Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Generationenfreundliches Hamburg Älter werden in Hamburg – Bilanz und Perspektiven

Wie Hamburg noch generationenfreundlicher werden kann

Informationen zum Bericht und Leitbild "Älter werden in Hamburg"

Im Bericht wird die Ausgangslage in verschiedenen Handlungsfeldern, wie dem selbstbestimmten Wohnen, dem ehrenamtlichen Engagement oder der kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe dargestellt und bewertet. Aus der Bewertung werden konkrete Maßnahmen entwickelt, mit denen sich die Stadt in ihren Planungen stärker auf eine älter werdende Bevölkerung einstellt. Dabei werden auch generationenübergreifende Ansätze aufgegriffen. Dies schlägt sich insbesondere auch in dem Leitbild „Älter werden in Hamburg“ nieder.

 

Leitbild Älter werden in Hamburg

Hamburg soll zu einer Stadt weiterentwickelt werden,

  • die auf einen deutlich höheren Anteil älterer Menschen gut vorbereitet ist,
  • die sicherstellt, dass Seniorinnen und Senioren in allen Bereichen gehört und ihre Belange berücksichtigt werden,
  • in der sich alle Generationen begegnen und gerne zusammen leben,
  • die die Fähigkeiten, Erfahrungen und das Engagement der Älteren schätzt und ihnen Raum zur Entfaltung bietet,
  • die es ermöglicht, selbstständig und selbstbestimmt in der eigenen Wohnung, in der Nachbarschaft, im öffentlichen Raum und in Kultur- und Freizeiteinrichtungen sich zu bewegen und zu leben,
  • die lebenslanges Lernen fördert,
  • die Bürgerinnen und Bürger durch Information, Beratung und andere Hilfen darin unterstützt, für die Fragen des Alterns gesundheitlich, sozial und rechtlich Vorsorge zu treffen,
  • die mit dem Alter einhergehende gesundheitliche und soziale Risiken nicht leugnet, sondern erforderliche Hilfen in guter und bezahlbarer Qualität sicher stellt,
  • in der die Vielfalt der Lebenshintergründe der Seniorinnen und Senioren und ihrer Lebensverläufe und Lebenserfahrungen im Alter zur Geltung kommen können.

 

Teil des Handlungsplanes ist beispielsweise, dass die Chancen der wohnungsbaupolitischen Offensive des Senates genutzt werden. Ältere Bürgerinnen und Bürger sollen sich grundsätzlich selbstständig und selbstbestimmt in der eigenen Wohnung, in der Nachbarschaft und im öffentlichen Raum bewegen können. Deshalb ist vorgesehen, dass die Bezirksämter die Bezirks-Seniorenbeiräte bei den bezirklichen Wohnungsbauprogrammen systematisch mit einbeziehen, um die Wohnbedarfe älterer Menschen in diesen Programmen zur Geltung kommen zu lassen. Ein Schwerpunkt wird neben Neubauten auch auf die Anpassung des Wohnungsbestandes gelegt. Für den barrierefreien Umbau von Bestandswohnungen mit einem derzeitigen Volumen von 1,69 Millionen Euro pro Jahr wurde beispielsweise ab 2011 ein jährlicher Inflationsausgleich von zwei Prozent eingeführt und die Fördersätze werden entsprechend angehoben.

Der Senat hat auch mit der Bauverordnung zum Hamburgischen Wohn- und Betreuungsqualitätsgesetz einen entscheidenden Impuls für mehr Barrierefreiheit in Servicewohnanlagen für Senioren gegeben: Bis 2022 müssen diese barrierefrei gestaltet werden. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz plant, den Umbaubedarf bis Mitte 2014 durch die zuständige Wohn-Pflege-Aufsicht der Bezirksämter mit Unterstützung externer Sachverständiger prüfen zu lassen. Im Sinne der Planungssicherheit sollen die einzelnen Betreiber nach Feststellung des Bedarfes über die notwendigen Änderungen eine verbindliche Auskunft des Bezirksamtes erhalten.

Ein weiteres Ziel ist es, die Vorreiterrolle Hamburgs in der Geriatrie gezielt auszubauen. Für die akutmedizinische Versorgung demenzkranker Patientinnen und Patienten im Krankenhaus bestehen besondere Herausforderungen. Dabei sind von den Krankenhausträgern, aber auch von den Kostenträgern zielgruppenspezifische Konzepte, die der qualitätsgesicherten Versorgung dieser Patienten gerecht werden, zu entwickeln. Als wesentliche Aspekte werden dabei u.a. die Notwendigkeit zu besseren Kenntnissen von ärztlichem und pflegerischem Personal im Krankenhaus oder die verbesserte Diagnose von Demenzerkrankungen bereits bei Aufnahme in das Krankenhaus berücksichtigt. Auch der Landesausschuss für Krankenhaus- und Investitionsplanung wird sich noch in diesem Jahr mit dem Verbesserungsbedarf in der Versorgung von Demenzpatienten und -patientinnen im Akutkrankenhaus befassen.

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