehörde der Hansestadt Hamburg über und wurden notdürftig gesichert. Erst ab 1949 renovierte man systematisch den gesamten Hof. In 1954 übernahm ihn schließlich das Altonaer Museum als Außenstelle und eröffnete auf dem Gelände ein Freilichtmuseum.

Lütt Döns und groot Döns

Im Haus wird in lütt Döns und groot Döns unterteilt, in kleine und große Stube. In der bescheidenen kleinen lebten die alten Bauersleute, nachdem sie das Anwesen an die nächste Generation übergeben hatten. In der großen wohnte die den Hof bewirtschaftende Bauernfamilie. Die Unterscheidung findet sich auch im Flett, dem Herdraum, der vor den Stuben liegt. In der Diele zeigt sich das enge Zusammenleben von Menschen und Tieren unter einem Dach. Denn dort in den Abseiten, den sogenannten Seitenschiffen, stand das Vieh und wurde von der Diele aus gefüttert.

Der ursprünglichen Hofanlage nachempfunden

Wie einst durch die Jahrhunderte setzt sich die Hofanlage heute wieder aus verschiedenen Gebäuden zusammen und umfasst neben dem Fachhallenhaus noch Backhaus, Feldentwässerungsmühle, Heubarg und Garten.
Früher gab es in den Vier- und Marschlanden zahlreiche Feldentwässerungsmühlen. Heute ist nur noch die beim Rieck Haus erhalten. Ursprünglich stand sie in Ochsenwerder. Stark beschädigt kam sie 1952 nach Curslack und wurde am Entwässerungsgraben des Museumsgrundstücks aufgestellt. Flügel, Schneckenkasten, Getriebe und Wasserschnecke mussten restauriert werden. Die Mühle ist wieder voll funktionsfähig.

In 1954 versetzte man den Heubarg aus Allermöhe ins Freilichtmuseum. Er fasst rund 1.500 Zentner Heu oder Korn und ist die älteste offene Scheunenform in den Marschlanden. Seine Besonderheit ist ein verschiebbares sechseckiges Reetzeltdach. Die Prozedur, das Dach bei Bedarf jeweils an den Ecken der Scheune mithilfe eines hölzernen Hebewerkes zu verschieben, ist sehr aufwendig. Mindestens vier Personen sind erforderlich. Doch so sorgt der Wind für ein optimales Nachtrocknen des Ernteguts. Da es auf einer Plattform lagert, ist es außerdem vor Hochwasser geschützt.

Zu dem Rieck-Anwesen gehört auch ein üppiger Bauerngarten. Neben einer bunten Mischung aus Zierpflanzen wachsen dort Rosen, Lilien, Rosmarin und Lavendel, die zu Heilzwecken genutzt wurden oder für Wohlgerüche in Truhen und Schränken sorgten.

Veranstaltungen im Rieck Haus

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Bäuerliche Kultur und historische Landwirtschaft
Im Vierländer Freilichtmuseum Rieck Haus können Besucher erleben, wie sich bäuerliches Leben in vergangenen Jahrhunderten abspielte, wie ein Heubarg mit verschiebbarem Dach und eine Feldentwässerungsmühle funktionieren.
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20171110 12:26:00