Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe Industriedenkmal auf der Elbinsel

Die Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe verbindet Erholung inmitten ökologischer Vielfalt mit der spannenden Kulturgeschichte eines Industriedenkmals. Mit ihrem vielfältigen Angebot zwischen Führungen, Workshops und Sonderveranstaltungen begeistert die Wasserkunstinsel in Rothenburgsort Groß und Klein.

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Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe

Adresse
Kaltehofe Hauptdeich 6-7, 20539 Hamburg
Homepage
Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe
Öffnungszeiten Museum Wasserkunst Kaltehofe
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
(November bis Februar bis um 17 Uhr)
Eintritt Museum
Erwachsene: 5,50 Euro (mit Hamburg CARD 4,40 Euro) | Ermäßigt: 3,80 Euro | Familien: 12,50 Euro (Eltern bis 3 Kinder) | Kinder bis 12 Jahren frei
Hinweise
Das Café Kaltehofe ist in der Winterzeit von November bis März wochentags geschlossen.
Am 24. und 25. Dezember sowie am 1. Januar bleibt die Wasserkunst geschlossen.


Flora und Fauna auf dem Naturerlebnispfad

Besucherinnen und Besucher können Kaltehofe mithilfe eines neuen Naturerlebnispfades entdecken. Interaktive Informationstafeln vermitteln Hintergrundwissen über die Tier- und Pflanzenvielfalt auf der Elbinsel und eingebundene Sinneselemente regen dazu an, den Pfad auch als körperliche Erfahrung wahrzunehmen. Kinder und Erwachsene können beispielsweise eine Vogelbeobachtungsplattform erklimmen und sich im Museumsshop Ferngläser ausleihen, um die Vogelwelt auf Kaltehofe zu erkunden.

Auf dem 30 Meter langen Barfußpfad können Erdstrukturen wie Sand, Kies, oder Holz selbst erfühlt und das eigene Koordinationsvermögen geschult werden. Weitere Bestandteile sind ein Naturklassenzimmer in einem Tipi, ein Insektenhotel sowie Wildkräuter- und Schmetterlingswiesen. Der Naturerlebnispfad ist ab dem 17. September 2017 zu den Öffnungszeiten der Wasserkunst kostenfrei zugänglich.

Naherholungsgebiet inmitten Hamburgs 

Schon beim Betreten des 44 Hektar großen Areals des ehemaligen Wasserwerks Kaltehofe fallen zwei Dinge auf: Erstens muss hier die Zeit stehen geblieben sein – die beherrschende Architektur im Stil des Historismus versetzt den Besucher zurück ans Ende des 19. Jahrhunderts. Zweitens kann dieser Ort einfach nicht inmitten einer Metropole liegen, dafür ist es hier zu ruhig, zu grün und zu idyllisch. Dass wir uns aber doch im Hamburg des 21. Jahrhunderts mitten in Rothenburgsort befinden, wird nach wenigen Schritten rechts um die Villa herum deutlich. Hier kommt ein weißer Neubau zum Vorschein, während in nicht allzu weiter Ferne die Industrieanlagen des Kraftwerkes Tiefstack zu erkennen sind.

Bei dem weißen Neubau, dessen reliefartige Fassade herabfließendes Wasser suggeriert, handelt es sich um ein von Andreas Heller Architects & Designers entworfenes Gebäude. Ins Innere des „auftauchenden“ Quaders gelangt man nur über einen Tunnel von der angrenzenden Villa aus, hier befindet sich eine fiktive Bildhauerwerkstatt. Die „Werkstatt der Wasserkunst“ ist der zweite Teil der Dauerausstellung auf Kaltehofe, in der die Geschichte der Hamburger Brunnen und Wasserspiele präsentiert wird. Im Kontrast zur modernen Architektur des Quaders stehen das Äußere der kernsanierten Villa und die zahlreichen alten Schieberhäuschen. Letztere wurden von Andreas Meyer, dem Erbauer der Speicherstadt, im Stil des Historismus errichtet. Im Inneren der Villa, in der sich einst die Außenstelle des Hygienischen Instituts befand, findet sich heute der erste Teil der Ausstellung des Museums für Wasserkunst, das Café Kaltehofe sowie Räume für Tagungen und Festivitäten.

Kinderfreundliche Institution mit wissenschaftlichem Anspruch

Das hauseigene Museum begeistert mit abenteuerlichen Kinder-Rallyes, Workshops, Sonderveranstaltungen und spannenden Führungen zur Geschichte der Wasserkunst. Anhand zeitgeschichtlicher Dokumente aus Sicht der damaligen Arbeiter und Bewohner wird dem Besucher unter anderem die Vergangenheit der Elbinsel und der Außenstelle des Hygienischen Staatsinstituts sowie des Wasserwerks erläutert.

Aber auch außerhalb der Villa gibt es eine Menge zu entdecken: Als erstes ins Auge fallen hier die wilhelminischen Schieberhäuschen inklusive der ehemals 22 Filterbecken. Drei der Becken wurden als Biotope belassen, während ein weiteres heute als Modellbootbecken genutzt wird. Das Schieberhäuschen am Museumsbecken rechts der Villa ist sogar begehbar und erklärt die Funktionsweise der Sandfiltration, welche im 19. Jahrhundert eine gängige Methode zur Reinigung von Flusswasser war.
Darüber hinaus hat sich in den rund 20 Jahren zwischen 1990 und 2011, in denen Kaltehofe für die Öffentlichkeit unzugänglich war, eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt auf der Elbinsel entwickeln können. So kommen nicht nur 44 Vogelarten zum Brüten auf die Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe, hier leben unter anderem auch sieben Fledermaus- und zehn weitere Säugetierarten. Wer sich für die Artenvielfalt auf Kaltehofe interessiert, dem sei der Naturlehrpfad ans Herz gelegt – dieser verbindet artenreiche Gehölze, Gewässer und Feuchtgebiete miteinander. Der Zugang zu Gelände und Naturlehrpfad ist übrigens kostenfrei.

Neben den zahlreichen Freizeitangeboten für Groß und Klein wird auf der Elbinsel aber auch ein wichtiger Beitrag zur Klimaforschung geleistet. Hier befindet sich eine von 18 Niederschlagsmessstationen im Hamburger Stadtgebiet, welche Daten liefert, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurückreichen. So kann die Klimaveränderung speziell in Hamburg genau eingeschätzt und mögliche Trends genauer untersucht werden.

Die Wurzeln der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe

Ausschlaggebend für den Bau des Wasserwerks auf Kaltehofe waren der Große Brand von 1842 und die Cholera Epidemie 1892. Letztere machte die dringende Notwendigkeit von filtriertem Trinkwasser für die Bevölkerung höchst schmerzlich bewusst und so wurde die Filtrationsanlage auf Kaltehofe bereits im Mai 1893 in Betrieb genommen. Von da an versorgte die Stadtwasserkunst alle Hamburger Haushalte mit Trinkwasser, dessen Qualität täglich vom Hygienischen Staatsinstitut kontrolliert wurde. 

Neben allen historischen Zusammenhängen klärt das Museum auch über die Begrifflichkeit der "Wasserkunst" auf: Systeme zur Wasserversorgung hießen schon in mittelalterlichen Burgen und Schlössern "Wasserkunst". Die Ausweitung des Begriffs auf die künstlerische Inszenierung des kühlen Nass' fand erst im 18. Jahrhundert statt.

Tipp: Ein Besuch im nahegelegenen WasserForum lohnt sich ebenfalls. Wer bei den Eintrittspreisen sparen möchte, ist mit einem der Kombitickets gut beraten.

Industriedenkmal auf der Elbinsel
Die Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe verbindet Erholung inmitten ökologischer Vielfalt mit der spannenden Kulturgeschichte eines Industriedenkmals. Mit ihrem vielfältigen Angebot zwischen Führungen, Workshops und Sonderveranstaltungen begeistert die Wasserkunstinsel in Rothenburgsort Groß und Klein.
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