St. Pankratius Hamburg Barockkirche mit dem Baujahr 1682

Dank der einheitlich hochbarocken Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert zählt St. Pankratius zu den bedeutendsten Barockkirchen Norddeutschlands. Genannt wird sie "Schnitger-Kirche", war sie doch die Heimatkirche des weltberühmten Orgelbauers Arp Schnitger und beherbergt seine größte erhaltene zweimanualige Orgel.

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Informationen zu der St. Pankratius Kirche

Adresse
Organistenweg 7, 21129 Hamburg
Telefon
040 745 92 96
E-Mail
buero.kg.neuenfelde@gmx.de
Homepage
Evangelisch-Lutherische St. Pankratius-Kirchengemeinde
Öffnungszeiten
täglich von 9 bis mindestens 16 Uhr
Führungen
Gruppenführung ohne Orgelvorführung: Terminvereinbarung unter 040 54804885 Orgelvorführung: Terminvereinbarung unter 0173 2866950

Wiedereinweihung der Barockorgel

Nachdem die Kirchengemeinde Spenden für eine Restaurierung sammelte, konnte die größte zweimanualige Orgel des Orgelbauers Arp Schnitger nun saniert werden. Am 18. Juni 2017 wurde sie wieder eingeweiht und mit einem Festprogramm der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei Jahre dauerte eines der wichtigsten Restaurierungsprojekte im Bereich der norddeutschen Barockorgeln, das durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Institutionen, Stiftungen, dem Denkmalschutzprogramm des Bundes und dem Denkmalschutzamt ermöglicht wurde. Insgesamt belaufen sich die Kosten des gesamten Projekts auf rund 1 Millionen Euro.

Schon im 20. Jahrhundert wurde die größtenteils original erhaltene Neuenfelder Orgel mehrfach repariert, allerdings blieben die Restaurierungsversuche bisher unbefriedigend. Jetzt erhielt nicht nur das Orgelgehäuse durch den Restaurator Dietrich Wellmer seine frühere Farbfassung zurück, es wurden auch erhebliche Schäden an der Orgelempore entdeckt und beseitigt. Damit das beeindruckende Instrument der St. Pankratius-Kirche auch in Zukunft ihren Dienst tun kann, erhielt die Kirche zu ihrer nachhaltigen Sicherung zusätzlich eine moderne Klimasteuerung.

Bedeutendster geschichtlicher Ort für Freunde von Arp Schnitger

Der berühmteste Orgelbauer Nordeuropas, Arp Schnitger (1648 bis 1719), lebte in Neuenfelde und schuf in der St. Pankratius-Kirche von 1683 bis 1688 eine Orgel mit 34 Registern auf zwei Manualen auf einer doppelten Empore in akustisch idealer Höhe.

An das berühmte Gemeindemitglied erinnern ein prächtiger Kirchenstuhl und die Gruft der Familie Schnitger. Das Grab in der Kirche ist ein Privileg, das sonst nur Pastoren und Amtspersonen vorbehalten war.

Auf der Orgel von St. Pankratius finden seit 1952 jährlich neun Konzerte statt, die unter dem Namen „Neuenfelder Orgelmusiken" weit über Hamburgs Stadtgrenzen bekannt sind. Auch bei Orgelvorführungen kann das Gehör der Besucher in den Genuss des Schnitger-Instruments kommen. 

Die Geschichte der Barockkirche

Die evangelisch-lutherische St. Pankratius-Kirche steht an exakt der Stelle, wo auch ihr steinerner Vorgängerbau stand. Über diesen Bau ist nur bekannt, dass er auf dem weithin höchsten Platz in der Elbmarschenlandschaft, auf einer Sanddüne, errichtet wurde, um bei Sturmfluten Zuflucht zu bieten. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurde er für die wachsende Gemeinde zu klein.

Nach dem Osterfest 1682 riss man die alte Kirche ab und legte am 23. Mai dieses Jahres den Grundstein für die jetzige, doppelt so große Kirche. Sie befindet sich in der Nähe des Airbus-Werkes in Finkenwerder. Vier Firmen ließ der Baumeister gleichzeitig daran arbeiten. So konnte bereits am 1. Advent desselben Jahres der Gottesdienst im neuen Kirchengebäude gefeiert werden.

Bis 1731 erfolgte die Ausstattung von St. Pankratius in einheitlich barockem Stil, der bis heute nahezu unverändert erhalten blieb. Lediglich der knapp 40 Meter hohe Turm mit dem Glockenstuhl und zwei Glocken wurde erst 1841 an die Westfront der Kirche gerückt, nachdem der ursprünglich abseits der Kirche stehende Glockenturm 1786 durch Blitzschlag zerstört worden war.

Kostbare Innenausstattung des Saalbaus von St. Pankratius

Der Kircheninnenraum ist deutlich auf die Kanzel-Altarwand ausgerichtet. Sie wurde 1688 vom Hamburger Bildschnitzer Christian Precht geschaffen und war damals außerordentlich modern. Der Kanzelkorb zeigt Christus mit der Weltkugel, zu seinen Seiten die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, darunter außerdem Petrus und Paulus.

Obwohl die Kirche nach dem Eisheiligen Pankratius benannt ist, findet sich keine Abbildung von ihm. Stattdessen gibt es mehr als ein Dutzend Abbildungen von Jesus Christus, beispielsweise auf dem großen Deckengemälde, das die gesamte Holztonne ausfüllt. Dort ist Jesus als Weltenrichter im Jüngsten Gericht zu sehen, flankiert von Engeln, Märtyrern, Propheten und Aposteln.

Besonders sehenswert ist der Taufstein. Er wird von drei Putten getragen, auch seine hohe Bekrönung ist mit musizierenden Putten barock verziert. Im Vorraum der Kirche findet sich sein mittelalterlicher Vorgänger, ein romanischer, achteckiger Taufstein.

Weitere Kostbarkeiten der St. Pankratius-Kirche sind die farbenfrohen Wappen, die an wohlwollende Spender erinnern, die Kniebänke und Altarbehänge und ein prächtiger, gedeckter Beichtstuhl aus dem Jahr 1730.

Barockkirche mit dem Baujahr 1682
Dank der einheitlich hochbarocken Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert zählt St. Pankratius zu den bedeutendsten Barockkirchen Norddeutschlands. Genannt wird sie "Schnitger-Kirche", war sie doch die Heimatkirche des weltberühmten Orgelbauers Arp Schnitger und beherbergt seine größte erhaltene zweimanualige Orgel.
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