Stipendium Hamburg Mehr Förderungsmöglichkeiten als gedacht

Mit einem Stipendium studiert es sich leichter als mit einem oder sogar mehreren Nebenjobs. Neben den Stipendien der Begabtenförderungswerke gibt es eine Vielzahl anderer Stipendien, die auch einen Blick wert sind.  

Stipendium Hamburg

Fahrplan zu Deinem Stipendium in In- oder Ausland  

1. Schritt: Beim Studierendenwerk zu Stipendienmöglichkeiten (Inland) oder bei der Studienberatung Deines Fachbereichs (Ausland) beraten lassen 

2. Schritt: Stipendienmöglichkeiten bei u. a.  Studiumplus, Stipendienlotse, Deutschlandstipendium, ELFI und der Hamburger Stiftungsdatenbank (Inland) oder Exchange Programs, DAAD, ERASMUS und Hamburglobal (Ausland) recherchieren

3. Schritt: Bewerbungsfristen und Bewerbungsmodalitäten für Wunschstipendium abklären 

4. Schritt: Individuelle Bewerbungsunterlagen zusammenstellen und fristgerecht einreichen 

5. Schritt: Gespannt auf Zusage oder Absage warten 

6. Schritt: Sich über ein Stipendium freuen oder sich zuversichtlich ein weiteres Mal bewerben 

Ran an die Stipendien

Wenn Ihr in Hamburg studieren möchtet, habt Ihr die Wahl: die schöne Hansestadt hat 19 staatliche und in Hamburg staatlich anerkannte Hochschulen und eine ganze Reihe von Hochschulen in privater Trägerschaft. Mit dem entsprechenden Notendurchschnitt im Abi-Zeugnis habt Ihr auch bei der Studienfachwahl die Wahl aus einem breiten Angebot sehr unterschiedlicher Studienrichtungen.

Zu klären wäre dann noch die Studienfinanzierung. Bei diesem leidigen Thema haben die meisten von Euch wahrscheinlich weit weniger Wahlmöglichkeiten, als bei Hochschule und Studienfach: entweder habt Ihr das Glück, das Studium weitgehend durch die Unterstützung Eurer Eltern finanzieren zu können oder die finanziellen Bedingungen Euren Elternhauses qualifizieren Euch für den Bezug von BAföG; oder Ihr finanziert Euer Studium durch einen oder mehrere Nebenjobs oder über eine Mischform aller anderen Modelle. Soll das Studium bei den finanztechnischen Anstrengungen nicht ins Hintertreffen geraten – und der ersehnte Lottogewinn oder eine andere seriöse Einkommensquelle trotz gegenteiliger Stoßgebete weiterhin außer Sicht sein – ist bei allen Finanzierungsmodellen wahrscheinlich, dass das Geld im Verlauf des Monats knapp wird. Und wenn schon die Finanzierung eines Semesters im Inland ein Angang ist, mag man an ein Auslandssemester erst gar nicht denken. Auch wenn das gut für die berufliche Karriere und die persönliche Entwicklung wäre. Und auch ansonsten ziemlich cool. 

Wer in dieser Situation nicht den Kopf in den Sand steckt und sich  – sehr viel erfolgversprechender – über die Möglichkeiten eines Stipendiums informiert, ist auf dem richtigen, weil konstruktiven Weg. Entgegen der landläufigen Meinung, dass Stipendien nur den Besten der Besten vorbehalten sind, gibt es eine ganze Reihe von Stipendien, die nicht ausschließlich an Spitzenwerte bei den Studienleistungen gebunden sind, sondern Kriterien wie z. B. Bedürftigkeit, Geburtsort oder Religionszugehörigkeit in die Auswahl einbeziehen. Gesellschaftliches Engagement und Persönlichkeit des Bewerbers haben zudem stipendienunabhängig einen Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen einen Bewerber. Was das gesellschaftliche Engagement angeht, ist der Rahmen weit gesteckt: von der Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr über die Hausaufgabenhilfe bis hin zur Gründung einer Bürgerinitiative gibt es diesem Bereich viel Spielraum. 

Zurzeit erhalten bundesweit ca. 3–4% der an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen eingeschriebenen Studierenden ein Stipendium. Es lohnt sich also, mit einer eigenen Bewerbung für ein Stipendium einen Versuch wagen, zu den Begünstigten zu gehören. Auch mit einem guten Notendurchschnitt habt Ihr mit einer gut aufbereiteten Bewerbung eine reelle Chance, durch ein Stipendium gefördert zu werden. Die Stipendien können in Art und Umfang ganz unterschiedlich aussehen. Büchergeld oder Reisekosten wollen ohne Förderung aber auch erst einmal aufgebracht werden oder verdient sein!

Für die meisten regionalen und überregionalen Stipendien können sich an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule eingeschriebene, deutsche, EU-europäische Studierende und ausländische Studierende mit dauerhafter Aufenthaltsperspektive bewerben. Je nach Stipendiengeber könnt Ihr Euch selbst für ein Stipendium bewerben oder Ihr müsst für ein Stipendium vorgeschlagen werden. Ob Ihr ein Stipendium bekommt, entscheidet ein Auswahlverfahren, das bei großen Geberorganisationen wie der Studienstiftung des deutschen Volkes auch ein Test sein kann, oder, wie bei der Stiftung der deutschen Wirtschaft, im Assessment Center entschieden wird.

Genauere Angaben zu Zugangsbedingungen, Bewerbungsunterlagen und Auswahlverfahren erfahrt Ihr bei der jeweiligen Geberorganisation. 

Das richtige Stipendium finden

Wenn Ihr Euch jetzt sofort aufmacht, um ein passendes Stipendium für Euer Anliegen zu finden, lohnt es sich, in einem ersten Schritt Eurem Studierendenwerk einen Besuch abzustatten. In Hamburg könnt Ihr Euch mit Euren Fragen z. B. an BeST, die Beratung zur Studienfinanzierung des Studierendenwerks wenden. Hier wird man Euch sagen können, welche Förderungsmöglichkeiten für Euch und Euer Anliegen in Frage kommen und Erfahrungswerte mit einzelnen Stipendienformen in das Beratungsgespräch einfließen lassen. 

Stipendien lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

  • Stipendien aus staatlichen Quellen (z. B. Begabtenförderungswerke)
  • Stipendien aus staatlichen Quellen (z. B. Deutschlandstipendium)
  • Stipendien von Unternehmen, Verbänden und Privatpersonen
  • Hochschulinterne Stipendien (z. B. Georg-Panzram-Büchergeld)

Stipendienleistungen können sein:

  • Monatliche Zahlungen (z. B. für die Dauer eines Bachelor- oder Masterstudiums)
  • Einmalige Zahlungen  (z. B. für Sonderanschaffungen im Studium oder Übernahme von Reisekosten)
  • Mehrmalige Zahlungen  (z. B. ein Studiumabschlussstipendium)
  • Einmalige, mehrmalige oder monatliche Zahlung zur Förderung eines Auslandsaufenthaltes zu Studienzwecken

Stipendien müssen im Unterschied zu Studiendarlehen nicht zurückgezahlt werden. Falls Ihr BAföG bezieht, kann es allerdings sein, dass Euer Stipendium mit dem BAföG verrechnet wird. Informiert Euch frühzeitig über eine mögliche Anrechnung beim BAföG-Amt.

Die Begabtenförderungswerke werden vollumfänglich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Sie bieten den Stipendiaten attraktive Begleitprogramme und hervorragende Vernetzungsmöglichkeiten in der Wissenscommunity. In ihrer Ausrichtung sind sie politisch, religiös, unternehmerisch oder gemeinschaftlich orientiert oder aber weltanschaulich, konfessionell und politisch unabhängig. Bei den politisch orientierten Begabtenförderungswerken wie z. B. Hanns-Seidel-Stiftung oder Rosa-Luxemburg-Stiftung und den religiös orientierten Stiftungen wie z. B. Cusanuswerk e.V. oder Avicenna-Studienwerk ist es sinnvoll, sich als Bewerber in einem gewissen Rahmen mit den politischen oder religiösen Werten der Stiftung zu identifizieren, da diese Werte  die Auswahl der Förderungen und das Begleitprogramm maßgeblich bestimmen. Solltet Ihr Euch bei mehreren Begabtenförderungswerken bewerben wollen, ist es sinnvoll, mit diesen Umstand transparent umzugehen und Eure Mehrfachbewerbung gut zu begründen. 

Über die Profile und Förderungsmöglichkeiten der einzelnen Begabtenförderungswerke könnt Ihr Euch hier informieren: http://www.stipendiumplus.de/startseite.html

Das Deutschlandstipendium ist ein Stipendium, das sich zur Hälfte aus öffentlichen Mitteln und aus Mitteln der Privatwirtschaft finanziert. Das Deutschlandstipendium hat einen klaren Bezug zur Praxis und wird noch nicht an allen Hochschulen angeboten. Informiert Euch am besten beim Studierendenwerk, ob es das Stipendium an Eurer Hochschule gibt. An der Uni Hamburg wird diese Form des Stipendiums seit dem Wintersemester 2014/2015 vergeben. 

Beim Stipendienlotsen, der userfreundlichen Stipendien-Datenbank des BMBF, könnt Ihr Euch über die meisten regionalen und überregionalen Förderungsmöglichkeiten informieren. Datenbank und Suchmaske vermitteln einen guten Eindruck, wie viele unterschiedliche Förderungsmöglichkeiten es gibt und durch welche Parameter sie bestimmt sind. Wenn Euer Wunsch-Stipendium vielleicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Reichweite ist, dann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt im Studium? Mit etwas Vorlauf bei Entscheidungsfindung und Vorbereitung ist die Bewerbungsphase auch gleich viel entspannter! 

In der Datenbank der Servicestelle für Elektronische ForschungsförderInformationen (ELFI) werden die Programme und Stipendien mit den Deadlines der Bewerbungsfristen ausgespielt. Das ist besonders dann hilfreich, wenn Ihr kurzfristig Förderung beantragen müsst. Oder ein ausgeprägtes Faible für Bewerbungen in der letzten Minute habt.

Die Hamburger Stiftungsdatenbank ist eine weitere hilfreiche Ressource. Hamburg hat eine ganze Reihe von Stiftungen und so manches Stipendium lässt sich über das gezielte Anschreiben bzw. Ansprechen auch kleinerer oder in der Öffentlichkeit weniger präsenten Stiftungen ergattern. 

Wenn es mit einem Stipendium klappen soll, ist es grundsätzlich sinnvoll, sich frühzeitig zu informieren und sich so früh wie möglich zu bewerben. Bitte beachtet bei Euren Plänen, dass das Ende der Bewerbungsfrist je nach Stipendiengeber und Stipendium schon einmal 12–18 Monate vor Beginn des Stipendiums liegen kann. Fordert die Geberorganisation Empfehlungsschreiben oder Gutachten von Dritten an, kann eine Bewerbung einen recht langen Vorlauf benötigen.

In Eure Bewerbungsunterlagen solltet Ihr ebenfalls etwas Zeit investieren. Eure Bewerbungen sollten auf jeden Fall mit Blick auf Bewerbungskonditionen und Geberorganisation individualisiert sein und schlüssig vermitteln, wer Ihr seid, welche Werte Ihr vertretet und wieso Ihr Euch und Euer Anliegen für förderungswürdig erachtet. Rücksprache mit einem Dozenten oder ein Gespräch mit Stipendiaten aus Eurem Umfeld darüber, was sie in ihren Bewerbungen richtig gemacht haben, können helfen!

Sollte es nicht auf Anhieb mit dem Stipendium Eurer Wahl klappen, könnt Ihr Euch immer noch bei anderen Geberorganisationen bewerben. Die nächsten Bewerbungen werden Euch jetzt, wo Ihr Euch über Euer Anliegen und Eure Ziele klar geworden seid, weit weniger schwer fallen als es die erste vielleicht getan hat!

TIPP: Wenn Ihr Euch beim Stipendienlotsen für den Newsletter anmeldet, seid Ihr immer über neue Förderungsmöglichkeiten und Förderungsprogramme informiert.

Mit Stipendium ins Ausland 

Ein Auslandssemester oder ein Praktikum im Ausland sind gut für die berufliche Karriere und die persönliche Entwicklung. Neben der interkulturellen Kompetenz gewinnt Ihr Fachwissen, verbessert Eure Fremdsprachenkenntnisse, schließt neue Freundschaften und habt auch sonst eine ganze Menge Spaß.

Wer sich diesen Zugewinn an Studien- und Lebenserfahrungen nicht entgehen lassen möchte, sollte sich frühzeitig – bis zu 18 Monate vor dem geplanten Studienaufenthalt im Ausland – über Möglichkeiten für einen Auslandaufenthalt und über Stipendien für Auslandsaufenthalte informieren. Je nach Geberorganisation werden Lebenshaltungskosten, Studiengebühren, Sprachkurse, Sach- oder Reisekosten oder auch Wohn- und Arbeitsräume im Ausland gefördert.

Einen Überblick über die Förderung von Auslandsaufenthalten durch die Begabtenförderungswerke und andere Stiftungen könnt Ihr Euch gut auf der nun schon bekannten Seite Stipendiumplus und über den Stipendienlotsen des BMBF verschaffen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) kann ebenfalls bei der Ideenfindung helfen. Auch wenn Ihr noch keinen Plan habt, wohin es zu welchem Zweck gehen soll, lohnt sich ein Besuch der beiden Seiten. Manche gute Idee kommt einem erst, wenn man sie vor Augen hat!

An Eurer Hochschule ist das Studierendenwerk bzw. BeST in Hamburg ein erster Ansprechpartner. Hier kann man Euch bei Fragen zu Auslandsaufenthalt und Finanzierung weiterhelfen und Euch wertvolle Hinweise für Euer geplantes Auslandssemester oder Auslandspraktikum geben.

Eine gute Anlaufstelle bei akutem Fernweh ist auch die Studienberatung Eures Fachbereichs. Eure Ansprechpartner dort – aber auch Dozenten und Professoren aus Eurem Studium – können Euch Tipps geben, welche Hochschulen oder Praktika im Ausland für Euer Studienfach und Euren Studienschwerpunkt besonders geeignet sind und Euch z. B. Kontakte zu Studierenden vermitteln, die bereits einen Auslandsaufenthalt absolviert haben und gerne von ihren Erfahrungen berichten.

Wenn Ihr mit einem internationalen Austauschprogramm (Exchange Program) Eurer Hochschule ins Ausland geht, erspart Ihr Euch im Vergleich zu einem Studienaufenthalt in Eigenregie viel organisatorischen Aufwand und stellt von vornherein sicher, dass Euch Studienleistungen im Gastland an Eurer Heimatuni angerechnet werden. Was ziemlich gut ist. Welches Programm für Euch in Frage kommt, könnt Ihr bei der Studienberatung oder Euren Dozenten erfragen. Die Uni Hamburg hat z. B. 300 Partneruniversitäten in 70 Ländern. Da lässt sich sicherlich die eine oder andere für Studium und Leben interessante Destination finden!

Wenn Ihr mit einem Austauschprogramm ins europäische Ausland gehen möchtet, kann Euch eine Beratung beim ERASMUS-Koordinator (European Region Action Scheme for the Mobility of University Students) Eurer Hochschule Aufschluss geben, ob der geplante Studienaufenthalt durch ein ERASMUS-Stipendium gefördert werden kann oder ob Ihr Euch in Eurer Planung für eine Förderung eher neu ausrichten solltet.

Hier findet Ihr eine Übersicht der Exchange Programs und der ERASMUS-Programme an der Uni Hamburg:

Die Uni Hamburg informiert auf ihrer Website ausführlich über Finanzierungsmöglichkeiten durch Verbände und Unternehmen. Hier könnt Ihr Euch auch für einen Newsletter eintragen, der Euch über neue Stipendien auf dem Laufenden hält. 

Für Studierende an der Uni Hamburg kommt möglicherweise auch eine Förderung durch das Programm Hamburglobal in Frage. Im Hamburglobal-Stipendium sind Mittel aus verschiedenen Töpfen – u. a. PROMOS (DAAD) – zusammengefasst. Hamburglobal fördert neben Studienaufenthalten auch Praktika, Sprachkurse, Fachkurse, die Vorbereitung von Abschlussarbeiten oder die Teilnahme an Tagungen. Informiert Euch frühzeitig über Eure Möglichkeiten!

Wie auch bei Stipendien für ein Studium im Inland sind auch bei Auslandsstipendien frühzeitige Recherche, Eigeninitiative, gut aufbereitete Bewerbungsunterlagen und eine kleine Portion Glück gefordert. 

Viel Spaß beim Recherchieren Eurer Möglichkeiten und viel Erfolg beim Bewerben! 

Tipp: Die Chance auf ein Auslandsstipendium ist auch von Euren Sprachkenntnissen in der Sprache des Gastlandes abhängig. Bei Nachholbedarf auf diesem Gebiet steigern ein Sprachkurs und etwas Landeskunde Vorfreude und Bewerbungschancen!  





 

 

Mehr Förderungsmöglichkeiten als gedacht
Mit einem Stipendium studiert es sich leichter als mit einem oder sogar mehreren Nebenjobs. Neben den Stipendien der Begabtenförderungswerke gibt es eine Vielzahl anderer Stipendien, die auch einen Blick wert sind.  
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