Museumsschiff Peking „De Hamborger Veermaster“ kehrt zurück

Der Hamburger Hafen wird zukünftig um eine Schönheit reicher. Neben der Rickmer Rickmers, der Cap San Diego und der MS Bleichen soll das Segelschiff Peking als viertes großes Museumsschiff im Hafen festmachen. Die Peking kehrt damit nach über 70 Jahren in ihren Heimathafen zurück und soll zum Wahrzeichen des neuen Hafenmuseums werden.

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Die Peking kehrt nach Hamburg zurück

Von New York nach Hamburg

Es ist soweit: Das legendäre Segelschiff Peking der Reederei F. Laeisz ist auf dem Weg in seine Heimatstadt Hamburg. Am 14. Juli 2017 wurde die Peking von der Combi Dock III aufgenommen und liegt damit trocken und sicher auf der Ladefläche des Dockschiffs. Nun geht es über den Atlantik in Richtung Hamburg, wo die Peking am Sonntag, 30. Juli 2017 ankommt. Das ist rund acht Stunden später als geplant, da sich das Wetter auch über dem Atlantik derzeit nicht in bester Laune zeigt. So muss die Combi Dock III das Tempo reduzieren, um zu große Schiffsbewegungen zu vermeiden. 

Dadurch verzögert sich die Verholung der Peking, die nun am Mittwoch, 2. August 2017, stattfinden soll. Um 6:30 Uhr soll die Peking aufschwimmen und dann von zwei Schleppern unter die Fittiche genommen werden. Um 7:30 Uhr soll sich die Peking dann in Bewegung setzen und mit Hochwasser um 11:30 Uhr die Passage Störsperrwerk passieren. Geplante Ankunft in der Peterswerft Wewelsfleth ist um 11:30 Uhr.

Das Hafenmuseum am Hudson River, wo das Schiff bisher lag, hatte 2012 bekanntgegeben, keinen Platz mehr für die mittlerweile marode Viermastbark zu haben. Daraufhin sollte die Peking verschrottet werden. Dies konnte aufgrund großzügiger finanzieller Mittel des Haushaltsausschusses des Bundestags gerade noch verhindert werden.

Peking wird nicht in Hamburg restauriert 

Bevor die Peking endgültig in Hamburg vor Anker gehen kann, werden voraussichtlich noch zwei bis drei Jahre vergehen. Zunächst steht die Überfahrt von New York in Richtung Hamburg an. Das erste Ziel in der Heimat ist Brunsbüttel. Danach geht es ins knapp 30 Kilometer entfernte Wewelsfleth in die Peters Werft, wo der Viermaster restauriert wird.

Die schleswig-holsteinische Werft in der Nähe von Glückstadt hatte sich im Wettbewerb um die Instandsetzung des Schiffes unter anderem gegen das Hamburger Traditionsunternehmen Blohm+Voss durchgesetzt. Die Peking wird damit nicht in die Werft zurückkehren, in der sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Stapel gelaufen war.

Mit der Überführung der Peking über den Atlantik ist die Bremer Reederei „Combi Lift" beauftragt worden. Die Besatzung des Dockschiffs Combi Dock III wird in New York voraussichtlich vier Tage damit beschäftigt sein, den historischen Großsegler entsprechend sicher zu verladen. Von dort wird die Peking zunächst zum Hafenbetreiber Brunsbüttel Elbe Port gebracht, bevor sie ihren vorläufigen Liegeplatz elbaufwärts in der Peters Werft erreichen wird. 

Ein Besuch auf der Peking in New Jersey

Die vergangenen Wochen hatte die Peking in der Caddell-Werft in New Jersey verbracht. Dort hatte zunächst Börries von Notz, Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg, im Mai 2017 einen Blick auf den rund 108 Jahre alten Großsegler geworfen. Bevor die Peking nach Deutschland überführt wird, hat Börries von Notz an Bord schon einmal die Flagge des Deutschen Hafenmuseums gehisst und den Großsegler damit als zukünftiges Museumsschiff des Hamburger Hafens begrüßt.

Die Pläne für die Restauration der Peking werden sich auf die authentische Rekonstruktion der Kammern, des Kartenhauses und des Ruderstands konzentrieren und sollen allen Besuchern einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Für die Aufarbeitung der Geschichte der Viermastbark ist eine Ausstellung auf dem Brückendeck geplant. 

Über den Winter nach Staten Island

Anfang September 2016 verließ die Peking ihren Platz im New Yorker South Street Seaport Museum und wurde von drei Schleppern in eine rund zehn Kilometer entfernte Werft auf Staten Island gebracht. Das Manöver dauerte knapp drei Stunden und klappte auch bei auffrischendem Wind ohne Probleme, so dass die Arbeiten an dem Hamburger Viermaster beginnen können, um die Peking für die Heimkehr nach Hamburg vorzubereiten – unter anderem muss das Rigg abgenommen werden.

Wahrzeichen des neuen Deutschen Hafenmuseums

Nach der Überfahrt über den Großen Teich nach Hamburg übernimmt die Stiftung Hamburg Maritim die Aufsicht über die Restaurierung des Segelschiffs. Für die neue museale Institution stellte der Haushaltsausschuss des Bundestages im November 2015 120 Millionen Euro zur Verfügung, von denen knapp 26 Millionen Euro für die Rückholung und die Restaurierung der Peking einkalkuliert sind. Der Viermaster wird damit zum Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums und des Hansahafens, an dem sich im Schuppen 50A das derzeitige Hafenmuseum befindet. Neben der Rickmer Rickmers, der Cap San Diego und der MS Bleichen geht die Peking dann als viertes Museumsschiff im Hamburger Hafen vor Anker.

Legendärer Flying P-Liner

Die Peking und die Stadt Hamburg sind eng miteinander verbunden. Der Viermaster wurde bis Anfang 1911 in der Hamburger Werft Blohm & Voss gebaut und war Teil der legendären Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz. Die schnellen und robusten Windjammer waren Anfang des 20. Jahrhunderts die technisch modernsten Segelschiffe auf den Weltmeeren.

Die Peking wurde als Frachtschiff für den Salpeterhandel mit Chile eingesetzt und schaffte es in nur knapp über 70 Tagen von Hamburg ins chilenische Valparaiso. Die schnellen Windjammer waren der Konkurrenz durch ihre robuste Bauweise voraus – beispielsweise waren die Sprossen am Großmast aus Holz und nicht aus Webeleinen – und konnten so auch bei schwerer See unterwegs sein. Regelmäßig umrundeten die P-Liner problemlos die bei Seefahrern gefürchtete Passage um Kap Hoorn. 

Vom Frachtschiff zum Schulschiff

Nach drei Chile-Reise in den Jahren 1912 und 1913 wurde die Peking im Ersten Weltkrieg in Valparaiso interniert und 1921 als Kompensation für Kriegsschäden an Italien übergeben. 1923 nutzte die Reederei F. Laeisz eine günstige Gelegenheit und kaufte die Peking zurück. Fortan ging es wieder auf die Reisen nach Chile. Getroffen von den Folgen der Weltwirtschaftskrise verkaufte F. Laeisz den Viermaster 1932 jedoch an die Shaftesbury Homes and Arethuse Training Ship, wo die Peking zum Schulschiff umgebaut und in Arethusa umbenannt wurde.

Im Jahr 1940 wurde die Peking von der britischen Royal Navi als Unterkunft eingezogen und wurde in HMS Peking umgetauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Bark zurück an ihren Vorbesitzer und erhielt auch den Namen Arethusa zurück. Im Jahr 1974 ersteigerte die J. Aron Charitable Foundation das Schiff für 70.000 Pfund und schleppte den Windjammer nach New York. Dort wurde die Peking originalgetreu wiederaufgeriggt und schmückte als eines von sechs Schiffen das South Street Seaport Museum.

Technische Daten der Peking

  • Jungfernfahrt: 16. Mai 1911 (nach Chile)
  • Schiffstyp: Viermast-Stahlbark
  • Vermessung: 3.100 BRT 
  • Länge: 115 Meter
  • Breite: 14,40 Meter
  • Tiefgang: max. 7,24 Meter
  • Masthöhe: 51 Meter (über Deck)
  • Höchstgeschwindigkeit: 17 Knoten
  • Besatzung: 31 (Frachtschiff) | 74 (Segelschulschiff)

„De Hamborger Veermaster“ kehrt zurück
Der Hamburger Hafen wird zukünftig um eine Schönheit reicher. Neben der Rickmer Rickmers, der Cap San Diego und der MS Bleichen soll das Segelschiff Peking als viertes großes Museumsschiff im Hafen festmachen. Die Peking kehrt damit nach über 70 Jahren in ihren Heimathafen zurück und soll zum Wahrzeichen des neuen Hafenmuseums werden.
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