Waschsymbole Pflegehinweise im Schonwaschgang

Die wöchentliche Wäsche muss kein Rätselraten sein. Mit ein wenig Logik und Durchhaltevermögen seid Ihr bei der Entzifferung der Waschetiketten Eurer Lieblingskleidung ganz vorn dabei. 

Waschsymbole leicht gemacht

Pflegehinweise im Schleudergang 

  • Pflegehinweise sind international standardisierte Anleitungen zur maximalen Behandlung von Textilien
  • Pflegehinweise bestehen meistens aus 5 Symbolen für Waschen, Bleichen, Trocknen, Bügeln und chemische Reinigung und schriftlichen Erweiterungen
  • Die wichtigsten Pflegesymbole sind der Waschzuber für Hand- oder Maschinenwäsche, das Dreieck für Bleichen, das Quadrat für Trockenen und das Bügeleisen für Bügeln
  • Die meisten Pflegehinweise korrespondieren mit den gängigen Waschprogrammen (z. B. 30 oder 60 Grad bei unterschiedlicher Schleuderzahl)
  • Pflegehinweise zu befolgen ist eine gute Idee, wenn die Lieblingskleidung die Wäsche jede Woche aufs Neue form- und farbschön überstehen soll

Pflegehinweise im Schonwaschgang 

Waschetiketten sind eine Wissenschaft für sich. So oder so ähnlich denken vermutlich viele von Euch, die gerade ihr erstes WG-Zimmer oder die erste eigene Wohnung bezogen haben und sich jetzt mit einem Haufen ungewaschener Wäsche im Waschsalon oder vor der eigenen Waschmaschine einfinden. Sortiert und gewaschen sollen die Sachen werden, aber nach welchen Kriterien? Die Bedeutung der aneinandergereihten kleinen schmucken Symbole auf den Waschetiketten erschließt sich dem Anfängerblick nicht auf Anhieb. Das wiederum gibt der möglicherweise ohnehin mäßigen Motivation, sich um die Wäsche zu kümmern, nicht sonderlich Auftrieb. Mittelgroße Unlust dem gesamten Unterfangen gegenüber oder aus der Form geratene oder verfärbte Lieblingskleidungsstücke sind da vorprogrammiert.

Dabei sind die international standardisierten Waschsymbole besser als ihr Ruf. Hat man sich erst einmal mit dem logischen Aufbau der Piktogramme aus grafischen Grundelementen und Erweiterungen angefreundet, wird die wöchentliche Wäsche an fast jedem Ort der Welt zu einem Heimspiel, bei dem man souverän mit einem Sack voll sauberer Wäsche vom Platz geht. Und das ist praktisch.

Waschsymbole auf einen Blick 

Mit den im internationalen Standard ISO 3758:2012 hinterlegten Piktogrammen für Pflegehinweise hat die Internationale Organisation für Textilpflegekennzeichen (GENITEX) neben der monetär einträglichen Lizensierung erst einmal nur Gutes für den Verbraucher im Sinn: der Hersteller gibt mit den Symbolen auf dem Waschetikett eine Empfehlung aus, wie seine Textilien ohne Folgeschäden an Form, Farbe und Material maximal behandelt werden können. Diese Hilfestellung erspart Euch viel Rätseln, Arbeit und auch Geld, wenn Ihr Eure Kleidung möglichst lange und ohne Einbußen tragen möchtet. Ohne entsprechend beschriftete Waschetiketten müssten wir alle Textilexperten in eigener Sache sein oder noch werden. Wer möchte das schon?

Die Waschetiketten mit ihren Pflegehinweisen brechen die Unternehmung „Waschen“ auf eine übersichtliche Anordnung an Anweisungen in Form von Piktogrammen herunter. Meistens sind fünf Piktogramme abgebildet, eine Anzahl, die nicht etwa willkürlich gewählt ist, sondern die fünf möglichen Phasen des Waschens und der Nachbehandlung nachvollzieht:

- Waschen
- Bleichen
- Trocknen
- Bügeln
- Chemische Reinigung 

Übrigens, mit niedrigeren Temperaturen oder weniger Schleuderumdrehungen könnt Ihr Eure Kleidung immer waschen – auch wenn das z. B. bei Bettwäsche aus hygienischen Gründen nicht unbedingt empfehlenswert ist!

Die zweite gute Nachricht ist, dass die Waschsymbole und ihre Bedeutung auf die entsprechenden Waschprogramme der meisten handelsüblichen Waschmaschinen abgestimmt sind und Euch auf dem Display der Waschautomaten begegnen werden. Natürlich gibt es auch hier den einen oder anderen Extrawunsch der Textilhersteller oder Kniff des Waschspezialisten, aber das Gros der Textilien lässt sich mit den gängigen Waschprogrammen gut waschen.

Waschsymbole verstehen 
Waschsymbole

Waschsymbole würde es nicht geben, wenn die Bandbreite an handelsüblichen Textilien für den Laien nicht unüberschaubar groß wäre. Vor jeder Wäsche stellt sich grundsätzlich die Frage, ob ein Kleidungsstück in die professionelle Reinigung gegeben werden muss, mit der Hand gewaschen werden sollte oder in die Maschine kann. Hier hilft das Piktogramm mit dem stilisierten Waschzuber mit schwarzer Kontur weiter: ist der Bottich durchkreuzt, rät der Hersteller von der heimischen Hand- oder Maschinenwäsche ab und eine professionelle Reinigung an. Eine chemische Reinigung ist vielleicht etwas teurer als die heimische Wäsche, garantiert dafür aber die Form des Textils. (s. unten)

Eine stilisierte Hand, die in den Zuber zu greifen scheint, empfiehlt Handwäsche mit kalten bzw. handwarmen Temperaturen nicht über 40 Grad. Eine Handwäsche ist grundsätzlich schonender als eine Maschinenwäsche und bei feinen Textilien wie z. B. Seide die richtige Behandlung, wenn Ihr auch noch nach der Wäsche Gefallen an Eurem Kleidungsstück haben möchtet.

Befindet sich im Zuber eine Zahl, empfiehlt der Hersteller einen regulären Maschinenwaschgang mit z. B. 30 Grad oder 60 Grad. Ein Balken unter dem Zuber zeigt einen Schonwaschgang mit der entsprechenden Temperatur, aber geringeren Schleuderzahlen an. Bei zwei Balken unter dem Zuber solltet Ihr das Textil im Feinwasch- oder Wollwaschgang mit besonders niedrigen Temperaturen und besonders niedrigen Schleuderzahlen bzw. ohne Schleudern waschen. Solche Differenzierungen mögen auf den ersten Blick übertrieben erscheinen, aber bei der Wäsche zahlt sich Rücksichtnahme über kurz und lang mit unbeschädigten Kleidungsstücken und glücklichen Besitzern aus!

Tipp: Es kann nicht schaden, neue Kleidungsstücke vor dem Tragen einmal durchzuwaschen, um einen eventuellen Überschuss an Farbstoffen und anderen Textilchemikalien auszuwaschen!

Weiß soll die Wäsche seinWaschsymbole

Sollte eins Eurer weißen Kleidungsstücke unerwünscht ergraut, vergilbt oder verfärbt sein, kann eine textilchemische Reinigung die Rettung sein. Mit den handelsüblichen Bleichmitteln ist dies problemlos in der eigenen Waschmaschine möglich. Das Grundsymbol für den Schritt „Bleichen“ ist ein Dreieck mit weißer Fläche und schwarzer Kontur. Ist das Dreieck durchgekreuzt, wird von Bleichen abgeraten. Ohne Einschränkung symbolisiert das Piktogramm die Möglichkeit, das Kleidungsstück mit einer Chlor- oder Sauerstoffbleiche zu behandeln. Ein diagonal durchstrichenes Dreieck schränkt diese Möglichkeit auf eine Sauerstoffbleiche ein. Bei Textilien ist eine Sauerstoffbleiche mittlerweile üblicher als eine Chlorbleiche.

Tipp: Solltet Ihr einmal ein Kleidungsstück in der Handwäsche bleichen wollen, nicht zu viel Bleichmittel benutzen und unbedingt haushaltsübliche Gummihandschuhe anziehen!

Natürlich Trocknen Trocknersymbole

Hat die Wäsche den Waschvorgang vollständig durchlaufen und ist aus der Maschine raus, geht es ans Trocknen. Das geht auf natürlichem Wege oder im Trockner. Das Grundsymbol für den Schritt „Trocknen“ ist ein weißes Quadrat mit schwarzer Kontur. In der minimalistischen Form ist es aus offensichtlichen Gründen eher rar: Textilien, die nicht trocknen dürfen, sind ein Widerspruch in sich. Auch ein Neoprenanzug trocknet irgendwann.

Ein Quadrat mit einem horizontalen Strich im Innenraum empfiehlt ein schonendes Trocknen im Liegen. „Liegend“ trocknet man alle Kleidungsstücke und Materialien, die sich auf der Wäscheleine durch Eigengewicht und Schwerkraft verziehen würden, z.B. Baumwollpullover.

Die Piktogramme für „Natürliches Trocknen“ sind erst 2012 in den internationalen Standard aufgenommen worden. Sie haben sich noch nicht flächendeckend durchgesetzt. In den USA gibt es noch Differenzierungen in u. a. „tropfnass und liegend“, „tropfnass, liegend und im Schatten“, „hängend“, “tropfnass und hängend“ und „tropfnass, hängend und im Schatten“ mit den entsprechenden Symbolen und ihren Erweiterungen. Es geht also noch komplizierter!

Trocknen im MaschinenzeitalterTrocknersymbole

Ob man ein Kleidungsstück im Trockner trocknen kann oder nicht, markiert ein Kreis mit weißer Innenfläche und schwarzer Kontur innerhalb des schon bekannten Quadrats. Ist das Symbol durchkreuzt, solltet Ihr das Textil besser nicht in den Trockner stecken. Ein Wollpulver z. B. verfilzt im Trockner! Ohne andere Elemente symbolisiert das Piktogramm, dass Trocknen im Trockner zulässig ist. Punkte im Kreis geben die empfohlene Temperatur an: ein Punkt für schonende Trocknung bei niedrigen Temperaturen, zwei Punkte für Trocknen bei normaler Temperatur. Die Kennzeichnung mit Punkten für unterschiedliche Temperaturen wird Euch beim Bügeln wiederbegegnen.

Nach Waschsymbolen bügeln Bügelsymbole

Das Piktogramm für Bügeln ist mit Abstand das Gegenständlichste des Standards: das kleine Bügeleisen ist unschwer als solches zu erkennen. Daran ändert auch nicht, dass es aussieht, als sei es aus der Zeit gefallen und würde noch mit heißen Kohlen beheizt. Durchgekreuzt erklärt es das Textil für Bügeln ungeeignet. Was ja auch ganz schön sein kann. Punkte bestimmen, wie schon beim Trocknen in der Maschine, die angeratene Temperatur. Je höher die Punktzahl, desto höher die Temperatur. Drei Punkte sind die Höchsttemperatur, eine Kennzeichnung, die nicht unbedingt deckungsgleich mit dem Punktesystem Eures Bügeleisens sein muss! Bei Kleidungsstücken mit Aufdruck oder Applikationen ist ein Blick auf das Bügelsymbol besonders sinnvoll. Aufdrucke vertragen meist keine hohen Bügeltemperaturen, und Applikationen sind mitunter aus einem anderen Material als der Grundstoff und verlangen nach einer besonderen Behandlung.

Waschsymbole und chemische ReinigungWaschsymbole

Manche Textilien, z. B. Anzüge oder Mäntel, lassen sich nicht formstabil „wässrig“ waschen und müssen in die chemische Reinigung gegeben werden, wo sie mit Chemikalien „trocken“ gereinigt werden. Anders als beim Waschen in wässrigen Lösungen quellen die einzelnen Textilfasern bei der Trockenreinigung nicht auf, so dass die Form des Kleidungsstücks erhalten bleibt. Für die chemische Reinigung steht der Kreis mit weißer Fläche und schwarzer Kontur, der wahlweise durchkreuzt – Nicht chemisch reinigen! – oder mit Angaben zu den erlaubten Lösungsmitteln in Form von Buchstaben erweitert wird. So steht ein „A“ für alle Lösungsmittel oder ein „F“ für Kohlenwasserstofflösungsmitteln. Diese Angaben dürften allerdings eher für die Fachkräfte in der Reinigung interessant sein. Die meisten Textilien werdet Ihr nicht in die chemische Reinigung geben müssen. Sollte das Waschetikett dazu raten, lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall!

Alltag im eigenen Haushalt

Auf manchen Waschetiketten stehen schriftliche Zusätze wie „Mit ähnlichen Farben waschen“ oder „Getrennt waschen“. Derart gekennzeichnete Textilien „bluten aus“ und können auch noch nach mehrfacher Wäsche ganze Waschladungen in einem unerwünschten Farbton einfärben. Jeans sind z. B. solche Übeltäter und sollten immer getrennt oder zumindest zusammen mit dunklen Sachen gewaschen werden. Schriftliche Zusätze auf Waschetiketten sollte man am besten immer beachten, wenn man seinen Kleidungsstücken im Waschprozess nur Gutes zukommen lassen möchte.

Alles klar? Waschetiketten sind sinnvolle kleine Helferlein im eigenen Haushalt. Die eingeschränkte Bildsprache der Pflegehinweise zu verstehen ist mit etwas Routine eine Fingerübung, die Ihr schon nach kurzer Zeit routiniert beherrscht und Euch saubere und gut aussehende Kleidungs- und Lieblingsstücke im Kleiderschrank beschert. Nur Mut!

Tipp: Waschetiketten aus allen Kleidungsstücken herauszutrennen, ist auch keine Lösung!




 

Pflegehinweise im Schonwaschgang
Die wöchentliche Wäsche muss kein Rätselraten sein. Mit ein wenig Logik und Durchhaltevermögen seid Ihr bei der Entzifferung der Waschetiketten Eurer Lieblingskleidung ganz vorn dabei.  
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