Erlöserkirche Hamburg-Lohbrügge Beeindruckende Kunst in Lohbrügge

Einmalig im Hamburger Raum ist der in der Erlöserkirche Lohbrügge vorhandene Zyklus aus elf hohen Buntglasfenstern. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts in der Königlich Bayerischen Hofglasmalerei München gefertigt.  

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Die Erlöserkirche in Lohbrügge

Adresse
Lohbrügger Kirchstraße 9, 21033 Hamburg
Telefon
040 7386755
Homepage
Erlöserkirche Lohbrügge
Öffnungszeiten
auf Anfrage unter der Telefonnummer 040 7386755 (Kirchenbüro); Besichtigungen sind ebenfalls nach Absprache möglich
Öffentliche Verkehrsmittel
Buslinien 31, 232 Haltestelle Lohbrügger Kirchstraße
Buslinien 332, 534 Haltestelle Höperfeld
Parkplätze
in den umliegenden Straßen

Neugotischer Kirchenbau mit beeindruckenden Buntglasfenstern

Die Erlöserkirche in Hamburg-Lohbrügge ist ein Kirchenbau im neugotischen Stil, wie er Ende des 19. Jahrhunderts in Norddeutschland typisch war.
Bemerkenswert ist, dass trotz etlicher Beschädigungen durch Flaksplitter im Zweiten Weltkrieg die Innenausstattung der Kirche nahezu vollständig erhalten geblieben ist. Vor allem die beeindruckenden Buntglasfenster lohnen eine Besichtigung.

Der meist beschäftigte Kirchenbauer Hamburgs – Hugo Groothoff

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde zu Hamburg-Lohbrügge entstand erst 1892. Zuvor mussten die Bewohner von Sande-Lohbrügge zu anderen Kirchen in den Gottesdienst gehen. Durch einen Brand wurde damals in Lohbrügge zwar Wald vernichtet, dafür war nun Bauland verfügbar.
Zwischen 1893 und 1897 unterstützten die Bevölkerung und vor allem der Fabrikbesitzer Wilhelm Bergner das Bauvorhaben großzügig. Es kamen über 80.000 Mark an Spenden zusammen. Die örtlichen Ziegeleibetriebe spendeten 130.000 Ziegel.
Der aus Hamburg stammende Kirchenbaumeister Hugo Groothoff (1851–1918) wurde mit den Arbeiten betraut. Nach der Grundsteinlegung am 18. Juli 1897 konnte schon am 18. Februar 1898 Richtfest gefeiert werden. Der Bau des Kirchengebäudes dauerte nur eineinhalb Jahre, am 19. März 1899 wurde die Erlöserkirche geweiht.

Eine typische norddeutsche Saalkirche

Das schlicht gestaltete Backsteingebäude am Geesthang grüßt schon von Weitem die Besucher. Die Saalkirche mit ihren Emporen folgt den Bauten der sogenannten Hannoverschen Schule. An der Westseite erhebt sich der 52 Meter hohe Glockenturm mit dem Hauptportal und seitlich rahmenden Treppentürmen.
Das vierjochige Langhaus hat einen eingezogenen Chor. Er setzt sich aus Vorjoch und polygonaler Apsis zusammen.
Weitgehend unverändert geblieben sind der Innenraum mit dem Kirchgestühl, der gewölbten Decke und der Empore sowie die vom Münchner Königlich Bayerischen Hofglasmaler Carl de Bouché (1845–1920) angefertigten Kirchenfenster. Ein solch vollständig erhaltener Fensterzyklus sucht in Hamburg seinesgleichen. Gestiftet wurden die eindrucksvollen Fenster im Mai 1898 von Agnes Bergner.

Grabsteinsammlung im Park

Ein Bummel über den ehemaligen städtischen Friedhof, der neben der Kirche liegt, lohnt sich ebenfalls. Der Begräbnisplatz wurde am 10. Januar 1897 eingeweiht und 75 Jahre lang genutzt. Sämtliche Wege darin verlaufen in Richtung auf das vom Kirchenerbauer Hugo Groothoff entworfene Mausoleum. Der Industrielle Wilhelm Bergner, Gründer der Bergedorfer Eisenwerke, ließ es für sich im Jahr 1900 im neuromantischen Stil erbauen.

Zum hundertjährigen Jubiläum des stillgelegten Friedhofs wurde 1997 die Umnutzung als öffentliche Parkanlage beschlossen. Die historischen Grabmäler blieben erhalten, es gibt eine Grabsteinsammlung und einen neu angelegten Wasserplatz.


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Beeindruckende Kunst in Lohbrügge
Einmalig im Hamburger Raum ist der in der Erlöserkirche Lohbrügge vorhandene Zyklus aus elf hohen Buntglasfenstern. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts in der Königlich Bayerischen Hofglasmalerei München gefertigt.    
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