Gedenkstätte Bullenhuser Damm Mahnmal gegen den Holocaust

Das ehemalige Schulgebäude Bullenhuser Damm hatte gegen Ende des Zweiten Weltkrieges als Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme gedient. Heute ist es KZ-Gedenkstätte und erinnert an die Ermordung von Kindern und Erwachsenen durch Angehörige der SS in den letzten Kriegstagen.

 Gedenkstätte Bullenhuser Damm in Hamburg

Adresse
Bullenhuser Damm 92, 20539 Hamburg
Öffnungszeiten
sonntags, 10 bis 17 Uhr
Eintritt
Eintritt frei
Ausstellungsplan
Gedenkstätte Bullenhuser Damm
Führungen
Pädagogische Begleitungen für Gruppen und Schulklassen sind buchbar

Ein Mahnmal der Geschichte

Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm wurde im Jahr 1980 eröffnet. Sie befindet sich in den Kellerräumen des ehemaligen Schulgebäudes. Kurz vor Kriegsende wurden dort 20 Kinder und mindestens 28 Erwachsene, darunter 24 sowjetische Häftlinge, die vom KZ Neuengamme hergebracht wurden, erhängt.

Die jüdischen Kinder – zehn Jungen und zehn Mädchen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren – stammten aus Polen, Frankreich, Italien, der Slowakei und den Niederlanden. Bereits Ende 1944 waren sie vom KZ Auschwitz-Birkenau nach Neuengamme verlegt worden. Im KZ Neungamme wurden pseudomedizinische Experimente mit Tuberkulosebazillen an ihnen durchgeführt.

Die Morde wurden von Angehörigen der SS begangen, um damit die Spuren früherer Taten zu beseitigen. Denn die alliierten Truppen waren zu der Zeit der Ermordungen nur noch wenige Kilometer entfernt. Für die Ermordung wurden die Kinder, ihre Betreuer sowie weitere erwachsene Häftlinge an den Bullenhuser Damm gebracht. Die Leichen wurden zurück nach Neuengamme transportiert und dort verbrannt.

Was die Recherche eines Journalisten auslöste

Die meisten der an den Morden beteiligten SS-Leute konnten festgenommen werden. Im Mai 1946 wurden sie von einem britischen Militärgericht zum Tode verurteilt und einige Monate später hingerichtet. Erst im Jahr 1979 brachte ein Buch des Journalisten Günther Schwarberg jene Ereignisse vom April 1945 wieder ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Schwarberg hatte jahrelang recherchiert und viele Angehörige der ermordeten Kinder ausfindig gemacht.

Seitdem findet jährlich am 20. April eine Gedenkfeier in dem Schulgebäude statt, das 1980 in Janusz-Korczak-Schule umbenannt wurde. Korczak, ein polnischer Arzt, Pädagoge und Autor, starb 1942 vermutlich im Vernichtungslager Treblinka in Polen. Die Schüler erfuhren nichts von der schrecklichen Vergangenheit des Gebäudes.

Die 1979 gegründete „Vereinigung der Kinder vom Bullenhuser Damm" hält die Erinnerung wach und steht in Kontakt zu den Angehörigen. Alljährlich organisiert sie die Gedenkfeier und vermittelt unter anderem Gespräche mit Angehörigen der Kinder und Zeitzeugen.

Die Erinnerung bleibt

In den Jahren 2010 und 2011 konnten weitere Kellerräume für die Gedenkstätte einbezogen und eine neue Ausstellung unter der Leitung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme erarbeitet werden. Zum Gedenktag am 20. April 2011 wurden die Räume wiedereröffnet. Die Ausstellung in der Gedenkstätte informiert in Deutsch und Englisch über die tragische Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm, aber auch über das Gebäude, vor allem in der Funktion als Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Hinter dem Gebäude hat die Vereinigung der Kinder vom Bullenhuser Damm e. V. einen Rosengarten mit Gedenktafeln angelegt. Dort darf jedermann zur Erinnerung an die Opfer eine Rose pflanzen.

Weitere Informationen: Gedenkstätte Bullenhuser Damm

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Mahnmal gegen den Holocaust
Das ehemalige Schulgebäude Bullenhuser Damm hatte gegen Ende des Zweiten Weltkrieges als Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme gedient. Heute ist es KZ-Gedenkstätte und erinnert an die Ermordung von Kindern und Erwachsenen durch Angehörige der SS in den letzten Kriegstagen.
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