Begabtenförderung
Roland Berger Stiftung: Vorstellung neuer Stipendiaten
Roland Berger Stiftung verhilft 40 begabten Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Familien mit ihrem bundesweiten Stipendium zum Abitur.
In Anwesenheit von Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, wurden am Freitag im Rahmen eines Festaktes in der Hamburger Kunsthalle 40 Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein offiziell in das begehrte Deutsche Schülerstipendium der Roland Berger Stiftung aufgenommen.
Die neuen Stipendiaten
Die 40 neuen Stipendiaten sind zwischen acht und 19 Jahre alt, stammen aus 13 verschiedenen Nationen und konnten sich im Bewerbungsverfahren gegen über 100 Mitbewerber aus den vier Bundesländern durchsetzen. Precious ist gerade mal acht Jahre alt und zählt zu den jüngsten in der Gruppe der neu aufgenommenen Stipendiaten der Roland Berger Stiftung. Ihre Eltern stammen aus Nigeria und sprechen kaum Deutsch, aber mit viel Fleiß hat das Mädchen die Sprache schnell erlernt und ist heute unter den Klassenbesten. Wird Precious nach ihren Zukunftswünschen gefragt, antwortet sie fest entschlossen: „Ich will alles, was ich mir vornehme, schaffen, und später einmal Polizeichefin werden."
Der 13jährige Jafar ist erst vor drei Jahren mit seiner Familie aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. In nur kürzester Zeit lernte er Deutsch, so dass er jetzt die 6. Klasse einer Stadtteilschule in Hamburg besucht. Sein Wunsch ist es, ein gutes Abitur zu machen und Medizin zu studieren. Zwei Beispiele, die kennzeichnend für die 40 Stipendiaten in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind: Alle 40 Kinder und Jugendlichen wissen sehr genau, was sie wollen: Abitur machen, studieren und anderen Menschen helfen, zum Beispiel als spätere Forscher, Ärzte, Lehrer oder eben Anwälte.Die stolzen und glücklichen Stipendiaten hatten die Mitglieder der Hauptjury bei den persönlichen Bewerbungsgesprächen im September von sich überzeugen können. Im Rahmen einer Festveranstaltung in der Hamburger Kunsthalle wurden sie am Freitag in Anwesenheit von Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, durch den Vorstandsvorsitzenden der Roland Berger Stiftung, Prof. Dr. Burkhard Schwenker, offiziell in das Deutsche Schülerstipendium aufgenommen.
An wen richtet sich das Stipendium?
Begabung, Leistungswille und Engagementbereitschaft sind die Voraussetzung für die Aufnahme in das Deutsche Schülerstipendium, mit dem die Roland Berger Stiftung seit 2008 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien unterstützt. Derzeit werden bundesweit 520 Stipendiaten gefördert - und es sollen noch viel mehr werden. Das Stipendium beginnt bereits in der ersten Klasse der Grundschule und kann bis zum Abitur gewährt werden.
Roland Berger hatte die Stiftung, die neben dem Schülerstipendium auch den mit einer Million Euro dotierten und jährlich vom Bundespräsidenten verliehenen Preis für Menschenwürde vergibt, 2008 mit 50 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen gegründet.
Bürgermeister Scholz sagte in seinem Grußwort beim Festakt: „Es gibt immer noch zu viele Kinder, die klug sind und fleißig, aber den Weg zum Abitur nur deshalb nicht schaffen, weil ihr Umfeld sie nicht unterstützen kann. Diese jungen Talente dürfen wir nicht verlieren. Keinen zurückzulassen ist ein Gebot sozialer Gerechtigkeit und die Voraussetzung für eine gerechte Teilhabe – dafür, dass jede und jeder sein Leben später selbstbestimmt in die Hand nehmen kann."
„Jedes Kind hat individuelle Talente. Aber nicht jedes Kind bekommt die Chance, seine Talente auch frei zu entfalten, weil die soziale Herkunft viel zu oft eine unüberwindbare Barriere darstellt", sagte Prof. Dr. Burkhard Schwenker bei der feierlichen Vorstellung der 40 neuen Stipendiaten in Hamburg. „Diese Barrieren müssen wir mit vereinten Kräften aus dem Weg räumen, damit jedes Kind die Chance bekommt, die es verdient. Wir alle sind hier gefordert und ich freue mich, wenn wir auch in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein Unterstützer für unser Anliegen gewinnen können."
Das Schülerstipendium der Roland Berger Stiftung richtet sich gezielt an begabte Kinder und Jugendliche, deren Familien ihnen aus den verschiedensten Gründen nicht die Unterstützung bieten können, die sie bräuchten. „Jeder Stipendiat hat andere Bedürfnisse, deshalb erarbeiten wir für jeden einen individuellen Förderplan, der auf den Stärken des Schülers aufbaut", erläuterte Schwenker. Zehn Lernbereiche von Persönlichkeitsentwicklung und Werteorientierung bis zu Gesundheit und Sport stehen dafür zur Verfügung. Eine zentrale Säule des Programms sind die ehrenamtlichen Mentoren, die die Kinder und Jugendlichen als Mittler zwischen Elternhaus, Schule und Stiftung auf ihrem Weg zum Abitur begleiten.
Das Stipendium der Roland Berger Stiftung - weitere Infos
Das Deutsche Schülerstipendium wird von der Freien Universität Berlin wissenschaftlich begleitet und mit einem internen Diagnosesystem bewertet, sodass die Wirkung jeder einzelnen Bildungsmaßnahme eingeschätzt und weiterentwickelt werden kann.
Das Schülerstipendium in Hamburg wird unterstützt von der Joachim Herz Stiftung.
Nähere Informationen zum Deutschen Schülerstipendium finden Sie auf www.rolandbergerstiftung.org.
Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet. Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und verfügt über einen Vorstand und ein Kuratorium.








